Ausgleich in der Zukunft

Sanitätsbetrieb: Abweichung von Proporz, um Dienste zu garantieren

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 18:12 Uhr

Bozen – Die Landesregierung hat den Südtiroler Sanitätsbetrieb gestern dazu ermächtigt, insgesamt 66,5 Stellen – die meisten von ihnen im Gesundheitsbezirk Bozen – in Abweichung des Sprachgruppenproporz zu besetzen. 40 Krankenpfleger, 20 Ärzte, zwei biomedizinische Labortechniker, zwei Verwaltungsinspektoren, ein medizinisch-technischer Assistent, ein Datenanalytiker und eine Teilzeitstelle für einen Physiker können demnach mit Bewerbern besetzt werden, die nicht der deutschen Sprachgruppe angehören, sondern der italienischen.

“Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die Patienten. Unser wichtigstes Anliegen ist es, dass sie alle bestmöglich versorgt werden. Das können wir allerdings nur dann sicherstellen, wenn alle Abteilungen genügend Personal haben. Fakt ist aber, dass wir in Südtirol derzeit nicht ausreichend deutschsprachiges Personal finden, die Ranglisten sind erschöpft”, erklärt Gesundheitslandesrätin Martha Stocker. Diesem Mangel versuche man zwar mit Kampagnen – etwa für den Pflegeberuf – entgegenzuwirken, die Krankenhausabteilungen könnten aber nicht auf die Absolventen künftiger Jahrgänge warten, sondern müssten ihre Leistungen jetzt sichern. Um dies zu gewährleisten, habe man auch durch den neuen Kollektivvertrag besondere Anreize für Jungärzte geschaffen.

“Es ist selbstverständlich auch Teil unserer Entscheidung, diese Abweichungen bei neuen Aufnahmen in Zukunft auszugleichen”, betont die Landesrätin. Viele der Bewerber hätten darüber hinaus auch bisher schon im Südtiroler Sanitätsbetrieb gearbeitet, allerdings mit Werkverträgen. “Es geht also auch darum, wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der personell ohnehin schon angespannten Lage nicht zu verlieren”, so Stocker.

Stocker weist zudem darauf hin, dass diejenigen, die jetzt unbefristet aufgenommen werden, den entsprechenden Zweisprachigkeitsnachweis vorweisen müssen. Alle anderen werden nur befristet aufgenommen. “Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen mit ihrem Arbeitsvertrag die Verpflichtung ein, ihre Sprachkompetenzen innerhalb von drei Jahren zu verbessern und die entsprechende Prüfung abzulegen”, sagt die Landesrätin.

Mit dieser Maßnahme kommt die Landesregierung mehreren Ersuchen nach, die der Südtiroler Sanitätsbetrieb in den vergangenen Monaten gestellt hat, um dringend notwendige Gesundheitsleistungen garantieren zu können.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Sanitätsbetrieb: Abweichung von Proporz, um Dienste zu garantieren"


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wouxune
wouxune
Tratscher
19 Tage 23 h

Das i et loch!!! Im Mittelpunkt stehn die Patienten!!😂😂😂 Wos wor noar die lescht 5 Johr???? Abteilungsschliessungen,Personalabbau,Einsparungen usw. Und itz vor die Wohl will mir oando sogn do Patient steht im Mittelpunkt😂😂😂😂

Angel
Angel
Grünschnabel
19 Tage 23 h

Liebe Frau Stocker an was liegt es, dass die deutschsprachigen Ärtzte ins Ausland gehen um zu arbeiten. Ich würde das Problem mal beim Kopf angehen.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
19 Tage 9 h

… und wier würdest du das kurzfristig angehen? Also so, dass in absehbarer Zeit eine Besserung eintritt?

erika.o
erika.o
Superredner
19 Tage 23 h

die Abweichung vom Proporz ist wohl eher ein Versuch EURE,
der derzeitigen Landesregierung !!! schwerwiegenden Fehler einigermassen aus zu bügeln und nicht um Dienste zu garantieren die für den einfachen Südtiroler schon längst nicht garantiert sind !!!!

Markus.Bergmeister
Markus.Bergmeister
Grünschnabel
19 Tage 22 h

Alles was die Stocker in die Hand nimmt, wird zu Sch*****
Die paar Anreize werden auch nicht helfen, um ausreichend Jungärzte wieder nach Südtirol zurück zu holen. Vielleicht sollte man mal an den Hürden arbeiten, die der italienische Staat den Auslandsstudenten vor die Beine wirft.
Sch**** steht natürlich für Schoki 😉

madai
madai
Grünschnabel
19 Tage 22 h

Tja Frau Stocker, was heisst verbessern, das ist relativ und 3 Jahre ist eine lange Zeit, wieso nicht innerhalb 6 Monate oder sind diese Ma nicht fähig genug??

m69
m69
Universalgelehrter
19 Tage 22 h

Dies wäre das Anfang vom Ende!
Als Übergangslösung wäre aber es sinnvoll.

PS. Diese Menschen können ja deutsch lernen und sobald sie diese Sprache beherrschen sich als deutschsprachigen Italiener erklären.
😄

nixischfix
nixischfix
Tratscher
19 Tage 19 h

kenne genügend junge Menschen die nach Innsbruck gingen um dort den Beruf des Krankenpflegers zu erlernen. Hierzulande wird ein Oberschulabschluss vorausgeschickt um dann noch drei Jahre an der Claudiana im selben Beruf einsteigen zu können. Fr. Stocker ich stelle mir die Frage: warum haben Sie wohl einen Personalmangel beim Pflegerberuf? Dieses Ei haben Sie sich selber gelegt, denn an der Uni Klinik Innsbruck sind die Südtiroler sehr beliebt und sicher nicht die schlechteren Krankenpfleger als hierzulande mit Oberschule…

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
19 Tage 21 h

blanker Verrat

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
19 Tage 20 h

wo bleibt die groaße qualität , ai
ußer burokratie hobn se nicht derrichtet .es pflegepersonal hobn se verschreckt, sehr viele sein ausgewondert .in der schweiz sein die südtiroler gsuacht ,de kenn deisch und wallisch

traktor
traktor
Universalgelehrter
19 Tage 20 h

so eine tollpatschige aussage…

traktor
traktor
Universalgelehrter
19 Tage 20 h

so eine tollpatschige aussage…

Rechner
Rechner
Tratscher
19 Tage 18 h
Das Problem ist nicht dass wir wenig Ärzte haben sondern dass wir zuviele brauchen. In Deutschland hab es 1990 237.000 Ärzte bei 78 Millionen Einwohnern. Heute gibt es 390.000 Ärzte bei 82 Millionen Einwohnern und es langt hinten und vorne nicht. Und die Demografie arbeitet gegen uns. Es wird in Zukunft noch weniger Ärzte geben bei mehr alten Menschen. Wir haben im schnitt 64 gesunde Lebensjahre und werden weit über 80. Da könnt ihr euch ausrechnen wieviel Resourcen chronische Krankheiten kosten. Es wird auch in Zukunft so sein dass die guten Ärzte aus dem Süden in den Norden gelockt werden.… Weiterlesen »
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