Enorme Hebelwirkung

Seilbahnen in Südtirol treiben Tourismus auf Milliardenhöhe an

Dienstag, 31. März 2026 | 11:17 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Seilbahnwirtschaft in Südtirol erweist sich weiterhin als zentraler Motor des Wintertourismus: In der Saison 2023/24 wurden laut offiziellen Angaben rund 2,7 Milliarden Euro an touristischer Wertschöpfung generiert.

Diese Zahlen präsentierte Helmut Sartori, Präsident des Verbandes der Seilbahnunternehmer Südtirols, im Rahmen der 15. Fachtagung der Branche. Demnach flossen allein 280 Millionen Euro an Steuereinnahmen in den Haushalt der Autonomen Provinz Bozen.

Sartori betonte die starke wirtschaftliche Hebelwirkung der Aufstiegsanlagen: „Jede Million Euro Einnahmen bei den Seilbahnen führt zu einer lokalen touristischen Nachfrage von 5,63 Millionen Euro und zu einem Gesamtumsatz von 9,36 Millionen Euro.“ Zudem trage dies mit 4,53 Millionen Euro zur lokalen Wertschöpfung bei.

Im Vergleich dazu lag die touristische Gesamtleistung in anderen italienischen Alpenregionen bei rund 882 Millionen Euro – deutlich weniger als in Südtirol.

Auch die Investitionen bleiben hoch: Im Jahr 2023 wurden in Südtirol 161 Millionen Euro in neue Technologien gesteckt, insbesondere in nachhaltige und energieeffiziente Lösungen. Laut Sartori verursacht die technische Beschneiung pro Skitag und Skifahrer lediglich rund 150 Gramm CO₂. Das ist etwa so viel wie eine Autofahrt von einem Kilometer mit einem Dieselauto.

Die gesamte Euregio, bestehend aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, deckt rund 60 Prozent des Wintertourismusmarktes in den Alpen ab.

Die aktuellen Tourismuszahlen zeigen weiterhin nach oben: Im Dezember wurden in Südtirol 780.665 Ankünfte registriert, ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Übernachtungen stiegen um 7,5 Prozent auf über 2,9 Millionen. Auch im Januar meldete das ASTAT steigende Zahlen: 733.038 Ankünfte und mehr als 3,4 Millionen Übernachtungen – jeweils ein Zuwachs von 1,6 Prozent.

Die Gästestruktur wird zunehmend internationaler, wobei italienische (37 Prozent) und deutsche Urlauber (32 Prozent) weiterhin die größten Gruppen stellen.

Mit Blick auf den Klimawandel räumte Sartori ein, dass Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle spiele. Zwar verursache auch der Wintertourismus CO₂-Emissionen, doch lediglich sechs Prozent davon seien direkt auf den Betrieb der Skigebiete zurückzuführen.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 12 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen