Von: mk
Latsch – Vor genau einem Jahr, am 6. März 2025, brannte ab Mittag ein riesiges Waldstück oberhalb von Latsch, erst zwei Wochen später, am 20. März, hieß es “Brand aus”. Die Mitarbeiter der Forststationen des Forstinspektorates Schlanders haben umgehend mit den Aufräumarbeiten im Gelände begonnen, instabile Bäume gefällt, lose Steine entfernt, Wanderwege gesäubert und stark betroffene Schutzwaldbereiche mit Laubholz aufgeforstet.
Sobald es die Schneelage erlaubt, werden jetzt im Frühjahr weitere Aufforstungsarbeiten durchgeführt, berichtet Landesforstdirektor Günther Unterthiner. Das verbrauchte Schlauchmaterial der Freiwilligen Feuerwehren wurde durch den Landesforstdienst angekauft und ersetzt. Die abgebrannte Fläche wird laufend durch die Mitarbeiter der Forststationen kontrolliert und monitoriert.
“Der Waldbrand in Latsch hat uns vor Augen geführt, wie wichtig ein gut funktionierendes Zusammenspiel der Einsatzkräfte und des Forstdienstes ist”, unterstreicht Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: “Ich danke allen Beteiligten für ihren entschlossenen Einsatz, sowohl während des Brandes als auch bei den laufenden Arbeiten. Jetzt gilt es, die Fläche Schritt für Schritt so aufzubauen, dass ein stabiler Schutzwald heranwächst, der unsere Höfe, Wege und Infrastrukturen dauerhaft sichert.“
Vom Waldbrand waren über 90 Hektar betroffen, die gesamte betroffene Fläche war Schutzwald. Neben einem kleinen Teil Buschwald im unteren Bereich handelte es sich vorwiegend um natürliche Bestände mit Waldföhre, nach oben hin um Lärchenwald. Die Zufahrtsstraße nach St. Martin im Kofel war auf einer Länge von zwei Kilometern beschädigt worden; innerhalb der Brandfläche lagen zudem 1500 Meter Hofzufahrten und Forstwege und auch knapp über ein Kilometer Wanderwege.
Nach den Löscharbeiten wurde ein Integralprojekt mit waldbaulichen und technischen Maßnahmen erarbeitet, die schrittweise umgesetzt werden. “Dazu zählen die Instandsetzung und Wartung der Waldbrandinfrastrukturen, die sich als ungemein wichtig und sehr nützlich erwiesen haben”, führt der stellvertretende Direktor des Forstinspektorates Schlanders Andreas Platter aus: “Außerdem haben die Forstarbeiter die Zufahrtstraßen und Wanderwege instandgesetzt und gesichert, und wir haben auch bereits mit der Aufforstung der am stärksten betroffenen Schutzwaldbereiche begonnen. Ein Monitoringsystem für die Überwachung des Restwaldbestandes ist installiert, um mittel- und langfristige Entwicklungen auf der Waldbrandfläche beobachten zu können. Wir fördern die Umwandlung in Mischwald mit hohem Laubholzanteil, der trockenheitsresistent und auch weniger brandanfällig ist. Durch die Pflege des Waldes soll ein zu hoher Anteil an Totholz vermieden und damit ein feuchteres Mikroklima geschaffen werden.”

Die Neuerschließung des Löschteiches Albl wurde inzwischen projektiert und finanziert. Die entsprechenden Arbeiten werden nach der Schneeschmelze in den nächsten Wochen starten.
Nachdem durch die Hitzeentwicklung des Waldbrandes an der talseitigen Böschung der Hofzufahrt Platztair ein Felsbrocken ausgebrochen war, musste die Hofzufahrt um einige Meter bergwärts verlegt werden. Diese Arbeiten konnten bereits abgeschlossen werden.




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