Von: apa
Die römischen Staatsanwälte, die zu dem Brandinferno im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 41 Todesopfern ermitteln, haben mit der Befragung der italienischen Verletzten begonnen. Unter den Todesopfern waren auch sechs Italiener. Die Überlebenden berichteten den Ermittlern, dass alle Notausgänge im Lokal “Le Costellation” geschlossen gewesen seien, niemand Anweisungen nach Ausbruch der Flammen gegeben habe und Feuerlöscher nicht genutzt wurden.
“Das Feuer breitete sich in wenigen Minuten aus, es gab kein feuerfestes Material. Bareigentümerin Jessica Moretti? Sie ist geflohen”, heißt es in den Protokollen der ersten Befragungen, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Freitag berichtete.
Einlass trotz Überfüllung bei Getränkekauf
Zeugen berichteten außerdem, dass der Club trotz maximaler Kapazität gegen Bezahlung von Getränken betreten werden konnte. Bis zu 270 Euro wurde für eine Flasche Champagner gezahlt, es gab keine Alterskontrolle in Sachen Alkoholkonsum, so die Aussagen.
Nach einem sechsstündigen Treffen im Bundesamt für Justiz in Bern vereinbarten die Staatsanwaltschaften aus Rom und Sion am Donnerstag eine “verstärkte Zusammenarbeit”. Diese sei an die Souveränität der Strafverfahren und die Vorgaben des Schweizer Strafprozessrechts gebunden, wie Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, betonte. Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe, wie von der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gefordert, wird vorerst nicht gebildet.
Künftig können italienische Ermittler regelmäßig nach Sion reisen, um ausgewählte Akten einzusehen und zu übernehmen, hieß es aus Ermittlerkreisen in Rom. Im Gegenzug werden Ergebnisse der italienischen Untersuchungen – unter anderem Autopsien der in Italien verstorbenen Jugendlichen und Befragungen der Verletzten – den Schweizer Kollegen zur Verfügung gestellt. Am Freitag soll zudem eine umfassende forensische Begutachtung der medizinischen Unterlagen der italienischen Opfer erfolgen.




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