Von: luk
St. Lorenzen – Mit dem Ausbau der Biogasanlage der Bioenergie Genossenschaft wird in St. Lorenzen ein zukunftsweisendes Projekt für die nachhaltige Energieversorgung umgesetzt. Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Energiebranche über die Weiterentwicklung der Anlage hin zur Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz.
Die Anlage, die seit 2008 von lokalen Bauern betrieben wird, verarbeitet täglich rund 150 bis 200 Tonnen organische Reststoffe – überwiegend Wirtschaftsdünger (Gülle und Mist). Mit der Investition von rund 7,7 Millionen Euro wurde die Anlage technisch erweitert, um künftig neben Strom auch Biomethan zu produzieren. Dadurch kann die bisher teilweise ungenutzte Abwärme effizient verwertet und die Energieausbeute gesteigert werden.
Bürgermeister Martin Ausserdorfer unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde: „Die Weiterentwicklung der Biogasanlage ist ein großer Mehrwert für St. Lorenzen. Sie stärkt die lokale Wertschöpfung und zeigt, wie innovative Energieprojekte direkt vor Ort zur Lebensqualität und Zukunftssicherheit unserer Bevölkerung beitragen können.“
Für die Bioenergie Genossenschaft betonte Obmann Viktor Wierer: „Durch diese Investition wird unser Fortbestehen langfristig gesichert. Das Projekt ist lohnend für Landwirtschaft, Bevölkerung und Umwelt. Wir ermöglichen eine emissionsarme Gülleausbringung, die sonst für viele Betriebe kaum leistbar wäre.“
„Mit der Einspeisung von Biomethan aus St. Lorenzen setzen wir einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung unseres Netzes. Das Projekt zeigt, dass erneuerbares Gas fossiles Erdgas direkt ersetzen kann. Perspektivisch entwickeln wir unsere Infrastruktur zu einem Netz für ‚Green Gases‘ wie Biomethan, synthetisches Methan und Wasserstoff weiter“, betonen Geschäftsführer Michele Gilardi und Präsidentin Maria Niederstätter von Südtirolgas.
Das eingespeiste Biomethan wird von Dolomites Milk (Loacker) in Vintl verwertet. Diese mehrjährige Vereinbarung ist eine strategische Entscheidung, um die Energieversorgungssicherheit ihrer Lieferkette zu stärken, die Dekarbonisierung zu beschleunigen und ein konkretes Modell der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.
Landesrat Peter Brunner ordnete das Projekt in den energie- und klimapolitischen Kontext ein: „Mit dem Klimaplan Südtirol 2040 haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt. Projekte wie jenes in St. Lorenzen liefern konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit: Sie erhöhen die Energieautonomie und reduzieren Emissionen. Gerade im Wärmesektor besteht noch großes Potenzial – hier sind innovative Lösungen wie Biomethan zentrale Bausteine.“
Mit der geplanten Einspeisung von Biomethan und der Nutzung von Reststoffen zeigt St. Lorenzen beispielhaft, wie lokale Initiativen, innovative Technologien und partnerschaftliche Zusammenarbeit die Energiewende in Südtirol vorantreiben können.




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