"Auf Forschung setzen"

Obst- und Gartenbau: Agrarlandesrat Schuler eröffnet Tagung

Mittwoch, 14. September 2016 | 14:14 Uhr

Bozen – “Wir stehen vor neuen Herausforderungen”, führte Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler aus, “dazu zählen neben der Globalisierung des Marktes auch die verstärkte Nachfrage nach Nachhaltigkeit, lokalen und regionalen Produkten sowie der Klimawandel”. Deshalb gelte es, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den Erfordernissen des Marktes nachzukommen, bei gleichzeitiger Beibehaltung eines nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen und der Ökosystemleistungen. Eine zeitgemäße Landwirtschaft ist auf die neuen Erkenntnisse der angewandten Forschung angewiesen: “Wir müssen”, unterstrich Landesrat Schuler, “auf Forschung und Forschungsnetzwerke setzen. Nur so wird es uns gelingen, die Landwirtschaft in eine positive Zukunft zu bringen.”

Professor Massimo Tagliavini von der Freien Universität Bozen ist Organisator dieser elfter wissenschaftlichen Tagung der Società di Ortoflorofrutticoltura SOI (Gesellschaft für Obst- und Gartenbau) in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg und der Stiftung Edmund Mach. Über ein Drittel der nahezu 200 Teilnehmer, stellte er erfreut fest, seien junge Wissenschaftler. Mit Professor Carlo Andreotti hat Professor Tagliavini seit über einem Jahr das umfangreiche Tagungsprogramm ausgearbeitet, das acht Workshops und eine Reihe von Vorträgen an der unibz vorsieht. Der Austausch, unterstrich SOI-Generaldirektorin Giovanna de Pascali in ihrer Begrüßung, sei für die Mitglieder von SOI von grundlegender Bedeutung.

Die Tagung, die noch bis Freitag (16. September) andauert, sieht neben der Verleihung von Preisen an junge Wissaenschaftler auch mehrere Exkursionen vor, unter anderem in das Versuchszentrum Laimburg und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die “Orchideenwelt” und eine Obstgenossenschaft.

Die Landwirtschaft in Südtirol fußt auf drei Säulen, legte Landesrat Schuler den Tagungsteilnehmern dar: Die Obstwirtschaft bildet dabei den bedeutendsten Sektor im Hinblick auf die Produktion; in Südtirol werden mehr als die Hälfte aller Äpfel in Italien und zehn Prozent aller Äpfel in Europa produziert. Die zweite Säule der Landwirtschaft in Südtirol ist die Viehwirtschaft, die Haupteinnahmequelle für Bergbauern. Die Milchkuhhaltung ist das Zentrum der Viehwirtschaft; 80 Prozent der 388.000 Kilogramm Milch werden in Südtirol veredelt zu Joghurt, Käse, Mozzarella, Butter. Diesem hohen Grad an Veredelung ist es zu verdanken, dass die Südtiroler Milchhöfe weiterhin einen hohen Milchpreis ausbezahlen konnten. Die Weinwirtschaft bildet die dritte Säule der Südtiroler Landwirtschaft. Die Weinberge erstrecken sich über eine Fläche von 5500 Hektar. Im Vorjahr umfasste die Weinlese 462.000 Dezitonnen, und 323.000 Hektoliter Wein wurden produziert. Der Umsatz dabei belief sich auf 200 Millionen Euro, von denen rund ein Fünftel auf den Export zurückgeht. Insgesamt werden im Lebensmittelbereich Produkte um einen Gesamtbetrag von über 1,3 Milliarden Euro exportiert. Der Lebensmittelsektor hat in den vergangenen Jahrzehnten, auch dank der politischen Maßnahmen zugunsten des ländlichen Bereichs, zur Schaffung und Beibehaltung von Arbeitsplätzen in der Peripherie beigetragen. Wichtig sind dafür auch die Ausbildung und die Beratung, die Genossenschaften sowie Forschung und Versuchswesen.

Das Programm der “XI Giornate Scientifiche SOI” vom 14. bis zum 16. September an der Freien Universität Bozen findet sich auf www.soihs2016.it

Von: sr

Bezirk: Bozen

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