Mobilitätsplan

Neuer Verkehrsplan für Meran: “Partizipation ist unerlässlich” 

Dienstag, 03. April 2018 | 16:10 Uhr

Meran – Heute haben Bürgermeister Paul Rösch und Mobilitätsstadträtin Madeleine Rohrer bei einer Pressekonferenz im Rathaus den Experten vorgestellt, der kürzlich die öffentliche Ausschreibung zur Erstellung des neuen städtischen Verkehrsplans gewonnen hat. Es handelt sich dabei um Ingenieur Stefano Ciurnelli, einen Fachmann in Sachen Nahverkehrsplanung, der bereits als Berater für die Landesregierung und die Stadtverwaltung Bozen aktiv war. “Wir werden unsere Arbeit nicht mit einem ideologischen Ansatz angehen, sondern gemeinsame Werte vertreten – mit besonderem Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung”, sagte Ciurnelli.”Der heute gültige Verkehrsplan wurde letztmals 2014 aktualisiert. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Situation des städtischen Verkehrs zu überprüfen und eine neue Vision der Mobilität zu verwirklichen. Eine Vision, die den FußgängerInnen, den RadfahrerInnen und den öffentlichen Transportmitteln Vorrang gibt und die negativen Folgen des motorisierten Privatverkehrs verringert. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Ingenieur Stefano Ciurnelli einen sehr kompetenten Fachmann gefunden haben, der nicht nur das notwendige Know How und ein hohes Engagement mitbringt, sondern auch ein starkes Bewusstsein für die Gesundheit der BürgerInnen”, sagte Bürgermeister Paul Rösch.

“Dieser Mobilitätsplan soll aufzeigen, wie wir – wissend, wie die Mobilität in Meran dann ausschaut, wenn die großen Infrastrukturen fertig sind – eine gesunde, kostensparende und bequeme Mobilität in Meran sofort organisieren können”, betonte Mobilitätsstadträtin Madeleine Rohrer.

“Bei der Erarbeitung des neuen Verkehsplans müssen alle Großprojekte berücksichtigt werden, welche in den nächsten Jahren in der Kurstadt verwirklicht werden sollen und die auf die Mobilität in Meran Auswirkungen haben werden: das zweite Baulos der Nordwestumfahrung, die Standseilbahn Meran-Schenna-Tirol, das Mobilitätszentrum beim Bahnhof, die Elektrifizierung der Bahnlinie Meran-Mals. Aber auch kleinere Vorhaben sind einzubeziehen, wie zum Beispiel die von der Bevölkerung beantragte Wiederinbetriebnahme des Bahnhofes in Sinich. Wir werden uns zuallererst ein genaues Bild der Ist-Situation des privaten und öffentlichen Verkehrs, der Parkplätze, der Rad- und Fußgängerwege verschaffen, um dann Lösungen für die Zukunft zu entwerfen, die sich mit der langfristigen Vision der Mobilität in Meran vereinbaren lassen.”

“Wir werden dabei auch der Aufforderung der Landesregierung an die Südtiroler Gemeinden Rechnung tragen müssen, die Stickstoffdioxid-Ausstöße zu verringern. Auch wenn dieses Thema meiner Meinung nach von den Medien etwas aufgeblasen wurde, geht es hier um etwas sehr Ernsthaftes: Luftverschmutzung ist ein subtiles und stilles Phänomen. Wir nehmen sie kaum wahr, doch sie beeinträchtigt die Gesundheit aller BürgerInnen, insbesondere der Kinder und der älteren Menschen. Die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen ist unsere oberste Bürgerpflicht”, meinte Ciurnelli.

Erster Entwurf des Plans soll bis Ende Mai vorliegen – “Die Miteinbeziehung und die Interaktion mit den Meraner BürgerInnen wird bei der Erarbeitung des Verkehrsplans eine wesentliche Rolle spielen. Wenn Maßnahmen, die zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens umgesetzt werden, vorher nicht öffentlich diskutiert und von den Beteiligten mitgetragen werden, werden diese eher als Einschränkung der persönlichen Freiheit wahrgenommen. Das wollen wir unbedingt vermeiden”, so Ciurnelli. Angesichts des großen Handlungsbedarfs im Mobilitätsbereich drückt man im Rathaus bei der Erarbeitung des Plans aufs Gaspedal. “Unser Zeitplan wird ein sehr knapper sein. Unser Ziel ist es, den ersten Entwurf des neuen städtischen Verkehrsplan Ende Mai zu präsentieren”, erklärte Ciurnelli. Bereits heute Abend (3. April) findet das erste Treffen mit den Stakeholdern, das heißt mit VertreterInnen der Stadtviertel, der Wirtschaft, der Tourismusbranche sowie der Umweltorganisationen statt.

Stefano Ciurnelli wurde 1962 in Mailand geboren und diplomierte 1991 an der Fakultät für Tiefbau, Abteilung Transportwesen der Universität La Sapienza in Rom. 1997 gründete er zusammen mit zwei Partnern die Gesellschaft TPS (Transport Planning Service srl), die darauf spezialisiert auf Fachdienstleistungen in den Bereichen Tiefbau, Verkehr-, Transportwesen und Logistik spezialisiert ist. An der Architektur-Fakultät in Venedig unterrichtete Ciurnelli von 1996 bis 2010 die Fächer “Verkehrs- und Transportinfrastrukturen” , “Planung von Transportsystemen” und “Methoden und Werkzeuge zur Planung von Transportsystemen”. Als Inhaber der TPS wurde er italienweit von privaten und öffentlichen Transportgesellschaften sowie von Regional-, Landes- und Gemeindeverwaltungen als Berater herangezogen. Er hat unter anderem die Abfassung des Südtiroler Mobilitätsplans koordiniert, die Vorstudie für die Umfahrung Bozen erstellt, den Mobilitätsplan für Bozen Süd sowie den Verkehrsplan der Gemeinde Leifers ausgearbeitet.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

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