„Jeder sollte sich so verhalten, als sei er infiziert“

Coronavirus: Anzahl der Todesopfer steigt auf zehn

Dienstag, 17. März 2020 | 18:29 Uhr

Bozen – Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gesundheitslandesrat Thomas Widmann haben heute erneut aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Südtirol geliefert. Die Liste der Opfer wird auch bei uns immer länger. Mittlerweile sind bereits zehn infizierte Personen gestorben.

Um Journalisten und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aus seriöser und vertrauenswürdiger Quelle zu informieren und gleichzeitig Menschenansammlungen zu vermeiden, hält die Landesregierung täglich ab 16.30 Uhr eine virtuelle Pressekonferenz.

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann unterstrich, dass man die Bemühungen zur Feststellung von infizierten Personen noch einmal verstärkt habe: Der Sanitätsbetrieb habe seine Kapazitäten verdreifacht und führe mittlerweile 650 Abstriche pro Tag durch.

Am Dienstag stieg die Gesamtzahl der positiv getesteten Personen stieg am Dienstag auf 293. Bei dem zehnten Todesopfer handelt es sich um eine 82-jährige Frau. Zuvor ist ein 87-jähriger Mann ums Leben gekommen. Seit Beginn der Epidemie wurden vom Sanitätsbetrieb insgesamt 2.150 Abstriche bei 1.524 Personen genommen und analysiert.

Widmann betonte, dass man die Infektionskette unterbrechen müsse. Jeder einzelne solle sich so verhalten, als sei er infiziert. Einfache Mundschutzmasken, ein Schal oder ein Tuch vor dem Mund verhindern eine Übertragung des Virus, das über Tröpfcheninfektion verbreitet.

Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte, dass flächendeckende Tests in Südtirol, bei denen jeder einzelne überprüft wird, kaum möglich seien und auch wenig Sinn hätten. Denn die Testergebnisse wären am nächsten Tag schon wieder veraltet.

Chirurgische Mundschutzmasken, die vor allem Ärzte und Pfleger vor einer Ansteckung schützen sollen, sowie Beatmungsgeräte würden nun nach Bedarf verteilt, um den Apparat des Sanitätsbetriebs aufrecht zu erhalten, erklärte Widmann. Allerdings hapert es mit der Verfügbarkeit am Markt.

Zwei Lkw, die für Südtirol bestimmt waren, wurden gestohlen. Ein weiterer Lkw landete schlussendlich in einem konkurrierenden Gebiet, wo mehr dafür bezahlt wurde. Dies sei die Situation, doch man werde sich dafür einsetzen, dass alle das erhalten, was notwendig ist. Generell stehe Südtirol gut da, was die Sicherheitsstandards anbelangt: Diese würden in Südtirol über den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und der nationalen Behörden liegen, erklärt Thomas Widmann.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

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