Von: mk
Bozen – Die zuständige Gesetzgebungskommission des Südtiroler Landtags hat gestern den Nachtragshaushalt des Landes genehmigt, der erstmals die Marke von elf Milliarden Euro überschreitet. Das entspricht rund 20.000 Euro pro Südtirolerin und Südtiroler. „Dieses außergewöhnliche Ergebnis ist einer guten Verwaltung, vor allem aber der Stärke der heimischen Wirtschaft zu verdanken: Die Unternehmen leisten – gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – durch Wirtschaftswachstum, Export, Investitionen und Vollbeschäftigung einen entscheidenden Beitrag zum Steueraufkommen“, erklärt der Unternehmerverband.
Ein Haushalt dieser Größenordnung eröffnet neue Spielräume, um die Steuerbelastung für Familien und Unternehmen zu senken. In diesem Zusammenhang ist die von der Landesregierung angekündigte Senkung des regionalen IRPEF-Zuschlags ein positives Signal. „Steuerentlastungen sind die einfachste und effizienteste Unterstützung“, betont der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper. „Die Senkung des IRPEF-Zuschlags geht in die richtige Richtung, weil sie unseren Mitarbeiter:innen mehr Netto vom Brutto garantiert und damit die Kaufkraft stärkt und zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts beiträgt. Dasselbe Prinzip sollte auch auf die Unternehmen angewandt werden, etwa bei der Irap. Im Trentino liegt der Irap-Steuersatz beispielsweise für alle Unternehmen bei 2,68 Prozent; zusätzlich sind weitere Begünstigungen für besonders vorbildliche Unternehmen vorgesehen.“
Die beträchtlichen Mittel, die dem Land zur Verfügung stehen, ermöglichen es zudem, strategische Entscheidungen zu treffen, um die großen Herausforderungen zu bewältigen und die Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum zu schaffen. „Bei einem Haushalt dieser Größenordnung ist es entscheidend, langfristig und gezielt in jene Faktoren zu investieren, die die Wettbewerbsfähigkeit Südtirols in den kommenden Jahren bestimmen werden. Investitionen in die Energiewende, die Digitalisierung und die Ausbildung müssen Priorität der öffentlichen Hand sein. Nur so können wir nachhaltiges Wirtschaftswachstum sichern: Das ist die unverzichtbare Grundlage für den Erhalt unseres Wohlstands- und Sozialsystems“, so Rieper weiter.
Neben den neuen Chancen, die sich durch die steigenden Einnahmen ergeben, bleibt es unerlässlich, die langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen sicherzustellen. „Gerade deshalb halten wir eine echte Spending Review für unerlässlich. Ziel muss es sein, zusätzliche Mittel für strategische Investitionen und für Investitionsausgaben anstelle laufender Ausgaben freizusetzen, um einen nachhaltigen Mehrwert für das Land und für die kommenden Generationen zu schaffen.“




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