hds stellt neues Instrument der Geoanalyse vor

Wie wirken sich neue Einkaufszentren auf Südtirols Städte und Dörfer aus?

Donnerstag, 31. Januar 2019 | 13:41 Uhr

Bozen – Wie wirkt sich in Südtirol ein neues Einkaufszentrum auf das Umfeld, auf die Entwicklung einer Stadt, eines Ortes oder eines Stadtviertels aus? Oder welche Auswirkungen haben etwa der Bau einer neuen Umfahrungsstraße oder eines anderen größeren Vorhabens auf die Frequenzen in einer Südtiroler Ortschaft? Oder wie ändern sich dabei z.B. die Besucherströme? Antworten auf diese und andere Fragen gibt nun ein neues, innovatives Instrument: die Geoanalyse, die in den vergangenen Monaten vom hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol gemeinsam mit dem internationalen Beratungsunternehmen KPMG entwickelt wurde.

Die Geoanalyse mit aktuellen Südtiroler Fallbeispielen wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz im Auktionssaal des Merkantilgebäude in Bozen vorgestellt. An der Pressekonferenz haben hds-Präsident Philipp Moser, Direktor Bernhard Hilpold, Stephan Fetsch, Partner, Deal Advisory und Head of Retail der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaf t sowie der Bereichsleiter im hds für Orts- und Stadtentwicklung und Projektverantwortlicher Martin Stampfer teilgenommen.

„Die Geoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung unserer Vision 2020“, erklärte Moser. Mit der Vision „Die Qualität des Lebensraumes Südtirol durch eine gezielte Wirtschaftsentwicklung der Orte und Städte steigern” hat sich der hds zum Ziel gesetzt, Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Südtirols Städten, Innenstädten und Stadtteilen sowie Dörfern zu werden. Dabei spielen über den Einzelhandel hinaus auch ortsrelevante Betriebe in den Bereichen Gastronomie, Dienstleistungen, Privatvermietung und ortsgebundenes Handwerk eine wesentliche Rolle.

Die Geoanalyse ist eine digitale Landkarte Südtirols, die imstande ist, zukünftige Auswirkungen zu simulieren, Aufschluss über die Frequenzen sowie die Passantenströme zu geben und ist somit ein verlässlicher Indikator für die Attraktivität einzelner Bezirke, Orte oder Einkaufsstraßen. Hilpold unterstrich, dass diese Erkenntnisse sowohl für Gemeindeverwaltungen nützlich sein können für Entscheidungen und Vorhaben, die einen Ort betreffen, aber auch für einzelne Betriebe, die sich in den Orten ansiedeln oder weiterentwickeln möchten. Südtirol sei mit der Geoanalyse in Italien und darüber hinaus Vorreiter.

Stephan Fetsch, seit über 20 Jahren bei KPMG tätig, verantwortet seit 2015 den Sektor Handel. In dieser Position betreut er verschiedene weltweit agierende Unternehmensgruppen in Familienbesitz und aktuelle Themen wie Retail Analytics und hierbei insbesondere die Geoanalyse. „Die Messung und Simulation der Standortattraktivität setzt eine umfassende Datengrundlage voraus“, so der Handelsexperte, der die Entstehungsgeschichte, die Dimension und vor allem die Einzigartigkeit der Geoanalyse Südtirol schilderte. Dieser zugrunde liegen u.a. alle Südtirol betreffende demographischen Daten und alle signifikanten touristischen Zahlen.

Abschließend wurden bei der Pressekonferenz als konkrete Fallbeispiele die Auswirkungen des neuen Kaufhauses „Waltherpark“ in Bozen samt vorgeschlagener Verlegung des Ötzi-Museums auf den Virgl simuliert.

 

Simulation > Kaufhaus „Waltherpark“:

Hauptergebnisse und Basisdaten

1.     Der Waltherpark weist eine Frequenz von bis zu 16.000 Besuchern/Tag auf.

2.     Unterschiedliche Auswirkungen auf die Frequenz in der Innenstadt, wobei einzelne Bereiche eine Befruchtung verzeichnen (allerdings beschränkt auf einzelne Straßen und Plätze wie Lauben und Waltherplatz). Die Gastronomie erleidet Einbußen.

3.     Die Stadtviertel außerhalb des Zentrums verlieren an Attraktivität und Frequenz (bis zu acht Prozent).

4.     Die Einkaufszentren im Gewerbegebiet Bozen Süd verzeichnen Rückgänge (Twenty bis zu zwölf Prozent, Centrum bis zu 14 Prozent).

 

 

Simulation > Ötzi/Virgl

Hauptergebnisse und Basisdaten

Auf dem Virgl wird ein Frequenzzuwachs von bis zu 3927 Besuchern/Tag gemessen.
Negative Auswirkung auf Touristenfrequenz in der Innenstadt (inkl. ursprüngliche Position Ötzi-Museum) von bis zu 20 Prozent.
Massive Abnahme der allgemeinen Frequenz am Waltherplatz.
Wenig bis kein spürbarer Einfluss auf die Stadtviertel außerhalb der Innenstadt.
Kein spürbarer Einfluss auf Einkaufszentren im Gewerbegebiet.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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