Neun der zwölf von IDM geförderten Filmprojekte haben einen starken Bezug zu Südtirol

Viel „Made in Südtirol“ im ersten Film-Call des Jahres

Montag, 16. März 2026 | 11:49 Uhr

Von: luk

Bozen – In den Projekten der ersten Förderrunde für Filmprojekte steckt ganz viel Südtirol. Neun der von IDM Südtirol unterstützten zwölf Filmvorhaben tragen das Label „Made in Südtirol“. Damit werden seit Anfang des Jahres jene Filme, Dokus oder Serien bedacht, die einen besonderen Bezug zu unserem Land aufweisen. Das ist dann der Fall, wenn Autor(en), Regie und/oder Produktionsfirma aus Südtirol kommen. Gefördert werden im ersten Call 2026 insgesamt fünf Spielfilme, vier Dokumentationen, eine Doku-Serie und zwei Kurzfilme. Für diese Projekte soll fast 75 Tage in Südtirol gedreht werden, über 4,3 Millionen Euro an Wertschöpfung werden so generiert.

„In den letzten Jahren stieg der Anteil Südtiroler Filmschaffender an den geförderten Filmprojekten kontinuierlich. Das ist ein beeindruckendes Zeichen dafür, wie lebendig und hochprofessionell Südtirols Filmwirtschaft ist. Dass bei diesem ersten Call des Jahres gleich zwei Drittel der Projekte einen besonderen Südtirol-Bezug aufweisen, ist außerordentlich positiv“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM. „Ganz besonders freut uns, dass es sich um die überaus wichtigen Gewerke wie Drehbuch, Regie und Produktion handelt, die maßgeblich für die Entstehung eines Films sind.”

Neun der Projekte, die von einem Fachgremium als förderungswürdig eingestuft wurden, kommen aus Italien, davon sieben aus Südtirol. Zwei Projekte wurden von Produktionsfirmen aus Deutschland eingereicht, eines von einem österreichischen Produktionshaus. Gefördert werden Projekte in der Produktion und bei der Produktionsvorbereitung sowie zwei Kurzfilmprojekte.

Unter den Südtiroler Projekten ist auch die Fortsetzung von „Joe der Film“, auf die sich die zahlreichen Fans der Hauptfigur Joe aus Afing sehr freuen werden. In „Joe der Film II“ avanciert Joe unerwartet zum Schauspieler, als er in einem Film über Ötzi die Hauptrolle übernimmt. Dadurch gerät sein Leben komplett aus den Fugen. Die Bozner Produktionsfirmen Moviemento und Albolina Film erzählen Joes jüngste Eskapaden nach einem Drehbuch von Thomas Hochkofler und Robert Ausserer. Regie führt Thomas Hochkofler, der für den Film erneut in die Rolle des Joe schlüpft. Alle 28 Drehtage werden in Südtirol umgesetzt. IDM unterstützt das Projekt in der Produktion.

Starke Südtiroler Beteiligung gibt es auch beim Dokumentarfilmprojekt „Voi come noi“. Regisseurin Lilian Sassanelli, die auch das Treatment schrieb, ist Absolventin der Dokumentarfilmschule ZeLIG. In ihrer Doku untersucht sie unter anderem im Gespräch mit ihrer Mutter, die als Schauspielerin und Model in Rom arbeitete, wie der Blick ganzer Generationen von Frauen auf weibliche Schönheit geprägt wurde und wird. Produziert wird die Doku von Matto Film aus Bozen, Ventura Film aus Chiasso und Glass Frog Films aus Hamburg.

Beim Dokumentarfilm „Ultimo Artigiano“ der Bozner Formasette, für das Gottardo Giatti das Treatment geschrieben hat, dreht sich alles ums Handwerk und dessen Technisierung. Regisseurin Aurora Volcan schaut dabei nicht nur Handwerkern in Südtirol über die Schulter, sondern besucht auch deren Kolleginnen und Kollegen in Marokko sowie Fabriken in Shanghai, in denen menschliche Gesten analysiert, in Daten übersetzt und von Maschinen ausgeführt werden.

