21. September ist Weltalzheimertag

Die Angst vor dem Vergessen

Montag, 19. September 2016 | 16:58 Uhr

Bozen – Was tun, wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr erkennen? Demenz verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen, vor allem aber macht Demenz Angst.

Im Jahre 2015 wurden in Südtirol rund 3.300 Patienten mit Alzheimer und/oder Demenz von den Gesundheitsdiensten betreut. Das Durchschnittsalter der Patienten beträgt 83 Jahre, es sind mehr Frauen (67 Prozent) als Männer (32 Prozent) betroffen. Denken, sich erinnern, sich orientieren, sprechen, auffassen und urteilen: Der schrittweise Verlust dieser Fähigkeiten durch Demenz lähmt betroffene Menschen und ihre Angehörigen. Gesundheitslandesrätin Martha Stocker erinnert deshalb am Weltalzheimertag an die Tücken dieser Krankheit: “Demenz ist eine Herausforderung für die Betroffenen, ihr soziales Umfeld und die Pflegenden. Es ist deshalb wichtig, weiterhin darüber zu informieren, zu sensibilisieren und zu diskutieren.” Nur so könne dem Schreckgespenst Einhalt geboten und der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen verständlicher gemacht werden, so Stocker.

Laut Schätzungen der Alzheimer-Vereinigung Südtirol “ASAA” liegt die Zahl der Erkrankten höher. Der Präsident der Vereinigung Ulrich Seitz dazu: “Einer italienweiten Prognose zufolge müssen wir mit gut 11.800 Menschen im Lande mit einer zumindest beginnenden Form von Demenz rechnen, Tendenz steigend. Wir müssen weiterhin im kontinuierlichen Austausch zwischen Landespolitik, Gesundheitsdiensten und Betroffenen die Voraussetzungen schaffen, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen auch weiterhin zu verbessern.” Besonders wichtig sei auch Prävention und eine rasche Abklärung durch einen Facharzt, denn Alzheimer ist zwar nicht heilbar, aber durch eine entsprechende medikamentöse Unterstützung mittlerweile relativ gut behandelbar.

Die genauen Ursachen der Demenzerkrankungen sind trotz weltweiter Forschungsbemühungen noch weitgehend ungeklärt. Betroffene und Angehörige  können sich für Erstinformationen an die Alzheimervereinigung Südtirol in Bozen, Grieser Platz 18, Tel. 0471 051951 oder  E-Mail info@asaa.it wenden.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Die Angst vor dem Vergessen"


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iuhui
Grünschnabel
11 Tage 17 h

Die Prävention startet ab der Kindheit mit einem gesunden Lebensstil: keine Pflanzenschutzmittel, keine Umweltgifte, keine Schwermetalle in Lebensmittel und Kosmetika, wenig Eiweisse, keine raffinierte Kohlenhydrate, viele Ballaststoffe, viel Gemüse (bio-logisch!), viel Bewegung, und und und! Wenn die Diagnose ein mal gestellt ist, IST ES ZU SPÄT! Aber das wollen die meisten nicht verstehen…

thomas
Grünschnabel
11 Tage 14 h

wo wert die Stockerin lai de Zohl von 3.300 herhobn? ~2500 Menschen mit Demenz leben allein schon in Südtirols Oltersheimen…

Alpenrepuplik
Tratscher
11 Tage 1 h

Eigenartigerweise steigt die Erkrankung in den letzten Jahren, es ist erwiesen daß ungesunde Lebensweise ein zusätzlicher Auslöser ist. Damit meine ich Zusatzstoffe. Es wird vermutet dass diese ganzen E-Stoffe , Aluminium, und dergleichen stark dazu beitragen. Leider lässt sich diese Krankheit nicht behandeln und wenn sind die Medikamente sehr teuer. Es ist schlimm die erkrankten Menschen im letzten Stadium ihrer Krankheit so zu sehen.

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