Von: mk
Bozen – Vom 9. bis 11. Juni veranstaltet die Freie Universität Bozen die CONAVI 2026, die elfte Ausgabe der Nationalen Weinbautagung, bei der die Zukunft der Weinbaupraktiken im Mittelpunkt steht.
Die Rebe ist eine Kulturpflanze von globaler wirtschaftlicher Bedeutung: Im Jahr 2023 erreichten die weltweiten Weinexporte einen Wert von rund 36 Milliarden Euro. Heute steht die Branche jedoch vor den Auswirkungen des Klimawandels und einer zunehmenden Häufigkeit extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und Starkniederschlägen, welche die Gesundheit und Produktivität der Weinberge gefährden.
Wie entwickelt sich der Weinbau angesichts dieser Herausforderungen? Welche Strategien und Innovationen können dazu beitragen, den Sektor widerstandsfähiger zu machen? Dies sind einige der zentralen Themen der CONAVI 2026, die vom 9. bis 11. Juni an der Freien Universität Bozen stattfindet.
Während der Tagung werden hochaktuelle Themen im Bereich Weinwirtschaft behandelt, darunter die nachhaltige Bewirtschaftung von Weinbergen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, die Physiologie und genetische Verbesserung der Rebe sowie innovative Techniken zum Schutz der Weinberge.
Seit Jahren verfolgt die Freie Universität Bozen verschiedene Forschungsansätze zur Analyse der Auswirkungen von Hitzewellen auf die Physiologie der Rebe und die Weinqualität. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, welche die Widerstandsfähigkeit dieser Kulturpflanze gegenüber Hitze und Trockenheit erhöhen. Diese Stressfaktoren beeinflussen nämlich nicht nur die Gesundheit der Pflanzen, sondern auch die Qualität der Trauben und des Weins, was häufig zu Qualitätseinbußen führt, die in den Kellereien ausgeglichen werden müssen.
Die Veranstaltung bietet zudem die Gelegenheit, die Besonderheiten des Südtiroler Weinbaus näher kennenzulernen. In einem Gebiet, das durch große Höhenunterschiede und eine hohe klimatische Vielfalt geprägt ist, stellt die Bewirtschaftung der Weinberge besondere Herausforderungen dar. Diese hängen sowohl mit der Beschaffenheit der Böden zusammen, die oft nur wenig Wasser speichern können, als auch mit der zunehmenden Instabilität der Wetterbedingungen.
„Auch Bergregionen, die lange Zeit als relativ geschützt vor den Auswirkungen des Klimawandels galten, sind heute immer häufiger extremen und unvorhersehbaren Wetterereignissen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, wie der Bergweinbau an die neuen Umweltbedingungen angepasst werden kann, eine der größten Herausforderungen für die Branche“, erklärt Carlo Andreotti, Professor für Obst- und Weinbau an der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften der unibz und Organisator der Tagung.
Die Konferenz bringt mehr als 150 Teilnehmende aus ganz Italien zusammen und bietet die Möglichkeit, die neuesten Forschungsergebnisse zu Weinbaupraktiken vorzustellen, mit besonderem Augenmerk auf Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.
Im Rahmen des Programms gibt es außerdem eine Veranstaltung zur Vertiefung des Themas „Genetische Verbesserung der Rebe: neue Technologien und neue Genotypen“. Dabei werden traditionelle und innovative Ansätze der Rebenzüchtung miteinander verglichen. Diskutiert werden auch pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die sogenannten PIWI-Sorten, die durch klassische Kreuzungszüchtung entstanden sind. Ihnen gegenübergestellt werden neue Methoden der genetischen Verbesserung, darunter CRISPR-Cas und Gen-Silencing.
Zum Programm gehört außerdem ein Nachmittag mit Exkursionen, die in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg organisiert werden. Besucht werden verschiedene Versuchsanlagen sowie Genossenschaftskellereien der Umgebung.




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