Philipp Überbacher bei der Untersuchung

Südtiroler Augenarzt besucht mit Licht für die Welt Projekte in Mosambik

Mittwoch, 28. März 2018 | 11:58 Uhr

Bozen/Mosambik – Der Südtiroler Augenarzt Philipp Überbacher aus Bozen ist gerade von einer Reise mit Licht für die Welt aus Mosambik zurückgekommen. Gemeinsam mit vier weiteren Augenärzten aus Österreich hat er die Projekte der Fachorganisation für Menschen mit Behinderung besucht. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man erleben darf, wie Eltern nach einer Operation ihre Kinder wieder sehen können“, so Überbacher beeindruckt. Die Projekte von Licht für die Welt in Afrika werden auch von fast 5.000 Südtiroler Spender und Spenderinnen unterstützt. Überbacher reiste heuer bereits zum zweiten Mal mit Licht für die Welt nach Afrika.

Bei einem mobilen Hilfseinsatz in Gorongosa, circa 200 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Beira, konnten die Augenärzte sehen, wie Patienten mit Grauem Star operiert werden und begleiteten die wieder Sehenden in ihre Dörfer, wo sie auch die Familien der Operierten besuchten. Sowohl in Gorongosa als auch nach ihrer Rückkehr in Beira erlebten die Besucher das Konzept der so genannten Gemeindenahen Rehabilitation. Mit dieser Methode werden Kinder mit Behinderungen in den Dörfern identifiziert, bekommen medizinische Hilfe und Physiotherapie und werden auf den Schulbesuch vorbereitet. „Dieser Ansatz ermöglicht Kindern mit Behinderungen ein Leben und eine Zukunft“, so Überbacher.

Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch der neuen zweistöckigen Invicta-Augenklinik in Beira, der zweitgrößten Stadt in Mosambik. In der neu gebauten Augenklinik sollen zukünftig 2.500 Patienten im Jahr am Grauen Star operiert werden können. In den neuen Räumen stehen moderne Geräte zur Verfügung. In den nächsten Jahren werden dort neue Augenärzte und Fachpersonal ausgebildet. Die neue Klinik kann so ein Einzugsgebiet von 2 Mio. Menschen direkt und darüber hinaus ganz Zentral- und Nordmosambik als Referenzzentrum versorgen. „Diese Klinik war dringend notwendig, um die augenmedizinische Versorgung der vielen blinden und augenkranken Menschen zu garantieren“, so Überbacher.

Die Delegation aus Österreich besuchte auch das Projekt „Young Africa“, eine inklusive Einrichtung zur Berufsausbildung von jungen Menschen mit und ohne Behinderung. Jugendliche lernen dort Berufe wie Koch, Tischler, Automechaniker, Elektriker. Den AbsolventInnen wird auch geholfen nach der Ausbildung eine Stelle zu finden. Licht für die Welt sorgte dafür, dass die Berufsschule barrierefrei ist und es wurden eigene Toiletten und eine Rampe finanziert.

5.000 Südtiroler Spender und Spenderinnen unterstützen derzeit Licht für die Welt bei der Arbeit um mehr Augengesundheit in benachteiligten Ländern. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher ist Schirmherr der Aktion „Südtiroler retten Augenlicht“. Mit dieser Initiative macht Licht für die Welt auf die nötige Verbesserung der Lage von Sehbehinderten in den Armutsgebieten unserer Erde aufmerksam.

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. In dem südafrikanischen Land sind etwa eine Million Menschen behindert, rund 200.000 sind blind. Auf eine Million Einwohner kommt nur ein Augenarzt. Licht für die Welt kämpft dort vor allem gegen vermeidbare Blindheit und organisiert Operationen am Grauen Star, die tausenden Menschen das Augenlicht zurückgeben. In zahlreichen weiteren Projekten setzt sich Licht für die Welt dafür ein, dass Kinder mit Behinderungen Rehabilitation bekommen und inklusive Schulen sowie Berufsausbildungen in barrierefreien Einrichtungen besuchen können.

Licht für die Welt

Licht für die Welt ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Licht für die Welt ist als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso und Mosambik. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle. Im Jahr 2016 konnten mehr als 52.000 Operationen am Grauen Star sowie 54.000 andere Augenoperationen finanziert werden. Spendenkonto: Licht für die Welt. IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001 BIC: GIBAATWWXXX

Von: luk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Südtiroler Augenarzt besucht mit Licht für die Welt Projekte in Mosambik"


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krakatau
krakatau
Universalgelehrter
15 Tage 1 h

Bei uns fehlen die Ärzte weil die in Afrika sind

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