Häuser nach Beben schwer beschädigt

Berichte über Tote in Einkaufszentrum nach Erdbeben in Japan

Dienstag, 28. Juli 2026 | 14:36 Uhr

Von: APA/Reuters

Bei einem Erdbeben sind am Dienstag in Japan mehrere Menschen ums Leben gekommen. In einem teilweise eingestürzten Einkaufszentrum in der Präfektur Kumamoto werden nach einer Explosion zahlreiche weitere Tote befürchtet, wie die Polizei mitteilte. Das Beben der Stärke 7,1 erschütterte die südjapanische Insel Kyushu. Laut Ministerpräsidentin Sanae Takaichi würde noch das volle Ausmaß der Schäden ermittelt. Allein ein Krankenhaus in Kumamoto meldete mehr als 50 Verletzte.

Im Mittelpunkt der Katastrophe steht ein Einkaufszentrum der Kette Aeon, in dem sich nach dem Beben eine Explosion ereignete. Mehrere Menschen seien darin eingeschlossen, teilte die Feuerwehr mit. Die Polizei befürchtet dem Fernsehsender TBS zufolge, dass eine “hohe Zahl” von Menschen bei dem Vorfall ums Leben gekommen ist. Ein Aeon-Sprecher erklärte, Kunden und Mitarbeiter seien direkt nach dem ersten Beben evakuiert worden. Die genaue Ursache der nachfolgenden Explosion sei jedoch unklar. Ein Augenzeuge berichtete TBS von einer gewaltigen Druckwelle und einer großen Rauchwolke. “Es sah um uns herum aus, als würde Vulkanasche herabfallen”, sagte er.

3.600 Soldaten im Einsatz

Die Behörden forderten rund 300.000 Menschen auf, Evakuierungszentren aufzusuchen. Regierungschefin Takaichi kündigte an, 3.600 Soldaten zur Unterstützung bei den Bergungsarbeiten zu entsenden. “Ich bitte alle, sich in Sicherheit zu bringen”, sagte die Ministerpräsidentin. In einigen Gebieten seien Feuer ausgebrochen, zudem gebe es Schäden an Straßen und Brücken sowie eingestürzte Gebäude. Der Fernsehsender NHK zeigte Bilder von brennenden Häusern, großen Rissen in einer Hochstraße und einem entgleisten Güterzug. Die Wetterbehörde warnte die Bewohner, dass etwa eine Woche lang mit starken Nachbeben und Erdrutschen zu rechnen sei.

In der gesamten Region fiel in rund 48.000 Haushalten der Strom aus. Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten Zugverkehr ein, darunter auch die Hochgeschwindigkeitszüge. Auch am Flughafen von Kumamoto wurde der Betrieb eingestellt. Mehrere Konzerne evakuierten ihre Fabriken in der Region. Dazu gehören der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC sowie die Elektronikkonzerne Sony und Fujifilm. Die Telekommunikationsanbieter KDDI und Docomo meldeten Störungen in ihren Mobilfunknetzen.

Keine Unregelmäßigkeiten in Kernkraftwerken

Die japanische Atomaufsichtsbehörde teilte mit, es seien keine Unregelmäßigkeiten bei den Kernkraftwerken in der Region gemeldet worden. Eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben. Die Präfektur Kumamoto war bereits vor zehn Jahren von einem verheerenden Beben heimgesucht worden. Damals kamen offiziellen Angaben zufolge 275 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt und zahlreiche Gebäude beschädigt, darunter die historische Burg der Stadt. Auch bei dem jetzigen Beben stürzten nach Angaben der Burgverwaltung Teile der Steinmauern ein. Japan ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt.

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