Von: APA/dpa
Nach Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg haben die zuletzt stark gestiegenen Ölpreise deutlich nachgegeben. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni sackte zunächst rasant um rund 16 Prozent auf circa 92 US-Dollar (rund 79 Euro). Der Preis für europäisches Erdgas fiel indes um bis zu 20 Prozent ab, das bedeutet den größten Tagesverlust seit über zwei Jahren.
In der Früh stieg der Kurs von Brent, der Referenzsorte des weltweiten Ölmarkts, wieder etwas, lag aber mit 95,12 Dollar immer noch rund 13 Prozent unter dem Niveau vom Vortag. Der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel noch etwas stärker. Beide Ölsorten kosten trotz des Rückgangs aber immer noch rund ein Drittel mehr als vor Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschlägen auf Staaten in der Region Ende Februar.
An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zuletzt um 17 Prozent auf 44,13 Euro je Megawattstunde (MWh). Seit dem Beginn der Angriffe gegen den Iran vor mehr als fünf Wochen war der Gaspreis auf bis zu 74 Euro geklettert.
Die Ölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Iran und die USA hatten sich kurz vor Ende eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf die Waffenruhe geeinigt. Trump hatte mit heftigen Angriffen auf den Energiesektor des Iran gedroht, sollte es nicht bis Mittwoch um 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit zu einer Einigung und der Öffnung der Straße von Hormuz kommen. Kurz vor Ablauf der Frist verkündeten beide Seiten die Einigung auf die Feuerpause.
Die Meerenge ist für den globalen Öl- und Gashandel von enormer Bedeutung. Wegen des Krieges war die Straße von Hormuz vom Iran faktisch blockiert worden. Das ließ die Ölpreise dramatisch steigen. Dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi zufolge soll nun zwei Wochen lang die sichere Durchfahrt durch die Meerenge gewährleistet werden.
Zugleich stiegen die Börsenkurse in Ostasien. Der japanische Leitindex Nikkei-225 legte am Nachmittag (Ortszeit) um 5,4 Prozent zu. Der südkoreanische Kospi lag zum selben Zeitpunkt um 8,3 Prozent im Plus. Die Börse in Südkorea musste aufgrund der starken Kursbewegung sogar vorübergehend den Handel aussetzen, um die extreme Volatilität zu dämpfen. Der Hongkonger Hang Seng Index kletterte um 2,9 Prozent nach oben. Der in Shanghai gehandelte CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent. Der australische S&P ASX 200 beschloss den Handelstag mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent.




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