Erhebung in Euregio-Ländern

Zahl der Südtiroler Frauenunternehmen steigt trotz Covid-19-Krise weiter an

Donnerstag, 04. März 2021 | 10:25 Uhr

Bozen – In den letzten Jahren hat die Anzahl der Frauenunternehmen in Südtirol kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2020 ist die Zahl der weiblichen Unternehmen – trotz Covid-19-Pandemie – um 0,8 Prozent gewachsen. Mit einer Erhebung in den Euregio-Ländern Tirol, Südtirol und Trentino sollen die Effekte der Covid-Krise auf Unternehmerinnen in den nächsten Monaten untersucht werden.

Hier geht es zum PDF! (Entwicklung der Frauenunternehmen in Südtirol nach Sektor)

10.765 Frauenunternehmen waren Ende 2020 im Handelsregister der Handelskammer Bozen eingetragen. Dies entspricht 18 Prozent der Südtiroler Unternehmen insgesamt. Die meisten Frauenunternehmen gibt es im Hotel- und Gastgewerbe (27,3 Prozent), in der Landwirtschaft (25,8 Prozent) und im Dienstleistungssektor (23,8 Prozent). Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Südtiroler Frauenunternehmen um 0,8 Prozent an. Das größte prozentuelle Plus verzeichnete dabei der Sektor „Verkehr und Lagerung“ mit einem Anstieg von 5,1 Prozent, was jedoch zahlenmäßig aufgrund der niedrigen Anzahl an Frauenunternehmen in diesem Sektor nur einem Anstieg von 118 auf 124 Unternehmen entspricht. Im Hotel- und Gastgewebe stiegen die Frauenunternehmen um 85 Betriebe.

Das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen führt in den nächsten Monaten eine Umfrage bei den Unternehmerinnen und Unternehmern in der EUREGIO Tirol-Südtirol-Trentino durch. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden: Haben Unternehmerinnen stärker mit den betrieblichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu kämpfen als Unternehmer? Wurde die erhöhte Belastung durch Betreuungs- und Haushaltsaufgaben vor allem durch die Unternehmerinnen aufgefangen?

„Die Erhebung hilft uns, die Rolle der Frau in der Wirtschaft besser zu verstehen und falls Ungleichgewichte festgestellt werden, Vorschläge zur Verbesserung der Situation auszuarbeiten“, erklärt Marina Rubatscher Crazzolara, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums der Handelskammer Bozen.

Handelskammerpräsident Michl Ebner ergänzt: „Es freut uns sehr, dass die Anzahl der Frauenunternehmen in Südtirol zunimmt. Dass hierzulande immer mehr Frauen Unternehmen führen, ist eine große Bereicherung für die heimische Wirtschaft.“

Initiativen der Handelskammer zur Förderung des weiblichen Unternehmertums

Im Rahmen der Initiative „Frau in der Wirtschaft“ organisiert das WIFI mehrere Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Frauen mit Karriereabsichten und solche, die sich selbständig machen wollen. Der Höhepunkt der Initiative ist jedes Jahr der Treffpunkt Frau in der Wirtschaft: Bei der Online-Veranstaltung am 25. März 2021 haben Frauen aus allen Bereichen die Möglichkeit, wertvolle Anregungen von renommierten Expert/innen zu erhalten und sich zu vernetzen.

Die Initiativen des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums zielen darauf ab, die Gründung von Unternehmen durch Frauen zu forcieren, Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen zu fördern und die Position von Frauen in der Wirtschaft zu stärken. Darüber hinaus bietet die Initiative audit familieundberuf professionelle Unterstützung für Unternehmen bezüglich der Einführung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Anmerkung zur Methodik: Frauenunternehmen sind Unternehmen, bei denen Führungs- bzw. Besitzpositionen mehrheitlich von Frauen wahrgenommen werden. Die Differenz zur Gesamtanzahl der Unternehmen entspricht nicht der Anzahl der „Männerunternehmen“, weil die Klassifizierung oft nicht möglich ist (z. B. wenn das Unternehmen von juristischen Personen oder von Männern und Frauen im gleichen Maße kontrolliert wird).

Von: mk

Bezirk: Bozen

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