Tempolimit auf der Autobahn im Unterland verbessert die Luftqualität

Langsamer bedeutet umweltschonender

Mittwoch, 30. Mai 2018 | 15:25 Uhr

Bozen – Zufrieden mit den BrennerLEC-Daten zeigt sich Landesrat Theiner: Eine Begrenzungauf 100 Stundenkilometer bewirkt einen signifikanten Rückgang der Emissionen
Heute (30. Mai) wurden am Sitz der Brennerautobahn in Trient die ersten Analyseergebnisse des europäischen Projektes BrennerLEC vorgestellt. Umweltlandesrat Richard Theiner zeigt sich mit den vorliegenden Ergebnissen äußerst zufrieden und von der Qualität und der Stoßrichtung des Projektes überzeugt. Die Datenauswertungen zeigen einen signifikanten Rückgang der Emissionen, bestätigt die Landesagentur für Umwelt

Mit dem Projekt BrennerLEC (Brenner Low Emission Corridor) wurde im September 2016 begonnen. Es muss bis zum April 2021 zum Abschluss gebracht werden. In diesem, im EU-Life Programm Co-finanzierten Projekt arbeiten die A22 Brennerautobahn AG (Koordinator), die Landesagenturen für Umwelt von Bozen und Trient, die Universität Trient, das CISMA und die IDM Südtirol/Alto Adige mit. Wichtigstes Ziel dieses Projektes, das auf einer Idee der Landesagentur für Umwelt in Bozen basiert, ist es, Maßnahmen zu entwickeln, um die gesundheits- und umweltschädlichen Emissionen und den CO2-Ausstoß durch den Verkehr auf der Brenner-Autobahn zu reduzieren. Damit will die Agentur die längs der Autobahnachse ansässige Bevölkerung besser vor schädlichen Emissionen schützen. Aus verkehrsorganisatorischer Sicht soll durch den Projektansatz auch die Staugefahr auf der Autobahn verringert und damit die Reisequalität und Sicherheit erhöht werden.

Die augenscheinlichsten Ergebnisse der nun abgeschlossenen ersten Projektphase beweisen, dass sich durch die Reduktion der Reisegeschwindigkeit auch die Stickstoffdioxid-Konzentration in den umliegenden Flächen verringert. In dieser ersten Projektphase wurden im Autobahnabschnitt Auer – Neumarkt bis zur Landesgrenze eine dynamische Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern eingeführt. Nach über 1200 Erhebungsstunden, in der eine Verringerung der durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit um 15 Stundenkilometern registriert wurde, verringerten sich die mittleren Stickstoffdioxid- Konzentrationen in den umliegenden Flächen um zehn Prozent. Dies ist ein Wert, der signifikant über den Erwartungen liegt.

“Das Ergebnis beweist die Güte der Projektidee”, betont Landesrat Theiner. Es ist auch offensichtlich, dass eine Reduktion der Geschwindigkeit auch eine Verminderung des Kraftstoffausstoßes und in der Folge der Autoabgase bedeutet. Hierfür muss nur das Kraftstoffverbrauchsmessgerät im eigenen Auto im Auge behalten werden. “Fahren wir mit 100 statt mit 130 Stundenkilometern, verbrauchen wir 30 Prozent weniger und die Stickoxydemissionen reduzieren sich um 25 Prozent“, führt Landesrat Theiner aus.

Bei konsequenter Einhaltung der angezeigten Geschwindigkeitsbegrenzung könnten die Auswirkungen noch positiver sein. Tatsächlich lag die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit bei eingeschalteter 100 Stundenkilometer- Geschwindigkeitsbegrenzung in der Pilotstrecke bei 110 Stundenkilometer.

“Es gilt nun, auf legislativer Ebene die Voraussetzungen zu schaffen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auch aus Gründen des Umweltschutzes und der Gesundheit vornehmen zu können”, unterstreicht Landesrat Theiner. Derzeit sind solche Tempolimits nur in Pilotversuchen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit zulässig. Dies ist auch ein zentrales Anliegen, das die Landesagentur für Umwelt am eigens eingerichteten und beim Ministerpräsidenten in Rom angesiedelten Experten-Tisch vorantreibt.

