HANDS schlägt Alarm

Wenn Glücksspiel Familien zerreißt

Freitag, 15. Mai 2026 | 07:48 Uhr

Von: luk

Bozen – Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai warnt der Verein HANDS vor den oft unterschätzten Folgen der Glücksspielabhängigkeit für Familien und Kinder. Glücksspiel zerstöre Vertrauen, belaste Beziehungen und bringe viele Familien schleichend in emotionale und finanzielle Krisen, heißt es in einer Aussendung.

Der Psychologe und Psychotherapeut Paolo Belletati betont, dass Angehörige nicht nur „Mitbetroffene“, sondern häufig selbst Opfer der Suchtspirale seien. Studien zufolge seien bei jeder Person mit problematischem Spielverhalten sieben bis zehn weitere Menschen betroffen.

Besonders Kinder würden Spannungen, Streit und finanzielle Unsicherheit früh wahrnehmen. Viele Angehörige lebten laut Belletati in einem dauerhaften Alarmzustand, kontrollierten Konten, versteckten Schulden oder hofften ständig auf Veränderung.

Nach Angaben von HANDS nehmen problematisches Online-Glücksspiel und Sportwetten international weiter zu. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Glücksspielabhängigkeit als anerkannte Erkrankung ein.

Das Ambulatorium von HANDS in Bozen bietet seit 2013 kostenlose und vertrauliche Unterstützung für Menschen mit Glücksspielproblemen sowie deren Angehörige an. Die Organisation begleitet laut eigenen Angaben jährlich mehr als 1.600 Menschen mit verschiedenen Abhängigkeitserkrankungen.

Gemeinsam mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, der Caritas Diözese Bozen-Brixen und weiteren Partnern arbeitet HANDS im Landesnetzwerk gegen Glücksspielabhängigkeit zusammen. Ziel sei es, Prävention und Unterstützung für Betroffene und Familien weiter auszubauen.

Bezirk: Bozen

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