Gefälschte Sprachzertifikate: Ex-Wachmann vor Untersuchungsrichter

“Dachte, es wäre legal”

Dienstag, 14. April 2026 | 15:41 Uhr

Von: mk

Bozen – Rund 40 Personen sind bekanntlich ins Visier der Finanzpolizei geraten, die sich gefälschte Zwisprachigkeitszertfikate einer vermeintlichen Sprachschule aus Deutschland beschafft haben sollen. Gegen rund 20 Personen wird wegen Urkundenfälschung ermittelt, darunter auch gegen einen ehemaligen Wachmann am Bozner Krankenhaus. Der 50-Jährige, der sich seit Freitag im Hausarrest befindet, wurde erst kürzlich vom Untersuchungsrichter in Bozen einvernommen.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt, wird dem Mann außerdem Erpressung vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge ist der 50-Jährige als Mittelsmann aufgetreten und hat für die aus Deutschland stammenden Dokumente jeweils zwischen 4.000 und 5.000 Euro verlangt.

Dabei habe er Kontakte genutzt, die er im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn im Spital geknüpft hat. Außerdem habe er die Tatsache ausgenutzt, dass die Betroffenen auf die Sprachzertifikate angewiesen gewesen seien, um weiterhin im Krankenhaus arbeiten zu können. Der Zweisprachigkeitsnachweis gilt als entscheidende Voraussetzung für einen unbefristeten Arbeitsvertrag als öffentlich Angestellte in Südtirol.

Im Sanitätsbetrieb erhalten Mitarbeiter ohne den Nachweis nur einen befristeten Arbeitsvertrag – mit der Auflage, die Zweisprachigkeitsprüfung innerhalb von drei Jahren abzulegen oder sich einen äquivalenten Nachweis zu beschaffen.

Bei seiner Anhörung vor dem Untersuchungsrichter bestritt der 50-Jährige den Tatbestand der Erpressung. Die anderen Vorwürfe räumte er zwar ein, gleichzeitig erklärte der Mann vor dem Richter, er sei überzeugt gewesen, nichts Illegales gemacht zu haben. Der Untersuchungsrichter muss nun entscheiden, ob der 50-Jährige weiterhin im Hausarrest bleibt.

Bezirk: Bozen

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