Gesetzlich verankert

Vogelschutz-Ausstellung in Terlan erfolgreich gestartet

Donnerstag, 07. Mai 2026 | 15:29 Uhr

Von: luk

Bozen – Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz (AVK) sowie dem Naturtreff Eisvogel startete der Dachverband für Natur- und Umweltschutz bereits 2024 die Kampagne „Vogelfreundliches Bauen mit Glas“. Nach Weiterbildungsveranstaltungen und Stakeholder-Treffen wurde nun eine Wanderausstellung ausgearbeitet, die man in den nächsten Monaten in verschiedenen Südtiroler Gemeinden besuchen kann.

Wer an vogelsicheres Glas denkt, denkt häufig an Greifvogelsilhouetten. Diese sind zwar gut gemeint, aber falsch getroffen, weil sie unwirksam sind. Sie sind Relikt einer anthropozentrischen Perspektive auf die Natur, da sie für den Menschen selbstverständlich eine Scheibe markieren, für Vögel aber als punktuelles Hindernis wahrgenommen werden und sie dicht daneben an die Scheiben knallen.

Vielen ist auch nicht bewusst, welches Ausmaß diese Gefahr für Vögel erreicht: Bis zu 3,5 Milliarden Vögel verenden jährlich an Glasscheiben. Somit ist Glas der Vogelkiller Nummer 2 (nach Hauskatzen!). Dabei wird Glas immer beliebter, jährlich wird die Fläche von über 100.000 Fußballfeldern Glas an Fassaden verbaut, weshalb die Bedrohung für die Vögel zunimmt. Und das in einer Zeit des massiven Vogelsterbens: 34 Prozent der Biomasse an Vögeln haben wir in Italien seit 2000 verloren, hunderte Vogelarten sind vom Aussterben bedroht. Die Zeit ist also überreif, etwas dagegen zu unternehmen.

Lösungen gibt es zuhauf: Der Markt bietet eine Vielzahl an getesteten Scheiben, die Vogelschlag auf ein Minimum reduzieren. Die drei Hauptgründe, warum Vögel mit Glas kollidieren, sind: Transparenz, Spiegelung und Licht. Durch feine Markierungen, die bei der Herstellung ins Glas emailliert werden, wirkt man diesen Faktoren entgegen. Dabei sind Linien und Punkte die gängigsten Muster. Man kann aber auch Strukturen wie Raffstores vor Scheiben oder kreativere Formen der Markierung anbringen.

Vogelfreundliches Bauen mit Glas wird nun auch gesetzlich verankert, die Wanderausstellung liefert dazu in knapper Form die nötigen Informationen. Planer:innen sollen über das Ausmaß der Problematik und über Lösungsvorschläge informiert werden. Vom Terlaner Bürgermeister Hansjörg Zelger wurde das Projekt mit offenen Armen aufgenommen, weshalb am Montag, 4. Mai die Ausstellung im Rathaus Terlan starten durfte. Sie besteht aus vier mobilen Stellwänden, die unter Mithilfe des Design-Studenten Andreas Wieser von der UniBz konzipiert wurden. Diese Stellwände sind im Foyer der Gemeinde für alle zugänglich ausgestellt.

St. Martin in Passeier und Karneid sind die nächsten Gemeinden: Am Samstag, 16.05., um 9.00 Uhr in St. Martin und am Mittwoch, 20.05., ebenfalls um 9.00 Uhr in Karneid wird die Wanderausstellung ebenfalls kurz vorgestellt.

Bezirk: Überetsch/Unterland

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