In manchen Talschaften wird die Verfügbarkeit zunehmend schwieriger

„Müssen die tierärztliche Versorgung erhalten“

Montag, 16. Januar 2023 | 10:30 Uhr

Tramin – egal, ob bei kranken Tieren, schwierigen Geburten oder bei der Besamung – Tierärzte sind für die viehhaltenden Betriebe in Südtirol von existentieller Bedeutung. In den nächsten Jahren werden gar einige Tierärzte in Pension gehen. Daher haben vor kurzem der Südtiroler Bauernbund und die Tierärztekammer Studierende der Veterinärmedizin zu einem Informationsaustausch in die Kellerei Tramin geladen.

sbb

Dabei ging es um den Erhalt der tierärztlichen Versorgung in der Peripherie, die Entwicklung der Tierhaltung in Südtirol und die vielfältige Arbeit als Großtierarzt.

Die tierärztliche Versorgung auch in entlegenen Gebieten zu sichern, ist eine der Herausforderungen des Südtiroler Bauernbundes und der Tierärztekammer Bozen zusammen mit dem landestierärztlichen Dienst, der Freien Universität Bozen und der Abteilung Landwirtschaft. Zwar ist in den allermeisten Gebieten immer ein Tierarzt zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Daneben gibt es aber Talschaften, wo die Verfügbarkeit zunehmend schwieriger wird. Hinzu kommt, dass aufgrund von Pensionierungen in den nächsten Jahren einige Tierärztinnen und Tierärzte wegfallen.

Bei einem Informationsaustausch in der Kellerei Tramin haben der SBB und die Tierärztekammer daher um die Studierenden an den veterinärmedizinischen Universitäten geworben. „Neben der zukünftigen Entwicklung der Tierhaltung in Südtirol bekamen die angehenden Tierärztinnen und Tierärzte einen Einblick in die sehr abwechslungsreiche Arbeit eines Großtierpraktikers auf Südtirols Bauernhöfen“, sagt Daniel Gasser, der Landesobmann-Stellvertreter des Südtiroler Bauernbundes. „Wir waren sehr erfreut über das große Interesse der angehenden Tierärztinnen und Tierärzte.“

Bei dem Treffen wurde ebenfalls klar, dass die angehenden Tierärztinnen und -ärzte Unterstützung beim Einstieg in den Beruf brauchen. „Es wird eine Webseite eingerichtet, wo Interessierte alle Informationen zur Zulassung, zum Berufseinstieg und einiges mehr klar und übersichtlich erhalten“, so Gasser. Weiters wird eine Ansprechperson für die jungen Veterinärinnen und Veterinäre angedacht. Ein weiterer Wunsch der Studierenden war die schnellere Zulassung zum Beruf. Auch soll der Berufseinstieg erleichtert werden. An die Politik erging der Appell, Tierärztinnen und Tierärzte finanziell zu unterstützen, die Universitätsabgänger einstellen. Auch die Zusammenarbeit unter den Tierärzten soll zukünftig verbessert werden.

„Wir hoffen, dass das Treffen mithilft, dass angehende Tierärztinnen und Tierärzte nach dem Studium nach Südtirol zurückkehren und sich für die Großtiere entscheiden, da sie auf den Höfen dringend gebraucht werden. Wir müssen die tierärztliche Versorgung erhalten“, äußert Gasser. Das Treffen in Tramin soll übrigens kein einmaliges Event bleiben. „Wir werden mit den jungen Studierenden in Kontakt bleiben und uns immer wieder austauschen“, verspricht Gasser.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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