Im Pustertal, Wipptal und Eisacktal und startet Sensibilisierungskampagne

Sozialgenossenschaft Renovas übernimmt die Sammlung von Altkleidern

Dienstag, 03. März 2026 | 14:56 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Sozialgenossenschaft Renovas mit Sitz in Bozen sammelt seit 1. Jänner im Auftrag der Bezirksgemeinschaften Pustertal, Wipptal und Eisacktal in den östlichen und nördlichen Gemeinden Südtirols gebrauchte Kleider und Schuhe aus Privathaushalten. Die gesammelte Ware wird zur BOER GROUP nach Norddeutschland transportiert und dort und in Holland in Sortierzentren professionell weiterverarbeitet. Verschmutzte, nasse oder beschädigte Textilwaren gehören nicht in die Sammelcontainer, sondern in den Restmüll. Mit einer begleitenden Sensibilisierungskampagne machen Renovas und die Bezirksgemeinschaften darauf aufmerksam, dass die Verantwortung des Massenkonsums bei Bekleidung bei den verursachenden Menschen bleibt, auch über den Moment des Wegwerfens hinaus.

Nicht mehr die Caritas, sondern Sozialgenossenschaften wie Renovas sammeln seit 1. Jänner in vielen Südtiroler Gemeinden gebrauchte Kleider und Schuhe aus Privathaushalten. Renovas ist in den Gemeinden der Bezirksgemeinschaften Pustertal, Wipptal und Eisacktal tätig. Die Sammlung ist Teil der öffentlichen Abfallwirtschaft und zeitlich bis Ende 2026 begrenzt.

„Alttextilien und Textilabfälle sind klar zu unterscheiden“, sagt Elisabeth Falser, Geschäftsleiterin der Sozialgenossenschaft Renovas. „Die Sammlung von Alttextilien dient der Vorbereitung zur Wiederverwendung und schafft einen ökologischen Mehrwert. Dieser wird nur erreicht, wenn tragfähige Kleidung nicht durch Verschmutzung oder Fehleinwürfe beeinträchtigt wird.“ Textilabfälle wie ölverschmierte Lappen, nasse, kaputte oder verschimmelte Textilwaren können nicht recycelt werden. Die öffentlich zuständigen Entsorgungsträger müssen sie getrennt erfassen. Auch Teppiche, Matratzen, einzelne Schuhe oder Abfälle haben in den Sammelcontainern nichts zu suchen.

Die Textilsammlung ist eine öffentliche Dienstleistung. Südtirols Gemeinden haben diese Aufgabe an die Bezirksgemeinschaften delegiert, diese wiederum an Sozialgenossenschaften wie Renovas. Das Recycling von Textilabfällen ist kostenintensiv und kann sich wirtschaftlich nicht eigenständig tragen. Daher werden die anfallenden Kosten über die Müllgebühren finanziert. Ungeeignete Ware erhöht die Kosten für alle. „Was im Textilcontainer landet, betrifft nicht nur die Einzelnen“, betont Joachim Kerer, Präsident von Renovas. „Jedes falsche Stück belastet ein System, das von der Allgemeinheit bezahlt wird.“

Die gesammelten Textilien werden über den Partner FWS an die Sortierbetriebe der BOER GROUP nach Deutschland und Holland transportiert. Dort wird jedes Teil von Hand geprüft. Die beste Ware, also tragfähige Kleidung, kommt in den Kreislauf des Second-Hand-Marktes. Andere Textilien werden zu Recyclingfasern oder Putzlappen verarbeitet. Nicht verwertbare Ware wird energetisch verwertet und verbrannt. All diese Schritte sind klar geregelt und mit Kosten verbunden.

Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch neue gesetzliche Vorgaben. Die Europäische Union verpflichtet zur getrennten Erfassung von Alttextilien. Italien muss diese Vorgaben bis Juni 2027 umsetzen. Gleichzeitig sinkt der Marktwert von Alttextilien, während Transport, Energie und Sortierung teurer werden.

Renovas begleitet die Sammlung mit einer Sensibilisierungskampagne. Klare Botschaften sollen Bewusstsein schaffen und Verantwortung sichtbar machen: „Wir sammeln Kleidung. Die Verantwortung bleibt bei dir.“ oder „Hier endet dein Konsum, nicht seine Folgen.“ oder „Weniger reinwerfen beginnt mit weniger kaufen.“ Ein zerrissenes Billigshirt sei Müll, auch wenn es aus Baumwolle besteht, verdeutlicht Joachim Kerer. Die Folgen von billigem Konsum und Fast Fashion trage am Ende die Allgemeinheit. Der größte Beitrag zum Umweltschutz entsteht durch lange Nutzung, Reparatur, Tausch und den Kauf von Second Hand Ware, schließt der Präsident ab.

Renovas ist eine Sozialgenossenschaft. Die Sammlung sichert Arbeitsplätze und bindet Menschen mit erschwertem Zugang in den Arbeitsmarkt ein. Dieser soziale Mehrwert hat allerdings Grenzen. „Wir halten ein System am Laufen“, sagt Geschäftleiterin Elisabeth Falser. „Aber wir können nicht aus schlechtem Konsum gute Kreisläufe machen.” Alles beginne beim Kauf im Geschäft oder im Onlineshop.

Informationen zu Sammelcontainern, zu Sammelgut und zur Kampagne finden sich auf der Website von Renovas www.renovas.it, bei den Bezirksgemeinschaften Pustertal, Wipptal und Eisacktal sowie direkt an den Containern in den Gemeinden.

Bezirk: Eisacktal, Pustertal, Wipptal

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