Ergebnisse des „Salvagente“ decken sich mit jenen der Verbraucherzentrale

Weiterer Test über Pestizide in Äpfeln

Montag, 14. Januar 2019 | 13:03 Uhr

Bozen – Beinahe zeitgleich mit der Verbraucherzentrale Südtirol hat das italienische Verbraucherschutzmagazin „Il Salvagente“ ebenfalls einen Apfel-Pestizid-Test durchgeführt. Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen sind verblüffend ähnlich, wie die VZS in einer Aussendung schreibt.

Für den Pestizid-Test des „Salvagente“ wurden 22 Apfelproben in verschiedenen italienischen Supermarkt-Ketten und Diskontern – Lidl, Conad, Esselunga, Coop, Carrefour usw. – eingekauft. Unter den Proben waren Äpfel der Sorten Gala, Stark/Red Delicious, Pink Lady und Kanzi, auch Äpfel aus Südtirol und dem Trentino waren darunter.

14 verschiedene Pestizide und bis zu fünf Wirkstoffe in einer Probe nachgewiesen

„Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind den Ergebnissen unseres Pestizid-Tests, welche erst kürzlich veröffentlicht wurden, verblüffend ähnlich“, stellt Silke Raffeiner, Ernährungswissenschafterin bei der Verbraucherzentrale Südtirol, fest.

Die Untersuchung des „Salvagente“ wies Rückstände von 14 verschiedenen Pestiziden in den Apfelproben nach. Während alle fünf untersuchten Bio-Apfelproben frei von Pestizidrückständen waren, waren alle 17 konventionell bzw. integriert erzeugten Apfelproben mit Rückständen von zumindest einem Pestizid belastet. Fünf Proben waren mit drei, zwei Proben mit vier und eine Probe mit gar fünf verschiedenen Wirkstoffen belastet. Die gesetzlich zulässigen Höchstmengen wurden jedoch nicht überschritten. „Auch „Il Salvagente“ weist in diesem Zusammenhang auf das gesundheitliche Risiko der Mehrfachrückstände durch einen möglichen Multiplikatoreffekt, also eine Verstärkung oder gar Potenzierung der Wirkung, hin“, gibt sich Silke Raffeiner besorgt.

Ein Apfel täglich und keine Krankheit quält dich?

Unter den nachgewiesenen Wirkstoffen waren laut der Verbraucherzentrale Fungizide (Boscalid, Captan, Dithianon, Dodin, Fludioxonil, Fluxapyroxad, Pyraclostrobin, Thiabendazol) und Insektizide (Chlorantraniliprol, Etofenprox, Flonicamid, Methoxyfenozid, das Neonicotinoid Thiacloprid) sowie Dithiocarbamate. Zehn dieser Pestizide werden von Greenpeace auf der „Schwarzen Liste der Pestizide 2016“ gelistet und somit als besonders gefährlich eingestuft, weil sie toxisch für den Menschen und/oder die Umwelt sind. Mehrere dieser Pestizide werden als krebserregend oder vermutlich krebserregend eingestuft, Thiacloprid aus der Klasse der Neonicotinoide gilt als bienengefährlich. Rückstände von Boscalid, Captan, Dodin, Fludioxonil, Etofenprox und Methoxyfenozid waren auch bereits beim Pestizid-Test der Verbraucherzentrale aufgetaucht. Die mengenmäßig höchste Rückstandsbelastung wurde mit knapp acht mg/kg auf einer Apfelprobe aus Chile festgestellt.

„Die Untersuchung des „Salvagente“ und unser kürzlich durchgeführter Pestizid-Test zeigen einmal mehr, dass Verbraucher und Verbraucherinnen leider tagtäglich der Belastung mit verschiedensten Pestiziden ausgesetzt sind“, fasst Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, die Ergebnisse der beiden Untersuchungen zusammen und fordert: „Die Pestizidbelastung für Mensch und Umwelt muss endlich reduziert werden.“

Klasse I, II oder Extra?

Äpfel im Handel werden übrigens EU-weit einer Handels- oder Güteklasse zugeordnet. Diese muss auch bei unverpackter Ware auf dem Schild am Verkaufsregal angegeben werden. Die höchste Qualität aus Sicht des Handels hat die Klasse Extra: Die Äpfel müssen fehlerfrei, ganz, glatt, fest, prall, gut geformt, von einheitlicher Farbe und von gleicher Größe sein. Äpfel der Klasse I sind von guter Qualität, sie müssen ausreichend fest sein, leichte Form- und Farbfehler sind aber zulässig. Die Handelsklasse II steht für „nur“ mittlere Qualität, für diese sind auch gröbere äußere Fehler und Farbabweichungen erlaubt. Bestimmte Mindestanforderungen müssen aber immer eingehalten werden. Bio-Lebensmittel werden sehr häufig der Handelsklasse II zugeordnet.