Dass es höchste Zeit ist, in dieser Sache Nägel mit Köpfen zu machen, zeigt auch das Urteil des Verwaltungsgerichts der Region Latium vom vergangenen April. Der Technische Tisch wird sich in den nächsten Tagen treffen. Es wird gehofft, dass diese Expertengruppe und das zuständige Ministerium für Transporte das Urteil zur Kenntnis nehmen und Beschlüsse in dessen Sinne erarbeiten. Innerhalb von 30 Tagen sind die Verantwortlichen gefordert, Maßnahmen zur Reduktion der Luftbelastung zu setzen. Bei dieser Sitzung in Rom werden auch die ersten Ergebnisse des Projektes vorgestellt.

Neben der Luftverschmutzung entlang der Autobahnachse kontrolliert die Landesverwaltung auch die Luftbelastung, die auf den Verkehr in den Städten zurückzuführen ist. In Kürze werden das Land und die Verwaltung der größeren Gemeinden die Strategie zur Stickstoffdioxid-Reduktion innerhalb des Jahres 2023 verabschieden. Diese beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen wie den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und eine Förderung der Rad- und der Elektromobilität sowie allgemein eine Bewusstseinsbildung im Hinblick auf einen nachhaltigen Lebensstil.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Langsamer bedeutet umweltschonender"


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Ralph
Ralph
Superredner
24 Tage 17 h

wer gar nicht fährt emittiert null.
wie wärs die touristenströme einzubremsen. das wäre ein vorteil für alle

zep
zep
Neuling
24 Tage 16 h

Wir brauchen noch mehr Touristen! unsere hoteliers fahren dafür einen neuen, umweltschonenden Tesla 😉

Rei
Rei
Neuling
24 Tage 16 h

So ein Schmarrn, wenn einer sich informiert wüsste er das hinten mehr raus kommt als sonst und zweitens dann macht auch die Autosteuer um den gleichen % satz günstiger , weil wir ja alle immer gleich fiel zahlen , auch wenn der Fahrverbot in den Stätten kommt .
Habt ihr keine anderen sorgen als nur zu verbieten und irgentwelche sachen zu suchen um Strafen auszustellen um die Kassen klingeln zu lassen. Politik ist für mich mittleweile das aller letzte was es auf diesem Planeten gibt !

kaisernero
kaisernero
Grünschnabel
24 Tage 14 h

guat gschrieben….!
Tempolimit af dr Autobohn……norr “”muass” sie obr a billigr wearn
nit ständig tuirer…….
konn jo it sein dass wenn i Garda fohr an zwanni (hin+retour)lous bin
do fohr i in Austria für dr hälfte 10 tog long Autobohn …….

Staenkerer
24 Tage 12 h

glabsch wirklich de gabn zu wenn des tempolimit nix bracht?
sem müaßatn jo dazua stien das de gonzn schwargezohltn expertn es geld nit wert sein!
und thema tourismus: erst werbung mit steuergelder, nor bettenaufstockung mit steuergeldbeiträge, und der, der de steuer zohlt werd schlußentlich gstroft mit tempolimit und ähnlichen schikanen weil de luft verpestet isch und de stroßn verstopft sein!

michaelp
michaelp
Grünschnabel
24 Tage 15 h

Solange täglich 10000e LKW und darunter sehr sehr viele osteuropäische Dreckschleudern über die Autobahn rasseln, ist diese Aktion doch nur eine Alibi-Verarsche und trifft wieder mal nur die Autofahrer. Vielleicht mal mehr LKW auf die Schiene bringen, dann verringern sich die Emissionen schlagartig um 50% ohne dass man dem Autofahrer ständig auf den Sack geht.

Staenkerer
24 Tage 12 h

du hosch lei nie de schönfärberei und de lobeshymnen über de BBT gheart auf den se olles setzn und de pralerei mit de poor stücklen wos bis jetz fertig sein?
bis der wirklich fertig isch, isch er schun wieder überholt und de leit long schun erkronkt!
de lkw und a viele autos ghearn jetz schun auf de schiene, nit erst in 25-30 johr!

werner66
werner66
Superredner
24 Tage 15 h

Damit man den Verkehr nicht reduzieren muss, tut man so als würde man etwas unternehmen.
Eine Geschwindigkeitsbegrenzung kann gar nichts bringen, weil die Autos nicht so gebaut sind, dass es etwas bringt.
Im übrigen Herr Theiner, auf der Brenner Autobahn gilt seit 20 Jahren Tempo 110.

