Neue Woche - neuer Streik bei der Lufthansa

Streik legt Lufthansa zum Wochenstart lahm

Sonntag, 12. April 2026 | 15:58 Uhr

Von: APA/dpa

Am Montag und Dienstag wird bei der AUA-Mutter Lufthansa neuerlich gestreikt. Diesmal legen Pilotinnen und Piloten die Arbeit nieder – von Montag 00.01 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr. Das teilte die Vereinigung Cockpit (VC) am Samstag mit. Am Vienna Airport ist an beiden Tagen je eine Rotation Wien-Frankfurt betroffen – also je ein Hin- und ein Rückflug. Flüge der Austrian Airlines (AUA) gehen normal, hieß es am Sonntag auf APA-Anfrage.

Nach Möglichkeit würden auf Verbindungen zwischen Wien und Deutschland größere Flugzeuge einsetzen, so die AUA. So würden größere Sitzplatzkapazitäten angeboten.

Konkret zum Streik aufgerufen sind wie berichtet die VC-Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa, der Lufthansa Cargo, der Lufthansa Cityline sowie der Eurowings Deutschland (nicht Eurowings Europa). Passagieren – auch aus Österreich – ist empfohlen, sich bei der Airline zu informieren. Das gilt auch, wenn man mit der AUA aus Österreich kommt aber mit der Lufthansa von einem deutschen Hub wie Frankfurt oder Wien weiterfliegen wollte.

Vierte Streikwelle

Es ist die inzwischen vierte Streikwelle bei der Lufthansa. Erst kürzlich kam es wegen Streiks des Kabinenpersonals zu zahlreichen Flugausfällen bei Deutschlands größter Airline. Aktueller Hintegrund des Piloten-Streiks der VC sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Die Lufthansa kritisierte, die neueste VC-Streikankündigung stelle eine völlig neue Stufe der Eskalation dar.

Eurowings will Auswirkungen “so gering wie möglich” halten

Bis Sonntagnachmittag war noch unklar, welche Eurowings-Flüge tatsächlich abheben. Nach Angaben der Airports waren Fluggesellschaften dabei, Ersatzflugpläne zu erstellen. Eurowings ging zuletzt davon aus, “einen großen Teil” des Flugprogramms durchführen zu können.

Neben Eurowings Europe könne die Airline auch auf Unterstützung von Partner-Airlines zählen, teilte der Ferienflieger auf seiner Internetseite mit. Betroffen von dem aktuellen Streikaufruf seien nur Flüge von Eurowings Deutschland, nicht die der Schwester Eurowings Europe. Man unternehme alles, um die Auswirkungen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten, hieß es.

Ausfälle an den großen deutschen Airports

Klar ist, dass an den großen deutschen Airports wegen des 48-stündigen Pilotenstreiks bei der deutschen Lufthansa-Gruppe zahlreiche Flüge an diesem Montag und Dienstag ausfallen.

Am Hamburger Flughafen sind bei Lufthansa am Montag 12 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie 12 von und nach München betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Am Dienstag fallen weitere 13 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie 12 von und nach München aus.

Auch am Hauptstadtflughafen BER sind an beiden Tagen die Lufthansa-Verbindungen von und nach Frankfurt und München betroffen, wie aus der Fluginformation auf der Internetseite des BER hervorgeht. Auch weitere deutsche Flughäfen werden betroffen sein – etwa Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart, Leipzig, Dresden.

Welche Ausfälle die Vereinigung Cockpit erwartet

Die Pilotengewerkschaft VC hat im Streit um die Betriebsrenten bisher schon zwei Streikwellen organisiert. Erst Mitte März fielen wegen eines Ausstands Hunderte Flüge aus. Lufthansa hatte dafür einen Sonderflugplan aufgestellt. Lufthansa und VC sprachen dann von unterschiedlich hohen Ausfallquoten.

VC-Präsident Andreas Pinheiro geht davon aus, dass im Zuge der neuen Streikwelle am Montag und Dienstag bei Cityline quasi alle Flüge ausfallen werden. Der weitere Ausfall werde sich “grob in dem Rahmen” bewegen wie beim Streik der Lufthansa-Piloten Mitte März, sagte Pinheiro am Sonntag.

Über 500 Kurzstrecken-Flüge würden an jedem Tag bestreikt, bei der Langstrecke nur 60 oder 70 Flüge pro Tag. Die Ausfallquoten dürften in der Größenordnung zwischen 70 und 80 Prozent liegen: “Das ist nicht schön für die Passagiere, das wissen wir auch, wird aber wahrscheinlich so kommen.”

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