Bauernproteste in Deutschland erreichen am Montag neuen Höhepunkt

Mehrheit in Deutschland versteht Proteste der Bauern

Freitag, 12. Januar 2024 | 16:09 Uhr

Vor dem Höhepunkt ihrer Aktionswoche am Montag in Berlin können die deutschen Landwirte auf großen Rückhalt in der Bevölkerung bauen. 68 Prozent der Befragten haben Verständnis für die seit Tagen andauernden Aktionen, wie aus einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-“Politbarometer” hervorgeht. 30 Prozent gaben an, die Proteste gingen ihnen zu weit.

Für die große Kundgebung am Montag in Berlin kündigte sich auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) an. Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) distanziert sich von seiner Vorgängerin.

Die Mehrheit der Bevölkerung zeigt nicht nur Verständnis mit den Landwirten. In der am Freitag veröffentlichten Erhebung sprachen sich auch 52 Prozent der Befragten gegen jede Kürzung im Agrarbereich aus. Die Umfrage erfolgte in der Zeit vom 9. bis 11. Jänner bei 1.337 Personen.

Die Proteste der Landwirte richten sich gegen geplante Subventionskürzungen der Bundesregierung. Demnach soll die Steuerbegünstigung für Agrardiesel schrittweise abgeschafft werden. Dass die Regierungskoalition einen Teil ihrer Kürzungspläne zurückgenommen hat, reicht dem Deutschen Bauernverband nicht aus.

Özdemir verteidigte am Freitag die Pläne des Bundes. “Ich weiß natürlich, dass die Bauern sagen, das reicht nicht. Ich glaube aber, dass es gar nicht so sehr um den Agrardiesel nur geht”, sagte er im ZDF-“Morgenmagazin”. Das Problem sei, dass vorherige Regierungen viel versprochen und wenig gehalten hätten. “Der Karren ist so tief im Dreck, um mal bildlich zu sprechen, dass wir alle miteinander arbeiten sollten und jetzt nicht so sehr Parteipolitik machen sollten, wie es meine Vorgängerin vorher gemacht hat”, sagte Özdemir. Vor Özdemir war die CDU-Politikerin Julia Klöckner für das Agrarressort zuständig.

Auch am Freitag gingen in vielen Landesteilen Bauern auf die Straße, teilweise kam es zu Blockaden und Einschränkungen im Verkehr. 5.000 Protestierende mit rund 2.500 Traktoren und Landmaschinen fanden sich laut Polizei etwa in Nürnberg ein, um gegen die Steuerpläne des Bundes zu demonstrieren. “Diese Maßnahmen in Berlin müssen weg”, sagte CSU-Chef Markus Söder, der sich vor Ort mit der Bauernschaft solidarisierte. “Es reicht auch nicht, nur diese Maßnahmen wegzunehmen, es braucht eigentlich auch eine Entschuldigung von der Bundesregierung”, sagte Söder.

In dieselbe Kerbe schlug am Freitag auch Sahra Wagenknecht. Es sei “unverschämt, dass die eindrucksvolle Protestwoche der Bauern endet, ohne dass der Bundeskanzler seinen schweren Fehler korrigiert”.

Zum Höhepunkt der Aktionswoche werden am Montag Tausende Landwirte in der Hauptstadt erwartet. Rund 5.000 Traktoren und andere Landmaschinen sollen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Kundgebung am Brandenburger Tor unterwegs sein, wie das Polizeipräsidium in Potsdam mitteilte. Zu ihnen sprechen will auch Finanzminister Lindner. Am Rande der Veranstaltung wollen sich zudem die Spitzen der Ampel-Fraktionen mit den Bauernverbänden treffen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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26 Kommentare auf "Mehrheit in Deutschland versteht Proteste der Bauern"


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Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Wenn man mit 5000 Traktoren quer durchs Land nach Berlin fahren kann, ist der Diesel für die Bauern ganz offensichtlich wirklich zu billig.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 18 Tage

Gestern, Nachrichten, ne Bäuerin fragt was sie denn tun soll, sie stellt Milch und die Molkerei zahlt eben nicht genug. Frage, wozu bestreikt sie dann den Staat. Der ist nicht für Preise der Molkerei zuständig oder soll den Rest der Steuerzahler zahlen.
Zweiter Bauer, 250 Kühe, 80ha Acker… erklärt, die Streichung der Subvention kostet ihn 5000€ im Jahr. Dann sag ich peinhart:”Sperr zu den Laden” wenns an 5000€ hängt!

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage
Der Staat könnte allerdings in Gestalt des Kartellamtes in die Monopolstellung der wenigen großen Handelskonzerne, die mit ihrer Marktmacht die Preise diktieren und ein sehr großes Vielfaches seiner Einkaufpreise verdient, eingreifen. Und wenn Statisten ständig von den “gigantischen Gewinnen” der Landwirte reden, fallen darunter vor Allem die Gewinne der großen Agrarkonzerne, die nicht ökologisch produzieren, nicht nach Tierwohl arbeiten, mit ihrer Finanzkraft dafür sorgen, dan “normale” Bauern kein Land mehr pachten können. Bein Privatbauern dagegen geht der größte Teil des “Gewinns” für den Lebensunterhalt, er hat schließlich kein festes Arbeitsverhältnis mit festem Lohn, und Investitionen in die Zukunft drauf. Das… Weiterlesen »
sou ischs
sou ischs
Superredner
1 Monat 18 Tage

schwurbel nicht rum.
sonst ist für alles geld da…..sogar geld für den krieg……abee den normalen bürgern wird alles gestrichen

