Von: mk
St. Lorenzen – Die Familie Knapp vom Auslugerhof in St. Lorenzen ist heute vom Südtiroler Bauernbund als „Direktvermarkter des Jahres 2026“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werden „Roter Hahn“-Direktvermarkter geehrt, die durch herausragende Produktqualität, Innovationskraft und besonderes Engagement für die bäuerliche Direktvermarktung überzeugen.
Bereits zum vierten Mal vergibt der Südtiroler Bauernbund die Auszeichnung „Direktvermarkter des Jahres“. Erstmals geht sie mit Joachim Knapp vom Auslugerhof in St. Lorenzen an einen Eierproduzenten.
Während früher Milchwirtschaft und Eierproduktion die beiden wirtschaftlichen Standbeine des Betriebs bildeten, konzentriert sich die Familie seit der Aufgabe der Milchwirtschaft im Jahr 2014 vollständig auf die Eierproduktion. Diese wurde kontinuierlich ausgebaut – von einst 75 Hühnern auf aktuell knapp 3.500.
Ausschlaggebend für die Verleihung der Auszeichnung sind die Qualität, die Kontinuität, die Professionalität, die Transparenz, die Innovationskraft und die Botschafterrolle, erinnerte Hannes Knollseisen von der Abteilung Marketing im Südtiroler Bauernbund. „Der Produktionsprozess ist professionell und transparent. Hygiene, Tierwohl, Stallungen sowie Produktions- und Lagerräume erfüllen alle Anforderungen.“ Die Hühner werden in Freilandhaltung gehalten und haben tagsüber uneingeschränkten Zugang ins Freie. Das Futter ist vollständig gentechnikfrei. Sandbäder, Schattenplätze, Scharrbereiche, ausreichend Nester und Sitzstangen sowie ein Wintergarten sorgen für artgerechte Bedingungen.
Auch das Erscheinungsbild des Hofes spielte bei der Bewertung eine Rolle. Der gepflegte Hof mit seiner bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte macht Landwirtschaft für Besucherinnen und Besucher erlebbar.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Innovationskraft der Familie Knapp. Für die Vermarktung wurden ein neues Logo und ein modernes Verpackungskonzept entwickelt. Herzstück des Betriebs ist der neue Hofladen in den historischen Gemäuern des Hofes. Neben Freilandeiern werden dort zahlreiche weitere Produkte aus eigener Erzeugung sowie von „Roter-Hahn“-Partnerbetrieben angeboten, darunter Fleischpakete, Speck, Kartoffeln, Nudeln aus hofeigenem Getreide, Dinkel- und Roggenmehl, Fruchtaufstriche und Sirupe. Der Laden ist als Selbstbedienungs-Hofladen konzipiert und täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Darüber hinaus werden die Eier über den Lebensmitteleinzelhandel, die Gastronomie sowie an Schulen, Kindergärten und Großküchen vermarktet.
Auch Nachhaltigkeit wird am Auslugerhof großgeschrieben. Kurze Transportwege, Photovoltaikanlagen auf den Dächern und ein elektrisch betriebenes Lieferfahrzeug tragen zu einer ressourcenschonenden Produktion bei.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement von Joachim Knapp, der den Hof 2018 übernommen hat. „Durch seine Präsenz in den sozialen Medien, Hofführungen und die Teilnahme an Veranstaltungen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit des Qualitätssiegels ‚Roter Hahn‘ und der bäuerlichen Direktvermarktung und gilt als Vorbild für viele Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter“, unterstrich Knollseisen.
Die erfolgreiche Direktvermarktung ermöglicht es der Familie, den Hof im Vollerwerb zu führen. Seit Kurzem bietet sie zudem Genussabende am Hof an. Serviert werden Gerichte aus hofeigenen Produkten und Zutaten von Betrieben aus der Umgebung. Das Konzept folgt dem Gedanken einer authentischen Farm-to-Table-Küche und macht regionale Lebensmittelproduktion unmittelbar erlebbar.
Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten möchten wissen, woher ihre Lebensmittel stammen. „Um weitere Bäuerinnen und Bauern für die Direktvermarktung zu gewinnen, hat der Südtiroler Bauernbund eine Direktvermarkter-Offensive ins Leben gerufen. Dazu gehören unter anderem die Direktvermarkter-Akademie sowie ein Beraterpool mit Expertinnen und Experten für sämtliche Bereiche der Direktvermarktung“, erinnerte Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser. „Mit der Auszeichnung würdigt der Südtiroler Bauernbund besonders erfolgreiche Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter und macht gleichzeitig auf die hohen Anforderungen dieser Vermarktungsform aufmerksam. Direktvermarktung vereint landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung, Lebensmitteltechnik, Verkauf, Vertrieb, Management und Marketing – und verlangt damit ein breites unternehmerisches Know-how.“
Lob für die Familie Knapp gab es u. a. vom Bürgermeister von St. Lorenzen, Martin Ausserdorfer, sowie Vertretern der IDM, des Tourismus und der Landwirtschaft. Sie hoben den Mut und den Einsatz der gesamten Familie hervor, ohne die die Direktvermarktung nicht möglich wäre, und unterstrichen, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus ist.




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