Von: APA/Reuters
Dutzende in den Golf-Staaten tätige Unternehmen erwägen wegen des Iran-Krieges eine Verlegung von Geschäftsbereichen in das neue Finanzzentrum Istanbuls (IFC). Das sagte IFC-Chef Ahmet Ihsan Erdem in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Aufgrund der wachsenden regionalen Spannungen habe es im vergangenen Monat Treffen mit mehr als 40 Firmen gegeben, die zumeist in Ostasien und den Golfstaaten ansässig seien.
Etwa 15 dieser Gespräche seien bereits vor Ausbruch des Krieges geplant gewesen. “Die regionalen Entwicklungen haben diese Kontakte intensiviert”, erklärte Erdem mit Blick auf den Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Einige Finanzunternehmen in der Region wiesen ihre Mitarbeiter nach Kriegsbeginn an, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Großbank HSBC schloss vorerst alle Filialen in Katar.
Banken und Versicherungen unruhig
Bei den Interessenten für einen Wechsel in die Türkei handelt es sich Erdem zufolge um Firmen aus den Bereichen Finanztechnologie, klassisches und islamisches Finanzwesen sowie Versicherungen. Sie stammten unter anderem aus Malaysia, Japan, Singapur, Südkorea und Hongkong.
Das vor drei Jahren auf der asiatischen Seite Istanbuls eröffnete Finanzzentrum wird vom türkischen Staatsfonds getragen und dient als Gegengewicht zum Finanzdistrikt auf der europäischen Seite der Metropole. Es beherbergt bereits die Zentralbank, staatliche Kreditgeber und Finanzaufsichtsbehörden. Um ausländische Firmen anzulocken, bietet das IFC Anreize wie eine Befreiung von der Körperschaftsteuer für die ersten zehn Jahre. Erdem erwartet, dass sich die Zahl der Beschäftigten dort bis Ende Dezember auf etwa 40.000 verdoppeln wird. Dies entspräche einer Auslastung von 75 Prozent.




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