Aussprache zwischen Bürgermeister Corrarati und Ulrich Seitz

Vereine und Dritter Sektor: Ihre Rolle als Arbeitgeber stärken

Mittwoch, 29. April 2026 | 17:54 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Bürgermeister von Bozen, Claudio Corrarati und der Direktor des Dienstleistungszentrums für das Ehrenamt Südtirol, Ulrich Seitz, der u.a. auch Beauftragter des Bürgermeisters für die Belange der Menschen mit Behinderung ist, haben sich kürzlich zu einem Austausch getroffen. Dabei wurde betont, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Verwaltung und den Vereinen weiter zu stärken.

Ein Thema, das bei dem Treffen besprochen wurde, war die Rolle der Vereine als Arbeitgeber, eine Rolle, die die Vereine immer öfter übernehmen müssen. Im Hinblick auf den bevorstehenden Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai erinnerte Bürgermeister Corrarati daran, dass in Bozen rund 4.500 Menschen als Fixangestellte und Freiberuflerinnen und Freiberufler in den verschiedenen Organisationsformen des Dritten Sektors und darüber hinaus tätig sind. Davon verfügen rund 60 Prozent über eine fundierte Ausbildung (Matura oder Doktorat). Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei ca. 45 Jahren und mehrheitlich sind es Männer. Nur rund 35% der Führungspositionen der Vereine in der Gemeinde Bozen werden von Frauen besetzt.

Der Bürgermeister dankte diesen Personen für ihren täglichen Einsatz, da sie sehr oft dort aktiv sind, wo die Dienste der Öffentlichen Verwaltung aufgrund fehlender Personalressourcen oder mangelnder Erfahrung nicht hinkommen. „Viele Angebote und Dienste gäbe es nicht, wenn nicht die Vereine diese Aufgaben übernehmen würden.“ betonte Corrarati.

Ulrich Seitz verwies auf die stetig wachsenden Herausforderungen für die Vereine, insbesondere im rechtlichen Bereich und in der Führung der Vereine. Vor allem kleine und mittelgroße Vereine stehen hier oft vor großen Problemen, vor allem wenn sie auch als Arbeitgeber fungieren und diese Aufgabe ohne die Unterstützung stemmen müssen. Diese Herausforderungen waren der ausschlaggebende Grund für die Entwicklung des Projekts „Welfare Manager“. Ziel des Projekts ist es, bei Bedarf die Vorstände der Vereine in ihrer Rolle als Arbeitgeber zu beraten, zu schulen und Hilfestellungen anzubieten.

Das Projekt “Welfare Manager” wird am 28. Mai 2026 um 16.00 Uhr im Festsaal der Stadtgemeinde Bozen vorgestellt. Es ist ein Schalterdienst geplant, mit einem niederschwelligen Beratungs- und Informationsangebot zu Fragen über die Vereinsführung, Rechtsfragen und organisatorische Aspekte. Informationen und Anmeldungen ab sofort per E-Mail an beobachtungsstelle@gemeinde.bozen.it oder telefonisch unter 3285672127.

Abschließend wurde betont, dass die Stärkung der Führungskompetenzen in den Vereinen von strategischer Bedeutung ist, vor allem angesichts der komplexen Verfahren für die Ausfindigmachung von Finanzmitteln und der Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Das gemeinsame Ziel sei es daher, das Vereinswesen insgesamt zu stärken, damit auch in Zukunft wichtige Dienste gewährleistet werden können, denn die Vereine sind ein wertvoller Teil der Gesellschaft und der Wirtschaft von Bozen.

Bezirk: Bozen

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