Von: apa
In Tirol sind am Mittwoch bei Lawinenabgängen zwei Wintersportler getötet worden. Damit hat es in der heurigen Wintersaison bereits 17 Lawinentote gegeben. Schon jetzt sind es deutlich mehr als in der gesamten Wintersaison des Vorjahres, damals starben acht Menschen. Im Durchschnitt gab es in den vergangenen zehn Jahren in der gesamten Wintersaison jeweils 16 Tote, sagte Susanna Mitterer vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) am Donnerstag zur APA.
Die meisten Todesopfer gab es bisher mit sieben in Tirol, sechs waren es in Salzburg – vier Personen starben am 17. Jänner bei einem vom Alpenverein organisierten Ausbildungskurs. Die Steiermark verzeichnete bisher drei und Vorarlberg einen Lawinentoten. 13 Opfer waren Männer, vier Frauen.
In Tirol appellierten das Land und der Lawinenwarndienst am Donnerstag, aufgrund der aktuell kritischen Situation auf Touren im alpinen Gelände vorerst zu verzichten. Vor allem in höheren Lagen herrschte teils große Lawinengefahr, also Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala. Für Wintersport abseits gesicherter Pisten sind die Verhältnisse sehr gefährlich. Spontane Lawinen sind in der zweiten Tageshälfte zu erwarten.
Besonders schlechter Schneedeckenaufbau
In der heurigen Wintersaison gibt es einen sehr schlechten Schneedeckenaufbau, erläuterte Mitterer. Derzeit könne auch “wenig Neuschneezuwachs zu großen Lawinen führen”. Heuer liegt weniger Schnee, doch dadurch sei die Gefahr durch Lawinen keinesfalls geringer.
Die Expertin riet Alpinisten dazu, für Touren auf der Piste zu bleiben oder andernfalls “mit großer Vorsicht und Zurückhaltung” sowie unter Berücksichtigung des detaillierten Lawinenlageberichts Routen zu wählen. Wer unsicher ist und trotzdem ins freie Gelände möchte, sollte sich einen Bergführer nehmen, empfahl Mitterer. Bei Skitouren müsse jedenfalls die Standard-Sicherheitsausrüstung – Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel – mitgenommen sowie beherrscht werden. Durch die Kameradenrettung könne die Überlebenschance mit kompletter Sicherheitsausrüstung “um ein Vielfaches erhöht” werden, betonte sie.




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