SEAB AG legt Müllbilanz 2025 vor

Der “unsichtbare Markt” im Hintergrund

Mittwoch, 18. März 2026 | 11:13 Uhr

Von: luk

Bozen – Zum Weltrecyclingtag am 18. März hat die SEAB AG die Abfallzahlen für 2025 präsentiert – mit einer klaren Botschaft: In Bozen bleibt die Müllmenge stabil, doch hinter den Kulissen tut sich einiges.

Insgesamt fielen im vergangenen Jahr 53.376 Tonnen Abfall an. Pro Kopf entspricht das 501 Kilogramm – nahezu identisch mit dem Vorjahr. Die getrennte Müllsammlung erreichte 64,3 Prozent und liegt damit knapp unter dem Wert von 2024 (65,2 Prozent).

Der „unsichtbare Markt“ im Hintergrund

Umweltstadtrat Marco Caruso betont, dass die offiziellen Zahlen nur einen Teil der Realität zeigen. Ein beträchtlicher Anteil – vor allem Karton und andere wertvolle Materialien – werde direkt von größeren Unternehmen gesammelt und privaten Verwertern übergeben. Diese Mengen scheinen in der kommunalen Statistik nicht auf, leisten aber sehr wohl einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Neben den offiziellen Daten gebe es also eine Art „unsichtbaren Markt“ des Recyclings, der täglich zur Nachhaltigkeit beitrage.

Mehr Plastik und Glas, weniger Textilien

Ein Blick auf die einzelnen Abfallarten zeigt unterschiedliche Entwicklungen:

Kunststoffverpackungen: 3.243 Tonnen (+5,2 Prozent)
Glas: 5.641 Tonnen (+1,1 Prozent)
Bioabfall: 7.320 Tonnen (+0,8 Prozent)
Papier: 3.354 Tonnen (-7,2 Prozent)
Karton: 4.450 Tonnen (-1,1 Prozent)
Textilien: 289 Tonnen (-42,4 Prozent)

Der starke Rückgang bei den Textilien ist laut SEAB eine bewusste Folge der Entfernung der Altkleidercontainer von den Straßen. Kleidung wird nun ausschließlich über den Recyclinghof gesammelt. Ziel ist eine bessere Materialqualität und weniger Vermüllung.

Qualität bleibt größte Herausforderung

Trotz stabiler Gesamtmengen bleibt die Qualität der Mülltrennung ein zentrales Thema. Verunreinigungen – insbesondere bei Kunststoff – verursachen weiterhin Mehraufwand. Der Recyclinghof spielt dabei eine Schlüsselrolle, ebenso wie die Sensibilisierung der Bevölkerung.

SEAB-Generaldirektor Matthias Fulterer bringt es auf den Punkt: Entscheidend sei nicht nur korrektes Trennen, sondern vor allem Abfallvermeidung. „Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.“

Bezirk: Bozen

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