In der österreichischen True-Crime-Dokumentarserie „Exit: E66 – Der Tod von Ulrike Reistenhofer und Carmen Wieser“ rollen der Meraner Drehbuchautor Robert Buchschwenter und Florian Kröppel (Drehbuch und Regie) eine Serie von Frauenmorden im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Österreich und Italien um die Jahrtausendwende auf.

Für fünf Drehtage macht die deutsche Family-Entertainment-Produktion „Miniatur Wunderland“ von Regisseur Félix Koch Station in Südtirol. Der Kinospielfilm, dessen Drehbuch Dirk Ahner und Alexander Rümelin schrieben, erzählt vom vierjährigen Matteo, der nach einem Streit mit seiner Familie durch einen Zauberstein in die Modellwelt des Miniatur Wunderlands in Hamburg hineingesogen wird und sich dort beweisen muss.

Ebenso aus Deutschland kommt das Sozialdrama „Jumoke“ von Oliver Hardt, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte inmitten des Brennpunkts aktueller gesellschaftlicher Umbrüche. Das Filmprojekt, angesiedelt in Frankfurt, erzählt von Jumoke und Eddy, die um ihren Platz im Leben kämpfen.

Die Geschichte der ungewöhnlichen und doch sehr engen Freundschaft zwischen der älteren gefeierten italienischen Pianistin Gioia und ihrer rumänischen Pflegerin Ana erzählt der Spielfilm „Dor“. Das Drehbuch haben Giulia Pietrozzini und Valeria Testagrossa geschrieben, die auch Regie führt.

Das teilanimierte Biopic „Alexander Langer“, von IDM in der Produktionsvorbereitung unterstützt, porträtiert den Südtiroler Politiker und Intellektuellen Alexander Langer. Seine Vision von Koexistenz, Gewaltlosigkeit und Verantwortung wird zunehmend von der Trägheit und moralischen Verwahrlosung der Politik erschüttert, bis er daran verzweifelt. Das Treatment stammt von Alessandro Ingaria, der auch die Regie übernehmen wird. Autor des animierten Teils ist Simone Massi, während die Produktion von Abisso Studio aus Bozen übernommen wird.

Die Bozner Albolina Film steht gemeinsam mit Eutopiafilm aus Innsbruck hinter dem Dokumentarfilmprojekt „Ultima Irratio“, ebenso in der Vorbereitung gefördert. Die Kamera begleitet die Filmemacherinnen Martine De Biasi aus Südtirol und Katharina Burger auf ihrem Weg zur Familiengründung. Diese ziehen sie trotz der Politik der Regierung Meloni durch, die gleichgeschlechtlichen Eltern das Sorgerecht entzieht.

Die Südtiroler Autoren Armin Ferrari und Jadel Andreetto bereiten mit „Tovarišc Omega Jim“ ebenfalls mit Unterstützung von IDM ein Biopic vor. Es geht um Peter Kolosimo (1922–1984), italienischer Kultautor fantastischer Archäologie, Deserteur der Wehrmacht, Partisan in Böhmen, radikaler Popularisierer und möglicherweise Spion.

Gefördert werden im ersten Call des Jahres auch zwei Kurzfilme mit starker Südtiroler Beteiligung. Cecilia Bozza Wolf (Regie und Drehbuch) erzählt in dem Horrorfilm „Bestie Forever“ von zwei Freundinnen. Eine wird bei der Rettung der anderen im Gesicht entstellt und zieht sich mit fatalen Folgen in die Isolation zurück. Der Film wird von Abisso Studio aus Bozen produziert. Und Giulia Palaia macht mit „Anita è un pesce“, produziert von Frabiatofilm aus Bozen, eine dystopische Welt an der Adria auf, in der sich Anita und ihre Nachbarin Olivia auf eine surreale Reise begeben. Das Projekt wurde im Rahmen der IDM-Kurzfilminitiative MASO #1 entwickelt.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen