Von: luk
Bozen – Das Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt Südtirol zieht Bilanz im Hinblick auf ein äußerst arbeitsintensives Jahr 2025, das vor allem von drei Reformen, die derzeit das Vereinswesen prägen, gekennzeichnet waren. Es handelt sich konkret um die Reform des Dritten Sektors, die Neuerungen rund um den Sport, sowie die Folgen, die sich aus der Aktivierung des Neuen Landesregisters zum Ehrenamt, das im Laufe des Jahres 2026, Realität werden sollte, ergeben. Letzteres muss noch die Hürde in Rom nehmen, wo ein zentraler Punkt was die Vermögensabtretung im Falle von einem Übergang aus dem Nationalen Register in jenes auf Landesebene in Südtirol angeht, geklärt werden muss.
“Das Jahr 2025 war also wieder ein sehr bewegtes, was sich auch in der Fülle der vom DZE Südtirol erbrachten Beratungen, Dienstleistungen sowie Fortbildungsangeboten widerspiegelt”, bestätigt DZE-Präsident, Sergio Bonagura.
“Insgesamt wurden 2025 sage und schreibe 2.176 Beratungen vom kleinen, aber sehr engagierten Team des DZE erbracht, davon 1.127 Treffen mit Vereinen vor Ort im Büro, sowie 957 mittels Videokonferenz. Dieser Trend des Online-Austauschs bestätigt sich und zeigt Wirkung”, so Direktor Ulrich Seitz, denn durch die Hybrid-Variante sei es möglich noch viel mehr Interessierte zu unterschiedlichen Uhrzeiten zu erreichen, lange Anfahrtszeiten nach Bozen und zeitnahe, schnelle Feedbacks zu gewährleisten. “Gerade die Tatsache, dass das DZE Südtirol auch zu den Abendstunden und am Wochenende erreichbar ist, bewährt sich immer deutlicher.”
“Die Vereinswelt stöhnte im vergangenen Jahr wieder unter der Herausforderung in den Bereichen Buchhaltung und Steuern. Sage und schreibe 957 Beratungen wurden auf diesem Gebiet garantiert, wobei die Hilfestellung bei der Erstellung und bei der nachfolgenden Hinterlegung der Bilanzen, mit 228 Terminen den Großteil des Aufwandes in diesem Zusammenhang auf sich zog. 71 Neugründungen von Vereinen wurden zudem durch das DZE begleitet”, so Direktor Seitz, “und lediglich zwei Anträge um Löschung beziehungsweise um Schließung von Vereinen wurden von uns mitbetreut.”
“Hierbei kommt ein Umkehrtrend zum Tragen, der interessant ist, und zwar, jener, dass die Zahl der Freiwilligen in den meisten EU-Ländern in den letzten drei Jahren wieder zugenommen hat. Südtirol hat übrigens verhältnismäßig bewertet, die größte Dichte an Freiwilligen im Einzugsgebietet München-Mailand, die gleich in mehreren Vereinen aktiv sind. Durchschnittlich sind die Südtiroler/Südtirolerinnen in 1,75 Organisationen tätig, und meistens in unterschiedlichen Sektoren, was als besonders bereichernd definiert werden kann”, so das DZE.
Auf 2176, gleich viel wie die Anzahl der Beratungen im Jahr 2025, belief sich der Wert der geleisteten Stunden im DZE, die direkt für die Klienten aufgewandt wurden, um ihnen vor allem bei bürokratischen Anliegen zur Seite zu stehen. Des Weiteren wurden 45 Infoveranstaltungen zu den Neuerungen in der Vereinswelt auf die Beine gestellt. Diese fanden einen enormen Anklang und konnten durchschnittlich 70 Personen im Publikum begeistern. Ganz nach dem Motto „wir kommen und gehen zu den Leuten“.
Bei der Vollversammlung des DZE kamen auch die größten Probleme der Vereine momentan zu Sprache.
Diese seien folgende:
- Schwerfällige Bürokratie
- Unklare Voraussetzungen für die Gewährung von Zuschüssen und Genehmigungen – kein einheitlicher Ansatz bei den Kriterien auf Provinz-, Regional- und Gemeindeebene (z. B. unterschiedliche Fristen, Prozentsätze, langsame Digitalisierung, schwerfällige Programme, unkoordinierte Kontrollen und Bewertungskriterien für Bilanzen, insbesondere für die Anerkennung von in der Runts-Plattform hinterlegten Bilanzen)
Fehlende Anerkennung von Freiwilligenstunden - Probleme mit “langen Zahlungsfristen” aufgrund längerer Bearbeitungszeiten für Anträge, mit schwerwiegenden Problemen für die finanzielle und zivilrechtliche Haftung der gesetzlichen Vertreter
Regelungssicherheit- Umsetzung der Steuerreform mit Folgen für die Vereine. - Der Wunsch nach nachhaltigen Finanzierungen und die Möglichkeit einer auf Vertrauen und Kompetenz aufgebauten Kooperation zwischen der Öffentlichen Verwaltung und dem Dritten Sektor.




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