Studie

Leisten Absolventen von Eliteuniversitäten mehr?

Montag, 14. September 2020 | 10:08 Uhr

Bozen – „Bringen Studierende von Top-Universitäten die besseren Leistungen?“ So lautet die provokante Frage, die der Studie eines Forschungsteams mit Prof. Marjaana Gunkel von der unibz zugrunde liegt, die soeben in der Harvard Business Review veröffentlicht wurde. Dazu wurden die Datensätze von 28.339 Studierenden aus 294 Universitäten in 79 Ländern herangezogen. „Unsere Antwort lautet verkürzt – ja, Absolventiinnen und Absolventinnen von „besseren” Universitäten schneiden besser ab, aber nur um 1,9 Prozent“, resümiert Marjaana Gunkel, die an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Personalmanagement lehrt.

Personalverantwortliche stehen bei der Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten sehr oft vor der schwierigen Aufgabe, Berge von Curricula zu durchforsten. Dabei spielen – vor allem in großen Konzernen – Elite-Universitäten eine zentrale Rolle: „Daten von Payscale und dem US-Bildungsministerium belegen, dass Absolventinnen und Absolventen von Prestigeuniversitäten mit sehr viel höheren Gehältern ins Berufsleben starten“, umreißt Prof. Gunkel die Ausgangslage. „In Zahlen ausgedrückt erhalten Absolventinnen und Absolventen der zehn besten Universitäten in den USA ein um 47 Prozent höheres Gehalt als jene, die an weniger renommierten Universitäten studiert haben. Nach sechs Jahren im Berufsleben beträgt die Gehaltskluft bereits 109 Prozent. In unserer Studie wollten wir demnach eruieren, ob diese Absolventinnen und Absolventen auch wirklich ein Mehr an Leistung erbringen, also die besseren Mitarbeiter sind.“

Die Studie zeigt auf, dass Absolventinnen und Absolventen von Spitzenuniversitäten leistungsmäßig effektiv besser abschnitten als Absolventinnen und Absolventen von niedriger eingestuften Universitäten: Es ist eine Leistungssteigerung von 1,9 Prozent pro 1.000 Hochschulranking-Positionen bei 20.000 Universitäten weltweit zu erkennen. Mit anderen Worten: Es besteht ein Leistungsunterschied von 19 Prozent zwischen dem Absolventen einer Spitzenuniversität der Top Ten (#10) und jenem einer „durchschnittlichen” Universität (#10.000). Ein Grund hierfür findet sich bereits im Auswahlsystem: Höherrangige Universitäten können in der Regel aus einem größeren Pool an Bewerbern wählen, was zu einem stärkeren Wettbewerb und einer höheren Qualität der Erstsemester führt. Zudem beschäftigen Spitzenuniversitäten bessere Professorinnen und Professoren, bieten Zugang zu modern ausgestatteten Einrichtungen und ziehen bessere Gastreferentinnen und -referenten an ihren Campus.

Bildung beruht aber nicht nur auf Vorlesungen und Seminaren. Wenn man bemerkenswerte, hart arbeitende Professorinnen und Professoren mit Prominentenstatus hat und mit intelligenten, hoch motivierten und leistungsorientierten Kommilitonen studiert, wirkt sich dies positiv auf Motivation, Anstrengung und Arbeitsethik aus. „Unsere Studie ergab jedoch keinen Unterschied in diesen leistungsbezogenen Eigenschaften“, so Prof. Gunkel. „Absolventinnen und Absolventen von schlechter gerankten Universitäten zeigten ein gleiches Maß an Motivation und Arbeitsethik.“ Auffallend sei jedoch, dass Elite-Absolventinnen und -Absolventen weniger freundlich und konfliktanfälliger sind und sich weniger mit ihrem Team zu identifizieren.

In der Studie verwenden die Forscher die Ranking-Webometrik, in welcher die unibz auf Platz 976 (Bocconi 1003) weltweit und auf Platz 404 in Europa rangiert. Dieses Ranking liefert eine breite Liste internationaler Universitäten, ohne nach Größe zu differenzieren. „Wenn ich die Freie Universität Bozen analysiere, so kann man von unseren Studierenden annehmen, dass sie zwar nicht von einer Elite-Universität wie Harvard oder Oxford kommen, wohl aber von einer hoch gerankten Universität. Sie weisen sehr gute Leistungen auf und sollten daher attraktiv für Arbeitgeber sein. Als Universität müssen wir darauf achten, dass die Studierenden wichtige Aspekte des Arbeitslebens wie Teamarbeit, Kommunikation und Networking nicht außer Acht lassen.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Leisten Absolventen von Eliteuniversitäten mehr?"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Tratscher
14 Tage 14 h

Dass sie mehr können, steht ausser Zweifel; ob sie mehr leisten, das ist die Frage.

