Brain-Computer-Interface zur Rehabilitation der oberen Extremitäten

Schlaganfall: Neue Reha-Therapie in Sterzing

Mittwoch, 11. Januar 2023 | 17:51 Uhr

Sterzing – An der Abteilung Neurorehabilitation im Krankenhaus Sterzing läuft zurzeit ein außergewöhnliches Projekt. Das Ziel: Schlaganfallpatienten mit Hilfe der Brain-Computer-Interface-Technik wieder Bewegungen beibringen.

Das für Südtirol einzigartige Projekt an der Abteilung Neurorehabilitation des Krankenhauses Sterzing nennt sich „Studie zur funktionellen Elektrostimulation mit Unterstützung durch ein Brain-Computer Interface zur Rehabilitation der oberen Gliedmaßen von chronischen Schlaganfallpatienten“.

Ziel der Brain-Computer-Interface-Technik (BCI) in der motorischen Neurorehabilitation ist es, in den elektrischen Hirnaktivitätssignalen (EEG) der Schlaganfallpatienten die Absicht zu „lesen“, den gelähmten Arm bewegen zu wollen und diese gedachte Bewegung von robotischen Hilfsmitteln ausführen zu lassen. Diese Technik, die nur in wenigen Zentren weltweit zur Verfügung steht, kann – wenn wiederholt appliziert – nachweislich Neuroplastizität und die klinische Genesung fördern.

Ziel ist es, neue neurale Schaltkreise im Gehirn der Betroffenen zu aktivieren, welche die durch das zerstörte Hirngewebe verlorenen Funktionen teilweise übernehmen können.

Die klinische Studie wird in Zusammenarbeit mit Ingenieuren der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL, Schweiz) sowie der University of Essex (Großbritannien) durchgeführt.

Im Rahmen des Projekts werden über einen Zeitraum von drei Wochen täglich Patienten mit der Brain-Computer-Interface-Technologie in stationärer Behandlung im Krankenhaus Sterzing behandelt.

Interessierte Patientinnen und Patienten mit Lähmungen der oberen Extremitäten nach einem Schlaganfall können sich an die Studienleiterin wenden, um möglicherweise in die klinische Studie aufgenommen zu werden.

Von: luk

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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7 Kommentare auf "Schlaganfall: Neue Reha-Therapie in Sterzing"


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letzwetto
letzwetto
Tratscher
22 Tage 20 h

Wofür ist in st. Georgen die goldklinik?

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
22 Tage 8 h

Damit weiterhin fleißig Betten im öffentlichen Sanitätswesen abgebaut werden können, damit Pflegefälle, die man zu Hause nicht mehr in der Lage ist, zu versorgen und auch keinen Heimplatz bekommen, dort vorübergehend “geparkt” werden und jemand an der ganzen Geschichte recht gut verdient.

N. G.
N. G.
Kinig
22 Tage 21 h

Tolle Geschichte! Vorab , ich bin für Wissenschaft, ganz besonders auch im Bereich Gesundheit aber, jetzt kommt das grosse ABER. Jedem muss klar sein wie teuer so etwas ist. Man kann nicht alles verlangen aber im Nachhinein erklären die Sanität wäre zu teuer. Top Ausrüstung, auf dem neuesten Stand der Technik ist nun mal kostspielig. Wenn wir sie wollen, dann müssen wir sie auch bezahlen!

thomas
thomas
Kinig
22 Tage 21 h

wenn’s hilft, warum nicht

ebbi
ebbi
Universalgelehrter
22 Tage 20 h

Science wins 👍❤️

Magomerlino
Magomerlino
Grünschnabel
22 Tage 9 h

Sicher ein tolles, sehr teures Gerät. Was aber hilfts wenn man im reichen Südtirol so gut wie keinen Rehabilitation-Platz bekommt bzw Wochen darauf warten muss??? Die Reha Plätze un Südtirol wurden drastisch reduziert. Da helfen dann die besten Maschinen nichts.

N. G.
N. G.
Kinig
22 Tage 7 h

Mehr Geräte anschaffen!? Das wollte ich mit meinem Kommentar eigentlich sagen. Es ist extrem teuer und dann kann man abwägen ob man Wartezeit in Kauf nimmt oder für schnelle und jederzeit verfügbare Behandlung bezahlt. Das will eben niemand.
Wenn ich mit ein teures Auto kaufe, weiss ich doch auch, dass es mich im Unterhalt viel kosten wird. Dann brauch ich nicht jammern, oder? Genau das tun die Südtiroler bei der Sanität!

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