Zum Pestizid-Test der Verbraucherzentrale Südtirol: https://www.consumer.bz.it/de/aepfel-und-pestizide-alles-bestens-oder-doch-nicht

Test des Salvagente: https://ilsalvagente.it/2018/12/28/fino-a-5-pesticidi-nella-stessa-mela-il-test-shock-del-salvagente/ (in italienisch).

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Weiterer Test über Pestizide in Äpfeln"


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Sun
Sun
Superredner
5 Tage 3 h

“Während alle fünf untersuchten Bio-Apfelproben frei von
Pestizidrückständen waren, waren alle 17 konventionell bzw. integriert
erzeugten Apfelproben mit Rückständen von zumindest einem Pestizid
belastet.”

Wer Angst vor Pestizidrückstände unter der Höchstgrenze hat, der soll eben biologisch produzierte Äpfel kaufen. Wo liegt das Problem?

peterle
peterle
Superredner
5 Tage 1 h

Allein schon mit der Ausbringung der erwähnten Pestizide stellt Südtirol mit Ländern ausserhalb der EU Grenzen gleich. Das kann einem konvenzionellen Landwirt nicht beigebracht werden, ausser der Konsument zeigt beim Nichtkauf der Ware Flagge.

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Tratscher
5 Tage 3 h

“Pestizüdtirol”

andr
andr
Superredner
5 Tage 34 Min

Obst salat gemüse pestizidvergiftet fleisch voll antibiotika hormone kranke Tiere mit medikamenten vergiftet lebensmittel mit farbstoffen und 100 konservierungsstoffe gen verändertertes korn
wein mit glyphosat apfelsaft traubensaft alles behandelt mit irgendwelchen stoffen und voll glyphosat und fungizide pestizide herbizide
Sind wir wahnsinnig geworden und das um jeden preis
Wo sind unsere vertreter in der EU

mmhm_sel_schu
mmhm_sel_schu
Grünschnabel
4 Tage 23 h

Irgendwie muss die Weltbevölkerung ja begrenzt werden.
Aber Hauptsache Fleisch, Obst und Gemüse sind billig, solange der Endverbraucher nicht mehr bezahlen will, muss er essen für was er kein Geld ausgeben will.

lalala
lalala
Grünschnabel
4 Tage 22 h

@mmhm_sel_schu begrenzt? Begrenzt werd sie wenn olle auf bio umstelln, wer meldet sich freiwillig als hungernder?

Aurelius
Aurelius
Superredner
5 Tage 2 h

Bio ist die Zukunft

lalala
lalala
Grünschnabel
4 Tage 22 h

Bio braucht 50%mehr fläche um die gleichen erträge zu erholtn, des weiteren wurde von mykotoxinen nix gsog wos im biologischen epfl stork entholten sein, die pflanzeneigenen abwehrstoffe sein a giftig, egal ob salot epfl karotte etc. wiso lossts net die transgentransplantazion zua? Nor war dor epfl schorf, alternaria und mehltauresistent?
Ps mol schaugn wia giftig kupfer isch? 😉
Frage: wos tian die biologn wenn sel verbotn werd?

Sun
Sun
Superredner
4 Tage 6 h

50% mehr Fläche bedeutet 50% weniger Ertrag, damit hat sich Überproduktion und Preisverfall in einem Zug erledigt.
Gibt es zu deinen mykotoxinen auch Belege oder basiert alles auf Fakenews, um Pestizidnutzung zu verharmlosen. Was erwartest du von der Bevölkerung, wenn ihr Landwirte nun versucht euch gegenseitig schlecht zu machen?

Paul
Paul
Universalgelehrter
5 Tage 27 Min

MOHLZEIT

Sag mal
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Kinig
4 Tage 10 h

von den “Konventionellen Bauern”Würd ich die Lebensmittel nicht geschenkt annehmen.

Sag mal
Sag mal
Kinig
4 Tage 10 h

vielleicht haben Wir die Verblödung der Menschen a u c h Pestiziden zu verdanken.Es gibt Welche Die schon lange u m gestellt haben.Von Denen kann man ruhigen Gewissens kaufen.Um Massentierhaltung ein Ende zu setzen müssten auch Fleisch, Milchprodukte bio gekauft werden.Etwas weniger, dafür kontrollierte Lebensmittel.

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