Neumi
Neumi
Kinig
14 Tage 12 h

… die im Artikel bereits beantwortet wurde. Mit keinem Wort wird auf die Fähigkeiten eingegangen, es wird wörtlich “Leistung” genannt. Ich denke, die Leute, die solche Studien durchführen, sind im Gegensatz zu uns Kommentarschreibern durchaus in der Lage, Leistung bewerten zu können.

genau
genau
Kinig
14 Tage 11 h

@Neumi

Nja wir reden hier von einer Lokalzeitung und einer Provinz-Uni😄
Dass die Veranwortlichen mehr als die Kommentarschreiben wissen bleibt dennoch zu hoffen🤔

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

@Neumi
Die Kommentarschreiber hier sind die Schlauesten weltweit!
Wenn du dich nicht dazuzählen willst, so sei es dir erlaubt 😉

nachgedacht
nachgedacht
Tratscher
14 Tage 3 h

@peter schlemihl
dass sie mehr wissen müssten… nicht dass sie mehr können…
die eliteabgänger müssen erst beweisen,daß sie mehr positiv vorwärts bringen, wie die analphabeten der vergangenen jahrhunderte… darauf kann man (n) u frau gespannt sein…bzw warten….

ehrlich2020
ehrlich2020
Grünschnabel
14 Tage 12 h

Wos i in do Firma so mitkriag sein ginau de hochstudiertn jene wos vor und hint is orbatn net gilernt hobn. Es fahlt die Praxis und do Hausverstond.
Logisch et ba olle, obo groaßtoals triffts leider zua.

Cri
Cri
Tratscher
14 Tage 7 h

Ehrlich..die Hochstudierten sind dazu da,ihr Wissen weiterzugeben und euch zu belehren😛

PuggaNagga
14 Tage 11 h

Diese 2% sind gar nichts und unterliegen der üblichen Schwankungen!
Nicht jeder kann sich eine Elite-Uni leisten. Wir reden teilweise von Gebühren im Wert eines Kompaktklasse-Wagens.
Leider haben oftmals sehr Intelligente und strebsame Schüler/Studenten nicht die nötigen Mittel um zu zeigen was in ihnen steckt! Ohne Geld geht halt nichts!
Viele haben Probleme den Lebensunterhalt zusammen zu raffen (Essen, Wohnung/Heim) wenn die Eltern nicht Erspartes haben. Oft müssen die jungen Erwachsenen ihre Eltern unterstützen.

genau
genau
Kinig
14 Tage 12 h

Elite-Unis woe die Uni Bz 😄😄😄😄

PuggaNagga
14 Tage 11 h

Na di sel keart sicher net dezua!
Ausser bei der Bezohlung von de Professoren und Dozenten, sem kannts gkeich auf liegen!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

Eliteinternate und Universitäten werden von “Eliten” besucht, deren Eltern sich die “elitären” Gebühren locker leisten können. Es kommt weniger auf die Noten der Schul- oder Studienabschlüsse, denn bestehen tut eh Jede/r, als auf die Verbindungen und Netzwerke an, die für die künftigen Wirtschafts- und/oder politischen Beziehungen geknüpft bzw. aufgebaut werden.

tkommenta
tkommenta
Neuling
14 Tage 8 h
Ich muss mich immer wundern, wieviel Geld in sinnlose Studien investiert werden. Das Auswahlverfahren am Anfang eines Studiums und auch das mehr oder weniger erfolgreiche Absolvieren eines Studiums auf einer “mittelmäßigen” oder “Elite”-Universität hängt nicht direkt mit der in der Arbeit dann effektiv erbrachten Leistung zusammen. Jetzt haben wir diese hart erarbeite Erkenntnis und was machen wir damit? Das Leben von Personalrekrutierer einfacher? Nein. Was nützt uns diese Information? Nichts. Kosten-Nutzen-Verhältnis gleich Null. Diese Leute werden für Studien bezahlt, die keinem was nutzen und bekommen Geld dafür. Schön für sie, wenn sie glauben etwas nützlich gemacht zu haben, ein Zeichen… Weiterlesen »
Parteikartl
Parteikartl
Tratscher
14 Tage 12 h

Mah tat i nit sogn, dei hobm die meistn es nötige Kleingeld, obo i kenn welche dei noch do “Bocconi” nit kupft sein…….

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
14 Tage 12 h

@ Peter….

können ja, leisten muss auch ein Wille dahinter stecken.

neidhassmissgunst
14 Tage 11 h

Der einzige Unterschied ist dass deren Eltern mehr Finanzüberweisungen leisten.

Mr.X
Mr.X
Tratscher
14 Tage 4 h

I glab absolut net, dass de mehr leisten. Mehr gscheid reden vielleicht. Leistung hot absolut nicht mit an Studium zu tian und Intelligenz a net. Man lernt zwor mehr, ober obs letztendlich eppes nutzt sig man erst in der Praxis. Es sein genua Fochidioten ummer de umschunscht studiert hom.

nachgedacht
nachgedacht
Tratscher
14 Tage 3 h

@Mr.X
umsuscht jo… obr nit gratis

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