Von: APA/dpa-AFX/Reuters
Der mit Spannung erwartete Börsenstart von SK Hynix an der US-Technologiebörse Nasdaq ist glänzend gelungen. Die Papiere des Speicherchip-Giganten aus Südkorea gingen am Freitag mit einem ersten Kurs von 170 US-Dollar in den Handel. Das waren rund 14 Prozent mehr als der Ausgabepreis von 149 Dollar je Aktie. Zur Schlussglocke betrug der Aufschlag auf den Emissionspreis 13 Prozent auf 168,33 Dollar.
Es dauerte nach Handelsbeginn zwei Stunden, bis der erste Kurs ermittelt werden konnte. Das Branchenschwergewicht gab nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC knapp 178 Mio. sogenannte Hinterlegungsscheine (American Depositary Receipt, ADR) aus. Hierbei handelt es sich um von US-Banken ausgegebene Papiere, die den Handel mit ausländischen Aktien in US-Dollar ermöglichen. Die Platzierung war Berichten zufolge um ein Vielfaches überzeichnet.
Emission ist einer der größten Börsengänge des Jahres
Die Emission mit einem Volumen von 26,5 Milliarden Dollar ist einer der größten Börsengänge des Jahres in den USA. SK Hynix ist der weltgrößte Hersteller von HBM-Speicherchips (High-Bandwidth Memory). Diese sind für die Verarbeitung großer Datenmengen in KI-Grafikprozessoren (GPUs) von Herstellern wie Nvidia und AMD unerlässlich.
Der Schritt der Südkoreaner gilt als Lackmustest für die Bereitschaft von Investoren, weiterhin auf die Wachstumschancen rund um Künstliche Intelligenz zu setzen. “Der Börsengang des Chip-Herstellers SK Hynix bestärkt die Zuversicht, dass der Investmentzyklus im Segment Künstliche Intelligenz intakt ist”, hatte Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank im Vorfeld des Ereignisses geschrieben.
Investoren hatten diese Wachstumschancen in Relation zu hohen Bewertungen zuletzt vermehrt infrage gestellt. Die Kurse der Halbleiterhersteller und ihrer Ausrüster und Zulieferer waren stark unter Druck geraten. Davon waren auch die Papiere von SK Hynix nicht verschont geblieben: Ende Juni hatten sie mit knapp drei Millionen koreanischen Won ein Rekordhoch erreicht. Anschließend büßten sie gut ein Viertel ein.
Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg nannte den Gang an die US-Börse des Speicherchip-Riesen denn auch “ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor”. Die jüngste Korrektur zeige, wie nervös der Markt geworden sei. Operativ profitiere SK Hynix wie kaum ein anderer Konzern vom Bedarf an Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren. Die HBM-Chips seien Schlüsselkomponente für Beschleuniger von Nvidia und anderen Anbietern.




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