Internationale Fachmesse für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Klimahouse 2019: Forschung zum Anfassen im NOI Techpark in Bozen

Montag, 21. Januar 2019 | 13:12 Uhr

Bozen – Nachhaltigkeit lernen: Anlässlich der Klimahouse haben Unternehmen und Branchenfachleute erstmals die Möglichkeit, im Rahmen von Enertours Einblick in die Forschungslabors im NOI Technologiepark zu erhalten. Die Führungen werden vom NOI Techpark in Zusammenarbeit mit den Forschern der EURAC angeboten. In den Labors in Bozen Süd arbeiten Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam an innovativen Lösungen, die im Einklang mit den neuen Zielen der EU zur Förderung nachhaltiger Entwicklungen stehen.

Im terraXcube, einer einmaligen Forschungsinfrastruktur, können die Klimabedingungen in unterschiedlichen Höhenlagen von bis zu 9000 Metern simuliert werden. Es gibt aber auch Labors, in denen neue Fotovoltaikmodule getestet, die Dynamik der Fernwärme simuliert oder die Auswirkungen der Alterung von Gebäudefassaden untersucht werden – und zwar immer mit einem “grünen” Blick auf die Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt Enertours bietet der NOI Techpark die Möglichkeit, hinter die Kulissen weltweit führender Labors zu blicken. Das Angebot findet an den ersten drei Klimahouse-Messetagen vom Mittwoch, 23., bis Freitag, 25. Jänner, jeweils zwischen 9.30 und 12 Uhr statt. Unternehmen und Branchenfachleute können die Führungen durch die brandneuen Labors vom NOI Techpark online buchen.

Die Forscher des Instituts für erneuerbare Energien der EURAC werden den Teilnehmern an den Enertouren zeigen, wie die thermischen Leistungen von Türen, Fenstern oder Fassadenmodulen getestet oder die Energieproduktion einer Fotovoltaikanlage geprüft werden können. Das Know-how der Wissenschaftler unterstützt Unternehmen, Industriepartner, Planer und Gebäudeverwalter bei der Entwicklung und der Optimierung von Gebäudekomponenten und -systemen ebenso wie bei der Planung konstruktiver und architektonischer Lösungen.

Im Rahmen einer Enertour können diverse Labors besucht werden. Nur einige Beispiele dazu: Im terraXcube werden die weltweit extremsten klimatischen Bedingungen simuliert, um deren Einfluss auf den Menschen, auf ökologische Prozesse und auf neue Technologien zu untersuchen. Die Umwelttests werden in diversen Klimakammern durchgeführt. Dabei lassen sich die enge Beziehung zwischen ökologischen Stressfaktoren und den Reaktionen von Mensch und Natur sowie die Auswirkungen dieser Bedingungen auf die Leistungsfähigkeit von Materialien und Produkten erforschen. Forschungsschwerpunkte sind die Notfallmedizin in den Bergen und die alpine Ökologie. terraXcube bietet zudem verschiedene Testmöglichkeiten für die Industrie an – insbesondere in den Bereichen Automotive, UAV, Textil und Landwirtschaft.

Wer eine Enertour bucht, bekommt aber auch Einblick in das Labor zur Leistungscharakterisierung von Multifunktionsfassaden. Die Tests werden in einem sogenannten Kalorimeter durchgeführt, das aus zwei Kammern besteht. In einer Kammer können Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Luftgeschwindigkeit reproduziert werden, in der anderen wird der reale Wirkungskontext der untersuchten Proben simuliert.

Ebenso auf dem Programm steht ein Besuch im PV Integration Lab. In diesem Freiluftlabor werden sowohl frei stehende als auch in integrierte Photovoltaikmodule und -systeme unter realen Bedingungen auf ihre elektrische Leistung hin getestet. Darüber hinaus lassen sich Photovoltaikanlagen mit Speichersystemen kombinieren und testen und so die Auswirkungen auf das Stromnetz beobachten. Das Solar Pv Lab bietet hingegen einen Solarsimulator für Photovoltaikmodule an, der das Sonnenspektrum reproduziert. Es ermöglicht, die vom Hersteller garantierten Leistungen zu überprüfen und den Ertrag verschiedener Technologien zu vergleichen.

In diesem Zusammenhang müssen auch die Klimakammern erwähnt werden, in denen der Lebenszyklus von Industrieprodukten wie Photovoltaikmodulen, Kunststoffen und elektronischen Komponenten beschleunigt werden kann. Nur so lässt sich der Leistungsabbau im Verlauf ihrer Nutzungsdauer beurteilen. Zu den kontrollierten Bedingungen, die in der Klimakammer hergestellt werden können, zählen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Es können Temperaturen von – 40 ° C bis + 90 ° C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 20 bis 95 Prozent reproduziert werden.

Als weiteres Beispiel soll hier noch das Energy Exchange Lab erwähnt werden. In dieser Infrastruktur lässt sich die Funktionsweise von Fernheiz- und Fernkühlsystemen im kleinen Maßstab nachbauen: von der Wärmeherstellung über die Verteilung bis hin zum Verbrauch durch den Endkunden. Dadurch können die optimale Netzverwaltung sowie die Wärmebereitstellung aus mehreren Quellen untersucht werden. Das flexible Labor ermöglicht verschiedenste Konfigurationen sowie Tests zu Hardware und Kontrollsoftware.

Um die Labors im NOI Techpark zu erreichen, stehen den Teilnehmern an den Enertouren Reisebusse zur Verfügung. Abfahrt und Ankunft jeweils von Messe Bozen / Klimahouse 2019.

Für weitere Informationen und das vollständige Programm: http://www.fierabolzano.it/klimahouse/de/

Von: mk

Bezirk: Bozen

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