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

@info
Mit solchen DUMMY-Beiträgen machst du dich selber lächerlich.
Wie sollen die Bauern dann demonstrieren, indem sie zu Fuß in die Hauptstadt “pilgern”? So ein Beitrag ist der Gleiche wie ein Beispiel in der Coronazeit, als man Mundschutztücher gratis ausgegeben hat. Da waren die Hetzschreie:” Aber wenn man in den Geschäften zusammenkommt um die Tücher zu holen dann infizieren sich die Leute ja gegenseitig” – wirklich superdumme Hetzerei, kann heute noch lachen und kopfschütteln.

info
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Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

@neidhassmissgunst
Man kann auch ohne Traktor demonstrieren

Blasius
Blasius
Superredner
1 Monat 17 Tage
@Frank: Wer gegen die Bauern ist, muss ganz schön blöd sein, das versteht sich von selbst. Das Dumme ist in erster Linie, dass sie mit dieser Aktion der AfD in die Karten spielt, darum geht es. Unruhe und Unzufriedenheit sind das Lieblingswerkzeug der Despoten, das erleben wir doch schon die ganze Zeit hautnah? Hier hatte man den Eindruck, dass die Bauern da gerne mitgespielt habe, das ist das wahre Problem. Protestierende Bauern waren noch nie eins, aber in dieser brenzligen Situation, in der Stimmung gegen die Demokratie gemacht wird, schon. Ich bin inmitten von Bauern aufgewachsen und habe mit ihnen… Weiterlesen »
Blasius
Blasius
Superredner
1 Monat 18 Tage

Die deutsche Politik ist momentan wie eine Kuh: 
Grün kommt rein, braun kommt raus. 🤪

OrtlerNord
OrtlerNord
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Blas….
dummes Gelaber!
Die Probleme gibt es nicht erst seit 2 Jahre!
Viele Probleme sind schon von den Schwarzen unter den Teppich gekehrt worden.

Hustinettenbaer
1 Monat 18 Tage

@OrtlerNord
Ja, (Landwirtschaft-, Kohle-, Stahl-, Hotel-…)Subventionitis hat eine lange CDU-CSU-SPD-FDP-Tradition.
Deshalb gemach. Beim Zulangen in die Geldtöpfe seh ich leider keine Unterschiede.

Privatmeinung
Privatmeinung
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Bravo Bauern, wehrt euch gegen dieses kranke System.

Faktenchecker
1 Monat 15 Tage

Oha ein Aluhutträger hier…

Blasius
Blasius
Superredner
1 Monat 18 Tage

Es könnte aber auch passieren, dass das “Volk” auf Spaghetti und Maccaroni umsteigt. Ba.il.a würde sich freuen. 😉 Kein Bier etc. mehr? Kein Gewinn mehr. Wenn es um’s Geld geht, versteht das “Volk” nämlich auch keinen Spaß. Wetten? Die Bauern langen nämlich auch ganz schön hin, wenn es geht …. Wie jede Branche.

Oswi
Oswi
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

@blasius Ja genau, Spagetti und Maccaroni wachsen auf der Straße!

Hustinettenbaer
1 Monat 18 Tage

@Oswi
Klare Sache, wir bauen Spaghetti an. Auf den Straßen.
🙃

Blasius
Blasius
Superredner
1 Monat 18 Tage

@Oswi: Wir reden über Deutschland? Sie haben auch ihre Nudeln, aber wenn sie die nicht mehr selbst produzieren können, weil die Bauern streiken, kommen die Lastwagen voll mit Nudeln aus Bella Italia, Du verstehn? Sind ja eh schon viele unterwegs. I moan lei, entschuldige bitte meine Dummheit. 🤣

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

@Hustinettenbaer Auf vielen Straßen kein Problem …

Pasta Madre
Pasta Madre
Superredner
1 Monat 18 Tage

Ich steh auch hinter den Bauern, denn die ernähren uns.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

👍 Ich auch.

fingerzeig
fingerzeig
Superredner
1 Monat 18 Tage

die mehrheit der südtiroler kommentatoren-innen sind schon weit weg von ihrem ursprung-zukunft… fern ab der realität.

info
info
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Am weitesten entfernt von ihrem Ursprung und vor allem ohne Zukunft sind wohl unsere Plantagenbauern. Das ist die Realität.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

@fingerzeig 👍 Vor Allem, was geht es sie an? Das sind oft genug die Gleichen, die sich jede Meinungsäußerung von außen zu südtiroler Themen verbitten.

Pasta Madre
Pasta Madre
Superredner
1 Monat 17 Tage

@info
Stimmt, sie erzeugen nur um bis zum letzten Cent zu profitieren, ohne nachzudenkenken.
Und trotzdem auch von dort kommen unsere Lebensmittel her.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Schade dass Agro Col diretti nicht dabei ist und den Brenner Blockiert. 

info
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Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Kannst ja mal den Bauernbund fragen…

Hustinettenbaer
1 Monat 18 Tage
Civey-Umfragen sind mit Vorsicht zu genießen. “Anders als die Forschungsgruppe Wahlen, Infratest Dimap, das Institut für Demoskopie Allensbach oder Forsa erhebt Civey seine Daten nicht auch per Telefon, sondern mittels ei­nes Klicktools, das auf den Websites seiner Medienpartner oder über die eigene Homepage der Klickdemoskopen zu sehen ist. Während die eta­blierten Institute großen Wert auf me­thodisches Handwerk legen und sich um wirklich repräsentative Zufallsstichproben bemühen, kommen die Stichproben von Klickdemoskopen – wie nun im Fall Civey vom Landgericht Hamburg moniert – irgendwie zustande. Denn Nutzer werden nach dem sogenannten River-Sampling-Verfahren rekrutiert. Ähnlich wie ein Angler seine Rute aus­wirft, so fischen… Weiterlesen »
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