Breiter Einsatz laut Zementindustrie ab 2040 realistisch

CO2-Abscheidung und -Speicherung in Österreich konkreter

Dienstag, 25. August 2026 | 14:14 Uhr

Von: importer

Nachdem die Regierung im Zuge ihrer Einigung auf Dürrehilfen und ein Klimagesetz die Aufhebung des generellen CCS-Verbots zur Speicherung von CO2 aus Industrieemissionen avisiert hat, wird das von der emissionsstarken Zementindustrie begrüßt. Es handle sich um einen sehr positiven, wenn auch überfälligen Schritt. Ihr geht es um die Abscheidung von CO2 bei der Zementproduktion, in der die Entstehung von CO2 unvermeidbar ist.

Die geplante Zulassung von CCS (Carbon Capture and Storage – also CO2-Abtrennung und -Speicherung) hatte SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler, dessen Partei mit Markus Marterbauer den für Bergbau zuständigen Minister stellt, im ORF-Sommergespräch am Montag bekräftigt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bezeichnete die CO2-Speicherung in einer schriftlichen Stellungnahme am Dienstag unter anderem als “zentrale Klimaschutzmaßnahme” und “echte Perspektive”. Dabei geht es neben der Zement- etwa auch um die Kalk- und Stahlindustrie.

Das Vorgehen sei zur Erreichung der Klimaziele notwendig. Das Gesetz befinde sich derzeit koalitionsintern in Abstimmung. Das Vorhaben soll bald in den Ministerrat kommen. Gemeinsam mit dem neuen Klimagesetz und dem UVP-Gesetz soll das Gesetz zur CO2-Speicherung in Begutachtung.

Auch wenn jetzt rasch gehandelt wird: “Eine breite industrielle Nutzung von CCS in Österreich frühestens ab 2040 realistisch”, heißt es von der Vereinigung der Österreichischen Zementerzeuger (VÖZ) zur APA. Sie erinnerten auch, dass CCS 2024 schon einmal Thema in einem Ministerrat war.

Abtrennung und Speicherung oder Weiternutzung

Bei CCS und CCU (Carbon Capture and Usage also CO2-Weiternutzung) geht es um nicht-vermeidbare CO2-Emissionen, die gebunden und geologisch gespeichert oder zu anderen Produkten weiterverarbeitet werden sollen. Allerdings gibt es Bedenken: Tritt CO2 unplanmäßig aus, können Grundwasser, Böden und Oberflächengewässer geschädigt werden, warnen Kritikerinnen und Kritiker. Auch hohe Kosten und eine bisher nicht großflächig mögliche Nutzung werden ins Treffen geführt. Als Vorreiter gilt Norwegen.

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