Blauzungenkrankheit: Großflächige Impfaktion geplant

“Von der Seuche umzingelt”

Donnerstag, 06. Oktober 2016 | 16:45 Uhr

Bozen – Da im Trentino ein Seuchenherd der Blauzungenkrankheit aufgetaucht ist, müssen jetzt alle Südtiroler Wiederkäuer dagegen geimpft werden.

“Wir sind von der Blauzungenkrankheit umzingelt”, stellt der stellvertretende Landestierarzt Ernst Stifter fest: Nachgewiesen wurde die virale Infektionskrankheit in den Provinzen Belluno, Treviso,  Vicenza, Bologna und jetzt in der Provinz Trient, wo in einem Betrieb mit sieben Schafen und fünf Ziegen ein Schaf erkrankt ist und die spezifischen Symptome wie hohes Fieber, Erosionen im Mundbereich, eine blaue Zunge und Leberschwellungen aufwies. Das Tier ist inzwischen verendet. Es handelt sich um den Serotyp 4 des Virus.

“Wir planen jetzt gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und dem Referenzlabor für die exotischen Krankheiten eine großflächige Impfaktion”, erklärt Stifter, “damit unsere Wiederkäuer – Rinder, Schafe und Ziegen – im Frühjahr auch auf die Almen in die Provinzen Trient und Belluno gehen können, die ja Sperrgebiet sind, damit unsere Tiere geschützt sind, nicht erkranken und auch wieder nach Südtirol zurück kommen können”. Wenn die Tiere geimpft sind, können sie auch in Zukunft überall hin verkauft werden, sollte die Krankheit in Südtirol auftreten.

“In diesem Fall kommt uns das Modell Hoftierarzt sehr zugute”, unterstreicht Agrarlandesrat Arnold Schuler: Das Gesundheitsministerium hat dieses Modell in der Krisensitzung über die Blauzungenkrankheit vom Freitag (30. September) als beispielhaft begrüßt. Die Hoftierärzte und die Amtstierärzte können die Impfung durchführen. Der Bauer muss nur die Impfung, also die Dienstleistung zahlen, der Impfstoff hingegen wird von der Abteilung Landwirtschaft angekauft und kostenlos zur Verfügung gestellt; dabei handelt es sich um Beträge von 200.000- 300.000 Euro.

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue Disease) ist eine Viruserkrankung von Wiederkäuern. Von diesem Virus sind bislang mindestens 25 verschiedene Serotypen bekannt, die jeweils eine unterschiedliche Virulenz aufweisen. Die Bezeichnung leitet sich von der blauen Farbe der Zunge ab, einem der Symptome bei Krankheitsausbruch. Die Erkrankung ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Übertragung erfolgt durch sehr kleine Stechmücken. Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich. Dieser Virustyp ist besonders gefährlich für Schafe.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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