Umfang des Großprojekts unverändert - Fertigstellung 2025

Signa – Bozner WaltherPark bleibt mit Schoeller im Zeitplan

Freitag, 03. Mai 2024 | 12:35 Uhr

Von: apa

Nachdem bekanntgeworden war, dass die deutsche Industriellenfamilie Schoeller drei Projekte der insolventen Signa Prime in Italien übernimmt, darunter das Multifunktionszentrum WaltherPark in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen, hielt Konzernchef Christoph Schoeller am Freitag ebendort ein Pressegespräch ab. Dabei wurde betont, dass sich “definitiv nichts” an Umfang und vor allem Zeitplan des Projekts ändern werde.

Der WaltherPark werde, wie avisiert, im Frühjahr 2025 eröffnet werden, hieß es bei dem Pressegespräch samt Lokalaugenschein direkt auf der Baustelle. Schoeller, dessen Schoeller Group in Pullach bei München ansässig ist, gab seiner Freude Ausdruck, an dem Projekt mitzuarbeiten. Er kenne Südtirol gut und sei mehrfach zu Besuch gewesen.

Er arbeite auch schon lange mit Heinz Peter Hager, Präsident der WaltherPark AG und aller weiteren Signa-Gesellschaften in Italien, zusammen. Das Vertrauen in Hager und sein Team sei gegeben. Hager verwies indes auf den Umstand, dass inzwischen alle involvierten Gremien den Vertrag gutgeheißen hätten. Er meinte “auch ohne Einstieg hätten wir es geschafft. Mit dem neuen Investor kann jedoch mit mehr Nachdruck weitergebaut werden”. Hager hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, dass die Waltherpark AG von der insolventen Muttergesellschaft Signa Prime des Tiroler Immobilieninvestors René Benko unabhängig sei.

Beim WaltherPark in Bozen handelt es sich um ein Stadtprojekt, bei dem neben einem Einkaufszentrum als Kernstück, einem Hotel, einem Medical Center auf je 11.000 Quadratmetern auch Büros und Wohnungen entstehen. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf rund eine halbe Mrd. Euro.

Neben dem WaltherPark übernimmt Schoeller auch das Unternehmen Viva Virgolo GmbH sowie das Luxushotel Bauer in Venedig. Beim Projekt Viva Virgolo geht es um den Erwerb und die Erschließung des Bozner Hausbergs bzw. der Naherholungszone Virgl mit einer Seilbahn. Er habe verstanden, dass es sich dabei um einen “Sehnsuchtsplatz” handle. Man werde nun nachdenken und sich in der zweiten Jahreshälfte intensiv damit befassen, erklärte Schoeller am Freitag dazu nach Gesprächen.

Das historische Hotel Bauer in Venedig am Canal Grande gehört erst seit 2020 zum Portfolio von Signa und wird seit November 2022 grundlegend saniert. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten soll es unter Führung von Rosewood neu eröffnet werden.

Mitte März waren die Schoellers noch mit einem anderen Angebot abgeblitzt. Sie wollten ursprünglich die Immobilien aus der Prime Assets GmbH erwerben, die Sanierungsverwalter Norbert Abel im Paket zum Verkauf gestellt hatte. Der Gläubigerausschuss der insolventen Signa Prime hatte damals dem Verkauf des Immobilienpakets bestehend aus “Goldenes Quartier”, Hotel Park Hyatt Vienna und Verfassungsgerichtshofgebäude in Wien sowie Kaufhaus Tyrol in Innsbruck an die deutschen Industriellen nicht zugestimmt.

Vergangene Woche genehmigte die Sanierungsverwaltung der Signa Prime die aktuelle Transaktion und auch der Gläubigerausschuss stimmte zu. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen soll der Verkauf in wenigen Monaten abgeschlossen sein.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Signa – Bozner WaltherPark bleibt mit Schoeller im Zeitplan"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Faktenchecker
25 Tage 34 Min

Und schon wieder wird kräftig Sand gestreut.

“Abwicklung der Signa könnte sich nun um Monate verzögern
Republik erhebt Rechtsmittel gegen Signa-Sanierungsplan

Mittwoch, 01. Mai 2024 | 13:05 Uhr”
https://www.suedtirolnews.it/wirtschaft/republik-erhebt-rechtsmittel-gegen-signa-sanierungsplan

“”Das Konkursverfahren könnte einige Jahre dauern, also außergewöhnlich
lange”, sagte Masseverwalter Andreas Grabenweger im Interview mit den
“Oberösterreichischen Nachrichten” (OÖN).”

https://www.puls24.at/news/wirtschaft/rene-benko-konkursverfahren-koennte-einige-jahre-dauern/327292

Chrys
Chrys
Universalgelehrter
24 Tage 23 h

In Bozen ist das Problem sicherlich nicht die Finanzierbarkeit und auch nicht das Interesse an Käufern. Das Problem ist die gesamte Situation und wahrscheinlich sind all die Techniker/Freiberufler/Rechtsanwälte/Masseverwalter an einer hohen Konkursmasse interessiert denn alle Leben von einem anteilmäßigen Lohn der Gesamtmasse und je länger ein Verfahren dauert desto höher steigen die Rechnungen.

wpDiscuz