Von: luk
Bozen – Südtirols Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sparen in erster Linie zur Absicherung ihrer Familie und als Vorsorge für unvorhergesehene Ereignisse. Das geht aus der Winterausgabe des AFI-Barometers hervor, mit dem das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) regelmäßig Sparmotive und Anlagekriterien erhebt.
Als Hauptgrund fürs Sparen nennen 39 Prozent der Befragten ihre Kinder. Mit deutlichem Abstand folgen unvorhersehbare Ereignisse (27 Prozent). Erst danach werden die Wohnung (19 Prozent) und die Altersvorsorge (15 Prozent) genannt. Während sich beim jeweils wichtigsten Sparmotiv klare Unterschiede zeigen, verteilt sich der zweitgenannte Grund nahezu gleichmäßig auf alle Antwortmöglichkeiten. Laut AFI wird Sparen damit primär als familiäre Absicherung und Risikopuffer verstanden – weniger als klassische Altersvorsorge.
Auch bei der Geldanlage stehen Sicherheit und Flexibilität im Vordergrund. Für 33 Prozent ist die Sicherheit des investierten Kapitals das wichtigste Entscheidungskriterium. 30 Prozent nennen die langfristige Rendite, 24 Prozent die unmittelbare Verfügbarkeit des Geldes im Bedarfsfall. Die kurzfristige Rendite spielt mit 13 Prozent eine untergeordnete Rolle. Wird zusätzlich ein zweites Kriterium berücksichtigt, dominieren erneut die Liquidierbarkeit (37 Prozent) und die Sicherheit (34 Prozent).
AFI-Direktor Stefan Perini sieht darin bestätigt, dass Südtirols Arbeitnehmer „risikobewusste Sparer“ sind. Auch AFI-Präsident Stefano Mellarini verweist auf eine wachsende Unsicherheit angesichts des geopolitischen Umfelds. Die starke Ausrichtung auf Sicherheit und rasche Verfügbarkeit deute darauf hin, dass viele Familien in einem schwer berechenbaren Umfeld vorsorgen wollten.
Laut Daten der Banca d’Italia belaufen sich die finanziellen Ersparnisse der Südtiroler Haushalte auf insgesamt 26,3 Milliarden Euro. Davon entfallen 16 Milliarden Euro auf Bankeinlagen und 10,3 Milliarden Euro auf Wertpapiere in Depots. Pro Kopf entspricht dies durchschnittlich 48.772 Euro.
Allerdings verdecken Durchschnittswerte soziale Unterschiede. Nur sechs von zehn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gehen davon aus, in den kommenden zwölf Monaten Geld zur Seite legen zu können. Vier von zehn rechnen damit, keine Ersparnisse bilden zu können. Ohne geeignete sozioökonomische Maßnahmen bestehe die Gefahr, dass die „Nicht-Sparer von heute die Armen von morgen werden“, warnt Mellarini.





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