Polizei kann sie nicht immer schützen

Bozen: Belästigung von Schülerinnen am Bahnhof

Donnerstag, 11. Mai 2017 | 07:33 Uhr

Bozen – Vom Grapschen bis zu Verfolgungen ist alles mit dabei: Schülerinnen berichten immer wieder von Belästigungen in der Zone rund um den Bozner Zugbahnhof.

Nicht zuletzt deshalb wurde Forderung nach einer fixen Polizeipräsenz am Bahnhof laut. Diese kann aber nicht erfüllt werden, wie Polizeihauptmeister Dietmar Angerer Medienberichten zufolge erklärt. Grund dafür ist fehlendes Personal.

Den betroffenen Mädchen und Frauen rät die Polizei, die Gegend zu meiden oder den Männergruppen sicher und selbstbewusst aufzutreten.

In einer Aussendung erklärt die Quästur, dass es sich hierbei um die Einzelmeinung eines Polizisten handelt, die nicht die Realität widerspiegelt.

Der Bozner Bahnhof sei das meist überwachte Gebiet der Stadt.

FH: “Polizei hat die Pflicht zu schützen”

Mit Entsetzen reagiert die Freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, auf die Empfehlung des Polizeihauptmeisters Angerer wonach das Bozner Bahnhofsareal von Mädchen und Frauen besser gemieden werden soll aufgrund der stattfindenden Belästigungen. Mair fordert von den Polizeikräften, für Recht und Ordnung am Bahnhof zu sorgen und für die Sicherheit der Mädchen und Frauen einzustehen.

Der Rat des Polizeihauptmeisters an die Frauen zur Meidung des Bahnhofsgeländes in Bozen sei ein Paradebeispiel des überforderten Staates, der aufgrund der illegalen Masseneinwanderung die Sicherheit der eigenen Bürger nicht mehr gewährleisten könne, kritisiert die Freiheitliche Fraktionssprecherin Ulli Mair in einer Aussendung einleitend. „Es ist ein vollkommen schlechter und brandgefährlicher Ratschlag der Polizei, dass die betroffenen Mädchen und Frauen sicher und selbstbewusst gegen die besagten Männergruppen auftreten sollten. Wie sollen minderjährige Mädchen sicher und selbstbewusst gegen oft betrunkene, bekiffte und aggressive Ausländer auftreten? Diese Frage beantwortet sich von selbst und zeugt von völlig verkannten, weltfremden Ansichten“, urteilt Mair und zeigt kein Verständnis für derartige Vorgehensweisen.

„Die Schülerinnen sind auf den Bahnhof notgedrungen angewiesen, denn schließlich müssen sie zwischen Wohnort und Schule pendeln. Schon aus diesem Grund muss die Sicherheit am Bahnhof von Bozen garantiert werden. Männer, die sich anmaßen Frauen und Mädchen zu belästigen, sind mit der ganzen Härte des Gesetzes zu verfolgen und aus dem Verkehr zu ziehen. Der Bahnhof darf nicht zu einer ‚No-go-Area‘ für Frauen werden, wo Anarchie und Gewalt regieren“, so Mair.

„Der Staat hat die Pflicht die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten und insbesondere jener, die sich nicht wehren können. Anstatt den Frauen und Mädchen gefährliche Ratschläge zu geben, wäre es angebracht für Sicherheit zu sorgen, Gewalttäter, Illegale und sich ungebührlich verhaltende Personen vom Bahnhof zu entfernen und bei Missachtung der Gesetze und Spielregeln des Landes zu verweisen. Die Belästigung von Frauen und Mädchen muss als Abschiebegrund angesehen werden“, schließt Ulli Mair.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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