Von: luk
Bozen – Franz Vittur hat sich unermüdlich und auf lobenswerte Weise für die ladinischen Bildungs- und Kultureinrichtungen eingesetzt. Ab 1975 gelang es ihm als erstem ladinischem Schulamtsleiter, den Fachbereichen und Abteilungen der neu gegründeten ladinischen Schulverwaltung Leben, Struktur und Organisation zu verleihen. Von optimistischer und idealistischer Natur, strebte Franz Vittur stets nach Dialog und Eintracht und ließ sich dabei von den humanistischen Werten leiten, die er zutiefst verinnerlicht hatte.
Für seine vielfältigen und unbestrittenen Verdienste wurde Franz Vittur vor wenigen Monaten mit dem Preis Merit ladin ausgezeichnet, eine Ehrung, die er im September anlässlich des Di dla cultura ladina in St. Ulrich hätte entgegennehmen sollen.
Von entscheidender Bedeutung war seine Vermittlerrolle in der Gründungsphase der ladinischen Schule und des paritätischen Modells, ebenso wie sein unermüdlicher Einsatz für die Förderung und Aufwertung der ladinischen Sprache und Kultur. Neben seiner institutionellen Rolle hat er auch als Autor und Kulturförderer tiefe Spuren hinterlassen und maßgeblich dazu beigetragen, der ladinischen Sprache Sichtbarkeit und Ansehen zu verschaffen.
Landrat Daniel Alfreider drückt sein Beileid aus und erinnert an Vitturs langjähriges Engagement im Dienste der ladinischen Gemeinschaft: “Vittur hinterlässt der gesamten ladinischen Gemeinschaft ein sehr wertvolles Vermächtnis, das aus Dienstbereitschaft, beständigem und überzeugtem Engagement, Kompetenz und Menschlichkeit besteht. Insbesondere die Welt des Schulwesens ist ihm dankbar für den außergewöhnlichen Beitrag, den er – zunächst als Lehrer, später als Schulleiter und Schulverwalter – im Laufe seiner 47-jährigen Tätigkeit im Lehr- und Führungsdienst geleistet hat. Dafür sind wir ihm zutiefst dankbar und werden sein Vorbild und sein Vermächtnis mit Bewunderung in Erinnerung behalten.”
“Mit dem Tod von Franz Vittur verliert die ladinische Welt eine ihrer bedeutendsten Persönlichkeiten”, erklärt der ladinische Bildungs- und Kulturdirektor André Comploi: “Sein Engagement, seine Vision und sein unermüdlicher Einsatz für die Schule, die Sprache und die ladinische Kultur werden auch für künftige Generationen ein Vorbild bleiben.”
Franz Vittur ist am 29. Juni im Alter von 97 Jahren verstorben. Die gesamte ladinische Gemeinschaft gedenkt gemeinsam Franz Vittur und drückt ihre tiefe Dankbarkeit für das menschliche, kulturelle und berufliche Vermächtnis aus, das er hinterlässt.




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