Von: luk
Bozen – Die jüngst auf nationaler Ebene beschlossenen Maßnahmen zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) senden ein wichtiges Signal für das Handwerk. Auch aus Sicht des lvh (Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister) eröffnen sich dadurch neue Perspektiven für die Betriebe in Südtirol – vorausgesetzt, die vorgesehenen Instrumente werden zügig und praxisnah umgesetzt.
Die neue Gesetzgebung zielt insbesondere darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der KMU zu stärken, bürokratische Hürden abzubauen und den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. Gerade für das Handwerk, das stark von kleinstrukturierten Betrieben geprägt ist, sind dies zentrale Stellschrauben für Wachstum und Innovation.
„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft. Maßnahmen zur Entlastung bei Bürokratie und zur Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten sind daher ein Schritt in die richtige Richtung“, betont Martin Haller, Präsident des lvh. Gleichzeitig brauche es nun eine konsequente Umsetzung, damit die angekündigten Erleichterungen auch tatsächlich bei den Betrieben ankommen.
Besonders positiv bewertet der lvh die vorgesehenen Impulse für Kooperationen zwischen Unternehmen, etwa durch die Förderung von Netzwerken. Diese könnten es kleineren Betrieben erleichtern, gemeinsam Projekte umzusetzen, Innovationen voranzutreiben und neue Märkte zu erschließen. “ Im Südtiroler Handwerk bestehen bereits erfolgreiche Beispiele für solche Kooperationen, etwa die Konsortien ARO, A-Net, Arcfactory oder Workplus. Sie zeigen eindrucksvoll, wie übergewerkliche Zusammenarbeit effizient organisiert werden kann. Gerade für kleine Handwerksbetriebe sind solche Netzwerke ein entscheidender Hebel, um wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen“, erklärt Haller.
Auch neue Finanzierungsinstrumente – etwa durch eine bessere Nutzung von Lagerbeständen oder zukünftigen Forderungen – könnten die Liquidität vieler Betriebe verbessern. Ergänzend dazu sind Maßnahmen zur Stärkung von Garantiegemeinschaften und Konsortien vorgesehen, die den Zugang zu Krediten erleichtern sollen. „Ein erleichterter Zugang zu Finanzierungen ist für viele Betriebe essenziell. Die geplanten Instrumente können hier konkrete Entlastung bringen – vorausgesetzt, sie werden praxistauglich ausgestaltet“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Förderung des Generationenwechsels. Gezielte Anreize für die Beschäftigung junger Menschen sollen dazu beitragen, Know-how zu sichern und die Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu stärken. Der lvh ist überzeugt: Die Sicherung von Fachkräften und die erfolgreiche Übergabe von Betrieben sind zentrale Zukunftsthemen. Jede Maßnahme, die hier unterstützt, ist ein Gewinn für das gesamte Handwerk.
Trotz dieser positiven Ansätze weist lvh-Präsident Haller darauf hin, dass sich das Handwerk weiterhin in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld bewegt – geprägt von steigenden Kosten, Fachkräftemangel und globalen Unsicherheiten. Umso wichtiger sei es, die angekündigten Reformen rasch in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. „Die Richtung stimmt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Maßnahmen unbürokratisch und schnell umgesetzt werden. Nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten und den Betrieben echten Rückenwind geben. Ebenso wichtig ist, dass der Begriff ‚Handwerk‘ nicht verwässert wird, sondern klar jenen Unternehmen vorbehalten bleibt, die diese Leistungen auch tatsächlich selbst erbringen“, betont abschließend Martin Haller.




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