Von: mk
Bozen – Longevity steht für ein möglichst langes, gesundes und aktives Leben. Und für einen neuen Wachstumsmarkt weltweit. Für Südtirol eröffnet dieser Megatrend doppelte Chancen: als zukunftsweisendes Thema im Tourismus sowie als innovatives Geschäftsfeld für Unternehmen. Mit einer eigenen Ausbildungsreihe für „Alpine Longevity Experts“ hat IDM Südtirol nun einen konkreten Impuls gesetzt, um regionale Betriebe fit für diesen Zukunftsmarkt zu machen und die Position des Landes als Region für alpine Gesundheit, holistische Prävention und Langlebigkeit weiter zu stärken.
Unter Longevity versteht man die gezielte Verlängerung der gesunden Lebensspanne bis ins hohe Alter. Dabei rückt Prävention zunehmend in den Vordergrund, unterstützt durch neue Technologien, personalisierte Angebote und wissenschaftliche Erkenntnisse. Longevity geht dabei weit über ein reines Gesundheitsthema hinaus; es entwickelt sich zu einem ganzheitlichen Systemansatz, bei dem Gesundheit in Wechselwirkung zu vielen verschiedenen Aspekten steht, wie Lebens- und Erholungsräumen, Ernährung oder Umwelt. Das wirtschaftliche Potenzial dieses neuen Zukunftstrends ist groß – getrieben durch demografischen Wandel und steigendes Gesundheitsbewusstsein. 2023 umfasste das Volumen des Longevity-Markts weltweit 6,3 Millionen Dollar, bis 2028 soll es auf 9 Billionen Dollar ansteigen.
„Durch die Kombination aus alpiner Natur, hoher Lebensqualität, regionalen Gesundheitsangeboten und hoher touristischer Kompetenz hat Südtirol bereits sehr gute Voraussetzungen, sich als Plattform für dieses Thema zu positionieren. Für die Südtiroler Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette – vom Fitness- und Präventionsanbieter bis hin zum Produzenten funktionaler Lebensmittel – eröffnen sich durch diesen Trend vielfältige Chancen“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM.
Bei der mehrteiligen Seminarreihe „Alpine Longevity Expert“ vermittelten internationale Fachleute fundiertes Wissen zu den wissenschaftlichen Grundlagen von Longevity genauso wie praxisnahe Ansätze, wie sich Prävention, Regeneration und Lebensstilfaktoren in innovative Geschäftsmodelle integrieren lassen. Darüber hinaus setzte das Programm gezielt auf Vernetzung: Akteur:innen aus unterschiedlichen Bereichen wurden zusammengebracht, um Synergien zu schaffen und neue, branchenübergreifende Konzepte zu entwickeln. „Ziel war es, die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, das Thema strategisch zu erschließen, in marktfähige Angebote zu übersetzen und sich so erfolgreich in diesem dynamisch wachsenden Markt zu positionieren“, so Gamper.
Auch im Tourismus entwickelt sich Longevity zu einem wichtigen Thema. Reisende suchen zunehmend nach Angeboten, die nicht nur Erholung bieten, sondern einen messbaren Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden leisten. „Longevity-Tourismus ist die konsequente Weiterentwicklung des klassischen Gesundheitstourismus – weg von kurzfristiger Regeneration, hin zu evidenzbasierter Prävention und nachhaltiger körperlicher und geistiger Gesundheit“, unterstreicht Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor von IDM. „Für Südtirol bedeutet dieser Schritt, dass zum einen die lokale Bevölkerung von den entstehenden Präventions- und Gesundheitsleistungen profitieren kann. Zum anderen bringt er touristisch gesehen eine klare Aufwertung der Wertschöpfung mit sich: höhere Zahlungsbereitschaft bei breiterer Verteilung, längere Aufenthaltsdauer, neue Zielgruppen und eine potenziell signifikante Entzerrung der Saisonalität. Südtirol entwickelt sich zum Lebensqualitäts-Ökosystem.“
Dass Südtirol für diese potenzielle Positionierung über außergewöhnliche Rahmenbedingungen verfügt, steht laut Töchterle außer Frage. Der alpine Naturraum als klimatherapeutische Ressource, die starke landwirtschaftliche Basis in Verbindung mit regionalen Ernährungssystemen, die medizinische Infrastruktur wie Kliniken und spezialisierte Gesundheitszentren sowie hochwertige Unterkunftsbetriebe und Bewegungsinfrastrukturen würden ein integriertes Fundament bilden. „Südtirol besitzt definitiv die Substanz für Longevity. In diesem Jahr legen wir die strategischen Weichen für die zukünftige Entwicklung. Ab Januar werden wir ein differenziertes Produkt- und Positionierungskonzept nahtlos in das Markenökosystem Südtirol integrieren“, sagt Töchterle.




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