Dublin
Dublin
Kinig
24 Tage 15 h

…auf der Brennerautobahn ist von Modena bis Bozen Süd Tempo 130, und von dort bis Brenner 110. Der Test 100er bei Neumarkt ist Augenauswischerei und wird wohl nie kontrolliert, wie man sieht…wenn also dort angeblich weniger Emissionen sein sollen, sind dafür andere Ursachen als Geschwindigkeit zu suchen… 😎

cooler Typ
cooler Typ
Tratscher
24 Tage 12 h

@Dublin
Unsere Politiker werden von allradgetriebenen Limosinen mit 300ps gefahren. Sehr umweltfreundlich und sinnvoll.
Ich würde keinen neuen Autos über 1500kg zulassen, dann würden sich auch die Abgase reduzieren

Bauchnoblwollwuzl
Bauchnoblwollwuzl
Grünschnabel
24 Tage 15 h

Ich glaube nur Statistiken die ich selber gefälscht habe!

Es gibt auch andere Erhebungen bzgl. Zusammenhang von Geschwindigkeitsbeschränkungen mit Umweltbelastung.
Diese kommen allerdings zum Ergebnis, dass solche Beschränkungen kaum 2% Verbesserung bringen. Allerdings wird bei Geschwindigkeits-Übertretungen durch die viel höheren Strafen mehr eingenommen.
Statt den Autos rollt der Rubel 💰💰💰💰

Lumberjack
Lumberjack
Grünschnabel
24 Tage 16 h

naja, dann ist man jetzt auf den Wiesenwegen nun doch schneller, als auf der Autobahn. Und zudem konn men mit di 50er Vespelen iatz ah af dr Autobahn fohrn. 🙈
Lei mear peinlich, insre Politiker…

m69
m69
Tratscher
24 Tage 16 h

ich schlage vor, allw Touristen die nach Südtirol zum Urlaub fahren dürfen demnächst mit dem Drahtesel anreisen. 
das wäre doch ein Anfang?

Tabernakel
24 Tage 15 h

Das ist ein gute Idee!!

anonymous
anonymous
Superredner
24 Tage 16 h

U diese altmodischen Maut gehört zu Alteisen, weniger Stau in Sterzing trägt auch zu Luft Verbesserung bei

bern
bern
Superredner
24 Tage 17 h

Am besten wäre Tempo Null.
Zugegebenermassen etwas radikal.
Aber wenigstens die Durchreisenden könnte man aussperren. Sollen die Waren und Personen doch mit dem Flieger oder mit dem Schiff zwischen I und dem Rest der EU transportiert werden.
Wenn Elektroautos dann trotzdem 200km/h fahren dürfen bin ich für ein Tempolimit von 45km/h auf der Autobahn für PKWs. LKWs natürlich weiterhin 80!

der echte Aaron
der echte Aaron
Tratscher
24 Tage 15 h

Also, wenn wir rückwärts fahren würden, würden wir sogar die Luft reinigen. Das ist meine unreale Studie. 🙄

So ist das
So ist das
Superredner
24 Tage 14 h

Statistiken kann man auslegen wie man es braucht, besonders im Wahljahr.

tim rossi
tim rossi
Grünschnabel
24 Tage 16 h

und zeit isch koam ressource, gell?? dai dai.

nok
nok
Tratscher
24 Tage 13 h

Die anderen einbremsen , dass der Flughafen Gas geben kann.

bon jour
bon jour
Superredner
24 Tage 11 h

das Vaterland macht es vor auf der Inntalautobahn.

also ist es sicher Ok

Willi
Willi
Tratscher
24 Tage 2 h

wenn tempo 100 aif der autobahn kimp fohr i lei mehr auf staatsstrassen

a weitere iniziative kannet sein das die bauern es spritzen von kosmetikmitteln für äpfelbäume einstelln (gift darf man jo net sogn)

Rei
Rei
Neuling
23 Tage 16 h

Ach ja fast vergessen zu sogen, bitte liebe Politicer, führt den Fohrverbot für BOZEN und Meran ab 1 Dezember schon durch , nicht erst ab Jänner wenn die Kassen voll sind von den Christkindelmärkten, oder geaz do dechtersch ament lei ums Geld ??

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