"Leider hat es auch Missbräuche gegeben"

Voucher: Senator Berger erwartet Ersatzmaßnahmen bis Ende Mai

Sonntag, 09. April 2017 | 18:03 Uhr

Bozen/Rom – „Ich gehe davon aus, dass die Regierung bis Ende Mai neue Ersatzmaßnahmen für die gestrichenen Lohngutscheine verabschieden wird“, meint SVP-Senator Hans Berger – und bezeichnet die Aufregung über ein befürchtetes Vakuum nach der Abschaffung der bisherigen Voucher als verfrüht. „Die Maßnahmen könnten ganz unterschiedliche Formen aufweisen – und einerseits den Familien sowie den gemeinnützigen Vereinen und andererseits den Unternehmern neue Möglichkeiten der flexiblen Beschäftigung von Mitarbeitern für Gelegenheitsarbeit eröffnen.“

Ministerpräsident Paolo Gentiloni habe die Notwendigkeit einer zeitnahen neuen Regelung der Gelegenheitsarbeit erkannt und auch öffentlich bekundet; mit der Voucher-Abschaffung sei jüngst vor allem, verantwortungsbewusst, eine politische Spaltung im Hinblick auf das geplante Referendum vermieden worden, so Senator Hans Berger. Die Abschaffung der Lohngutscheine ist bekanntlich durch eine Unterschriftenaktion der Gewerkschaft CGIL für eine abschaffende Volksabstimmung erzwungen worden. Die SVP-Parlamentarier haben immer für die Voucher-Regelung gestimmt. „In der Überzeugung, dass zeitgerecht eine neue Lösung erlassen wird, werden wir uns bei den Abstimmungen im Senat so verhalten“, erklärt Hans Berger, „dass eine Neuregelung möglich wird – und die Gefahr eines Referendums endgültig vom Tisch ist.“

„Viele Familien, öffentliche Verwaltungen und gemeinnützige Organisationen haben in den vergangenen Jahren die Lohngutscheine als eine angenehme Form der flexiblen Beschäftigung genutzt“, erinnert Senator Hans Berger. „Genauso haben die Voucher vielen Studenten, Gelegenheitsarbeitern oder auch Arbeitslosen und Rentnern die Möglichkeit eines unbürokratischen Zusatzeinkommens gegeben.“ Und nicht zuletzt auch die Hotellerie, die Landwirtschaft und andere Berufszweige hätten dieses im Jahr 2008 geschaffene Instrument genutzt. Die Verwendung hat kontinuierlich zugenommen: „So waren es beispielsweise 2008 noch 500.000 Lohngutscheine, während es 2016 rund 140 Millionen geworden sind.“

Dies habe laut Hans Berger auf dem Arbeitsmarkt „auch zusätzlich legale Beschäftigung mit sich gebracht, was für den maroden italienischen Arbeitsmarkt enorm wichtig gewesen ist.“ Leider habe es auch Missbräuche gegeben: „Diese hätten aber nicht dazu führen müssen, gleich die völlige Abschaffung der Voucher von der Regierung zu verlangen.“ Als Ersatzmaßnahmen würden nun Regelungen wie eine Flexibilisierung der „Arbeit auf Abruf“, neue Formen des deutschen Modells der Minijobs oder auch Voucher-Systeme in ausschließlich telematischer Form diskutiert.

„Ich bin überzeugt, dass zeitgerecht eine anwendbare Ersatzlösung gefunden wird, welche den genannten Bedürfnissen der Familien und Organisationen sowie auch der Unternehmen Rechnung trägt“, sagt Hans Berger, „und dies ohne die Lohnkosten explodieren zu lassen.“ Wichtig sei auch, dass man den Rechten und Notwendigkeiten der Mitarbeiter entspricht – ohne die Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften, zu erschweren.“ Die Arbeitskommission des Senats, der Hans Berger als Mitglied angehört, hat schon am Mittwoch die Umwandlung des abschaffenden Dekretes in ein Gesetz auf der Tagesordnung.

„Die Möglichkeit, legale Beschäftigung zu fördern, muss über den Interessen gewerkschaftlicher Machtkämpfe stehen. Die Alternative zu flexibler Gelegenheitsarbeit ist Schwarzarbeit oder keine Arbeit“, so Senator Hans Berger abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Voucher: Senator Berger erwartet Ersatzmaßnahmen bis Ende Mai"


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fritzol
fritzol
Tratscher
15 Tage 10 h

Ja senatore Berger am meisten Missbrauch in Gastgewerbe

giftzwerg
giftzwerg
Tratscher
15 Tage 8 h

mit voucher sind arbeiter nur ausgenutzt worden, auch wenn sie es nicht selber bemerkt haben

Tante Mitzi
Tante Mitzi
Grünschnabel
15 Tage 9 h

aber bitte mit mehr Kontrolle, weil die Voucher waren nur hergerichtet, das Schwarzgeld zu verwenden

silas1100101
silas1100101
Tratscher
15 Tage 8 h

Ja es braucht eine Alternative!! Sonst kann man die Löhne nicht untenhalten!!

raunzer
raunzer
Grünschnabel
15 Tage 7 h

Verantwortungsvolle Politik sieht anders aus, solche römischen Bocksprünge sind mit Sicherheit das Letzte was eine seit Jahren lahmende Wirtschaft braucht.

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
15 Tage 10 h

wenn er es sagt, glaube ich es ihm umso mehr, er hat sich um eine Wiederwahl wegen seiner Mandatsbeschränkung nicht zu sorgen 😉

DAC
DAC
Grünschnabel
15 Tage 7 h

Abrufbare Minijobs fand i OK…

Duricia
Duricia
Neuling
14 Tage 21 h

Jo hoffentlich! Des wor jo wirklich perfekt für z.B. Pensionisten de hin und wieder irgendwo ausgeholfdn haben z.B. Schülerlotse…

Steuerzahlerin
Steuerzahlerin
Tratscher
14 Tage 19 h

Schülerlotse arbeitet 5 Tage die Woche, von September bis Juni. und das nennst du Gelegenheitsjobs ????

Gredner
Gredner
Tratscher
14 Tage 17 h

@Steuerzahlerin Ja, aber nur eine halbe Stunde am Tag, das macht in einem Jahr keine 100 Stunden aus. Für 2 Wochen Arbeit muss der Bürokratie-Aufwand möglichst gering sein – sonst lohnt sich’s nicht.

Schlumpfi
Schlumpfi
Grünschnabel
14 Tage 22 h

Wenns um die Wirtschoft geat, springen se wia augreckte Hennen.

Der Wirtschaft gets gut, wenns den arbeitenden Menschen gut geht.

Deshalb: Mehr Augenmerk auf die arbeitende Bevölkerung !!!

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
15 Tage 9 h

vielleicht gehts im Senat besser als bei den Abnickern in der Kammer.

Glaub ich aber erst wenn es soweit ist

herbstscheich
herbstscheich
Tratscher
14 Tage 20 h

na dann wart´ma mal geduldig ab…..

Gredner
Gredner
Tratscher
14 Tage 17 h

Wenn ein paar Einbrecher in die Häuser eindringen und Schmuck rauben, verbiete ich dann allen Einwohnern Schmuck zu besitzen?
Oder versuche ich die Einbrecher zu fassen?

Nicht die Voucher waren das Problem sondern die handvoll Firmen, die diese Zahlungsmethode missbraucht haben.

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