Landwirtschaft durch bewusste Kaufentscheidungen stärken

SBB zum Weltbauerntag: „Lebensmittelversorgung nicht selbstverständlich“

Sonntag, 31. Mai 2026 | 17:39 Uhr

Von: lup

Bozen – Zum Weltbauerntag (1. Juni) erinnert der Südtiroler Bauernbund an die wichtige Arbeit der bäuerlichen Familienbetriebe. Die sichere Versorgung mit Lebensmitteln zählt neben der Landschaftspflege und dem Erhalt des ländlichen Raumes zu den bedeutendsten Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft.

Die UNESCO nutzt diesen Tag, der seit 2002 international als Aktionstag anerkannt ist, um die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft weltweit ins Bewusstsein zu rücken. „Millionen von Bäuerinnen und Bauern sorgen tagtäglich für das, was für uns alle am wichtigsten ist: sichere und gesunde Lebensmittel“, betont Bauernbundobmann Daniel Gasser.

Das sei keine Selbstverständlichkeit, denn die Herausforderungen für die Lebensmittelproduktion würden stetig zunehmen. „Durch Bodenversiegelung und Erosion geht immer mehr wertvolles Kulturland verloren. Gleichzeitig steigt die Weltbevölkerung und damit die Nachfrage. Auf immer weniger Fläche muss für immer mehr Menschen produziert werden“, so Gasser. Hinzu kommen steigende Anforderungen in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz und Tierwohl.“ Eine Herausforderung ist auch die Klimaveränderung: „Es kommen immer neue Schädlinge und Krankheiten, während gleichzeitig die Wirkstoffe für einen effizienten Pflanzenschutz weniger werden.“

Und dann sind da noch die Betriebsschließungen. „Weltweit geht die Zahl der Betriebe zurück. In Südtirol ist der Strukturwandel deutlich weniger stark – auch dank des Weitblicks vieler Akteure.“ Die Chancen für die heimischen Betriebe seien heute so groß wie noch nie. „Unser Ziel ist es, nachhaltig und effizient Lebensmittel zu erzeugen, die höchsten Qualitätsansprüchen genügen – und das zu Preisen, die für alle leistbar bleiben und den Bäuerinnen und Bauern ein gutes Wirtschaften ermöglichen. Das ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit”, erklärt Gasser.

Doch die Landwirtschaft leistet weit mehr: Sie prägt und erhält die Kulturlandschaft. „Eine flächendeckende Bewirtschaftung ist der Schlüssel zum Erhalt dieser Landschaft“, sagt Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. „Wenn Höfe aufgegeben werden und Wiesen brachliegen, verstrauchen und verwalden sie – was weder für Einheimische noch für Gäste wünschenswert ist.“ Eine gepflegte Landschaft in allen Höhenlagen bietet zudem Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und fördert die Biodiversität. „Nur durch die regelmäßige Bewirtschaftung bleibt diese Vielfalt erhalten.“

Darüber hinaus engagieren sich Bäuerinnen und Bauern zunehmend in der Produktion erneuerbarer Energien und liefern mit Holz den wohl nachhaltigsten Rohstoff überhaupt. „Mit Biomasse, Biogas und Photovoltaik leisten landwirtschaftliche Betriebe einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Rinner. Auch Agri-Photovoltaik auf klar definierten Flächen könne künftig eine Rolle spielen, um die ambitionierten Klimaziele des Landes zu erreichen.

Nicht zuletzt bewahren landwirtschaftliche Familienbetriebe auch regionale Traditionen und lebendiges Brauchtum – ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft. Typische Elemente der bäuerlichen Baukultur wie Speltenzäune, Trockenmauern, traditionelle Bauernhöfe oder Hofkapellen sind bedeutende Zeugnisse unseres heimischen Kulturerbes.
Mit Initiativen wie „Dein Südtiroler Bauer“ und der Qualitätsmarke „Roter Hahn“ bringt der Südtiroler Bauernbund der Bevölkerung die heimische Landwirtschaft näher und zeigt auf, welch wertvolle Arbeit tagtäglich auf den Höfen geleistet wird.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen – in Südtirol wie weltweit – braucht die Landwirtschaft gute Rahmenbedingungen. Bauernbund-Landesobmann Gasser ist überzeugt: „Auch die Gesellschaft kann einen wichtigen Beitrag leisten – durch bewusste Kaufentscheidungen. Wer heimische Produkte kauft, unterstützt unsere Bauern direkt, erhält regionale Wertschöpfung und zeigt echte Wertschätzung für deren Arbeit.“

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen