Duale Ausbildung zum Prozesstechniker ab Mitte September möglich

Landesregierung beschließt Einführung eines neuen Lehrberufs

Samstag, 29. August 2026 | 09:42 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Landesregierung und Berufsverbände setzen auf die Lehre zur Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses. “Jugendliche, die an einer praktischen Ausbildung interessiert sind, hatten noch nie so viele zukunftsorientierte Lehrberufe zu Auswahl wie zurzeit”, betont Landesrat Philipp Achammer. Auf seinen Vorschlag hin hat die Landesregierung am 28. August die Einführung eines neuen Lehrberufs beschlossen: Prozesstechniker beziehungsweise Prozesstechnikerin. “Mit diesem neuen Lehrberuf schaffen wir zusätzliche praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche oder junge Erwachsene und unterstützen gleichzeitig unsere technologieintensiven Betriebe dabei, ihre Fachkräfte selbst auszubilden”, unterstreicht Landesrat Achammer. In Südtirol stehen damit nun 110 Lehrberufe zur Wahl.

“Damit erhält die Industrie auf Antrag des Unternehmerverbandes Südtirol ein Berufsbild, das auf moderne Produktionsabläufe zugeschnitten ist”, erklärt die Direktorin des Landesamtes für Lehrlings- und Meisterausbildung Cäcilia Baumgartner. Prozesstechnikerinnen und Prozesstechniker arbeiten mit computergesteuerten Maschinen und Produktionsanlagen, überwachen deren Ablauf und sorgen dafür, dass Produkte effizient und in gleichbleibend hoher Qualität hergestellt werden. Die Lehrzeit beträgt vier Jahre. Die Lehrlinge werden in einem Südtiroler Betrieb ausgebildet und für den Schulbesuch an der Fachberufsschule Villach 2 im österreichischen Bundesland Kärnten eingeschrieben.

“Der Lehrberuf des Prozesstechnikers vermittelt eine Fachkompetenz, die unsere Industrieunternehmen mit ihren hochautomatisierten Produktionsanlagen heute und in Zukunft dringend brauchen”, erklärt der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol Alexander Rieper: “Ausbildung und Praxiserfahrung gehen hier Hand in Hand. Wir können damit neue Zielgruppen ansprechen und jungen Fachkräften in unseren Betrieben eine spannende Perspektive bieten. Insofern begrüßen wir diese Initiative ausdrücklich.”

Weiters werden mit dem Beschluss der Landesregierung deutschsprachige Berufsbezeichnungen an die im benachbarten Ausland gebräuchlichen Bezeichnungen angepasst: Aus “Landmaschinentechniker/Landmaschinentechnikerin” wird “Landmaschinenmechatroniker/Landmaschinenmechatronikerin”, aus “Baumaschinentechniker/Baumaschinentechnikerin” wird “Baumaschinenmechatroniker/Baumaschinenmechatronikerin”. Dadurch lassen sich Berufsabschlüsse international leichter vergleichen und anerkennen. Das erleichtert Fachkräften den Zugang zum Arbeitsmarkt über Ländergrenzen hinweg.

Die aktualisierte Liste der Lehrberufe tritt ab der Veröffentlichung im Amtsblatt der Region Mitte September in Kraft; ab diesem Zeitpunkt können Lehrverträge in den neuen Berufsprofilen abgeschlossen werden.

Bezirk: Bozen

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