Tourist verliert erst drei Finger einer Hand und dann ein Auge – VIDEO

Verstörend: „Ich wollte so feiern, wie man es nur in Neapel kann“

Freitag, 02. Januar 2026 | 08:09 Uhr

Von: ka

Neapel/Rom – Die süditalienische Metropole Neapel ist Schauplatz einer absurden und verstörenden Geschichte, die zeigt, welche Folgen die Sucht nach hemmungslosem Feiern in der Silvesternacht haben kann.

Ein 24-jähriger Tourist aus Rom zündete mitten auf der Straße Feuerwerkskörper und verlor dabei drei Finger einer Hand. Offensichtlich hatte er trotz dieser schweren Verletzung noch nicht genug vom Feiern. Nach seiner Entlassung aus der Notaufnahme zog es ihn mit seiner bandagierten Hand erneut in die Innenstadt, wo er von einem Feuerwerkskörper im Gesicht getroffen wurde. Diesmal erlitt er nicht „nur” schwere Verletzungen im Gesicht, sondern verlor auch ein Auge.

APA/APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Er hatte sich für Neapel entschieden, um dort Silvester zu verbringen – vermutlich, um den weltweit bekanntesten Nervenkitzel zu erleben. Eine Nacht ohne Grenzen zwischen hemmungslosen Feierlichkeiten und Feuerwerkskörpern, die die Straßen in ein Schlachtfeld verwandeln. Alle Abschreckungskampagnen, Appelle zur Vorsicht und Verordnungen zum Trotz. Nichts davon hatte den 24-jährigen A. B., der in der Ewigen Stadt wohnt, zum Umdenken bewegt, denn er war längst der Sucht nach einem „extremen Silvester” verfallen.

APA/APA (Archiv/dpa)/Ole Spata

„Ich wollte so feiern, wie man es nur in Neapel kann“, soll er den Sanitätern des Krankenhauses Vecchio Pellegrini im Herzen der Altstadt von Neapel erzählt haben, als er in dieser Silvesternacht zum ersten Mal eingeliefert wurde. Er war mit einer blutenden Hand in die Notaufnahme gekommen. Die Explosion eines großen Feuerwerkskörpers hatte ihm drei Finger weggerissen. Der junge Römer wurde behandelt, verbunden und wieder entlassen. Für das neapolitanische Krankenhauspersonal sind solche Fälle in der Silvesternacht leider „gewohnte Routine“, die sich jedes Jahr wiederholt – vor allem in den Stunden um Mitternacht.

ANSA/CESARE ABBATE

Zu diesem Zeitpunkt ahnten die Ärzte und Pflegekräfte jedoch noch nicht, dass sie A. B. in dieser Nacht noch ein zweites Mal antreffen würden. Sonst hätten sie ihn daran gehindert, das Krankenhaus wieder zu verlassen.

Tatsächlich hatte A. B. trotz seiner schweren Verletzung noch nicht genug vom Feiern. Der 24-Jährige und seine Freunde schienen nicht bereit zu sein, auf den krankhaften Wahn zu verzichten, die „härteste” Silvesternacht ihres Lebens in vollen Zügen zu genießen. Mit einer bandagierten Hand, an der nur noch zwei Finger waren, beschloss er, weiterhin Böller und Feuerwerkskörper zu zünden.

Beim zweiten Mal wurde ihm nicht ein Knallkörper, sondern vermutlich eine Feuerwerksbatterie, die auf dem Boden gestellt und mit einer Zündschnur angezündet wird, zum Verhängnis.

APA/APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich

Ob es sich um eine Fehlfunktion handelte oder der junge Mann erneut unvorsichtig war, ist unklar. Sicher ist nur, dass A. B. dieses Mal noch schwerere Verletzungen erlitt als beim ersten Mal. Ein Feuerwerkskörper schoss aus der Feuerwerksbatterie und traf ihn mitten ins Gesicht. Die Auswirkungen waren verheerend. Der römische Tourist wurde von den Rettungskräften nach der Erstversorgung erneut in die Notaufnahme desselben Krankenhauses gebracht.

APA/APA/dpa/Roland Weihrauch

Diesmal war er noch schlimmer zugerichtet als bei seinem letzten „Besuch” im Vecchio Pellegrini. Er hatte ein Auge aus der Augenhöhle gedrückt bekommen und mehrere schwere Verletzungen im Gesicht davongetragen. Er blieb bis zum Neujahrsmorgen im Krankenhaus. Als er entlassen wurde, brachten ihn seine Eltern zurück nach Rom. Inzwischen hatte er durch die Explosion der Rakete jedoch ein Auge verloren.

Angesichts dieses Desasters, das die verheerenden Folgen der Sucht nach einer hemmungslosen Silvesternacht zeigt, glauben immer mehr Italiener, dass aufwendige Aufklärungskampagnen und häufige Appelle zur Vorsicht zu wenig Wirkung zeigen. Nun gilt es laut diesen Stimmen endlich, die Verordnungen und Verbote, die wegen fehlender Kontrollen bisher allzu oft ein toter Buchstabe waren, konsequent durchzusetzen.

APA/APA/dpa/Caroline Seidel

Kommentare

Aktuell sind 15 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen