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Besonders tragisch ist die Gier

Dienstag, 01. Juni 2021 | 09:54 Uhr

Bozen – Die einzig gute Nachricht ist: Der Zustand des bei dem Gondelabsturz in Norditalien schwer verletzten Buben bessert sich weiter. Bei dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore sind 14 Menschen ums Leben gekommen – unter anderem auch die Eltern des Fünfjährigen.

Laut Untersuchungsrichterin der norditalienischen Stadt Verbania bestehen keine soliden Schuldbeweise gegen den Besitzer der Seilbahnanlage “Ferrovie del Mottarone” und gegen den technischen Direktor. Die beiden kamen in der Nacht auf Sonntag wieder frei. Der Einsatzleiter wurde hingegen unter Hausarrest gestellt.

Er hätte den Ermittlern zufolge die Seilbahn außer Betrieb nehmen können, die schon seit Ende April Probleme hatte. Ein Dutzend Male soll er zwischen dem 8. und 24. Mai das Sicherheitssystem ausgeschaltet haben. Ziel sei es gewesen, Ausfälle der Seilbahn zu verhindern.

Laut der Staatsanwaltschaft könnten auch weitere Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft “Ferrovie del Mottarone” angezeigt werden. Wer letztendlich auf der Anklagebank landet, bleibt offen. Dass durch Gier und Skrupellosigkeit Menschenleben leichtfertig aufs Spiel gesetzt wurden, macht den Fall allerdings doppelt tragisch.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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6 Kommentare auf "Besonders tragisch ist die Gier"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
12 Tage 44 Min
Hallo @mk (Kommentator) Not und Verzweiflung führen zu Leichtsinn und Risikobereitschaft und leider dann zu solchen Katastrophen.Mit einer haarsträubenden Wahrscheinlichkeit wie bei einem Lottogewinn aber es gibt bekanntlich auch Lottogewinne. Viele Wirtschaftstreibende werden in den vergangenen Monaten an den Existenzrand gedrängt worden sein, es wird in den nächsten Monaten viel “geschummelt” werden, wahrscheinlich gern bei Steuern/Einkauf/Betriebskosten Einfach nur eine traurige Geschichte, 14 Tote weil andere um ihr wirtschaftliches Überleben mit unlauteren Mitteln gekämpft haben. Bewusstes Gesetzesbrechen um sein eigen Lohn und Brot zu sichern lasse ich gelten, Gier nicht, Reichtümer sollten nicht angehäuft werden, die Bahn sollte und musste laufen… Weiterlesen »
Staenkerer
11 Tage 8 h

i bin früher so oft mit trenitalia Züge stehen geblieben oder langsam in den nächsten Bahnhof hinein ‘gekrochen” dass jede seilbahn tausendmol sichere sein wie de Züge!

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Universalgelehrter
11 Tage 2 h

@Staenkerer..ich bin sehr froh, dass du alle “Abstürze” der trenitalia Züge überlebt hast…..

Staenkerer
11 Tage 9 h

jo, wo isch de grenze zwischen reiner gier und der verzweiflung de verdienstgrundlage zu verlieren? ober spielt des a rolle angesichts der Tragödie, ob es Gier war oder Verzweiflung?
so oder so es war a hausgemachte menschliche manipulation!

Neumi
Neumi
Kinig
10 Tage 23 h

Wer sich nicht in der Lage sieht, die Sicherheitsvorschriften zu finanzieren, hat bei der Erstellung des Geschäftsmodells ein paar grundlegende Fehler gemacht. Nicht jedes Unternehmen ist überlebensfähig.

Oder wäre es aus Verzweiflung, die Dienstgrundlage zu verlieren ok, wenn ein Taxler auf die Wartung der Airbags verzichtet und die Sicherheitsgurte hinten entfernt?

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Universalgelehrter
11 Tage 6 h

Wer den Bericht des ZDF gestern Abend gesehen hat, könnte schon zu dem Schluss kommen, dass es diese Opfer rein zufällig getroffen hat. Dass die “Bremse” mindestens schon ab 2014 !!!!! immer wieder vorsätzlich manipuliert bzw. außer Funktion gesetzt wurde, um Betriebsstillstände und damit Einnahmeausfälle zu vermeiden, kann in einer relativ kleinen Firma weder dem Eigentümer noch der Betriebsleitung verborgen geblieben sein. Dahingehend äußerte sich auch der im Zuge der Recherchen interviewte, heute pensionierte, ehemalige langjährige Direktor der Bahn. Das Argument der wirtschaftlichen !! Zwangslage wegen Corona ist in diesem Fall leider überhaupt nicht stichhaltig.

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