Von: luk
Glurns – Mit Bedauern reagieren der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bozen, die Unterschutzstellung des Söleshofs bei Glurns aufzuheben. Das Gericht hat damit einen Beschluss der Landesregierung vom Oktober 2025 aufgehoben, mit dem der Hof auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes unter Denkmalschutz gestellt worden war.
Der Söleshof gehört zu den wenigen historischen Hofstellen außerhalb der Stadtmauer von Glurns. Seine ältesten Bauteile reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Gerade diese über viele Generationen hinweg gewachsene Baugeschichte macht den besonderen kulturhistorischen Wert des Hofes aus. “Solche Gebäude erzählen von der Lebenswelt vergangener Generationen: von ihren Wohnformen, ihrem Glauben und ihren Alltagspraktiken. Sie sind damit nicht nur architektonische Objekte, sondern Träger kultureller Erinnerung und Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Der Söleshof zeigt eindrucksvoll, wie über Generationen hinweg gebaut und weitergelebt wurde. Solche Gebäude sind keine austauschbaren Baukörper, sondern gewachsene Orte mit großer kultureller Bedeutung für unser Land“, betont Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol.
Anerkennung für Entscheidung der Landesregierung
Dass die Landesregierung und das Landesdenkmalamt den Söleshof als schützenswert erkannt haben, verdient aus Sicht der Heimatpflege große Anerkennung. Die Entscheidung, das Gebäude im Oktober 2025 unter Denkmalschutz zu stellen, sei ein wichtiges Signal für den verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz gewesen. „Gerade im Vinschgau sind solche historischen Hofstellen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft“, erklärt Franz Fliri, Bezirksobmann des Heimatpflegebezirks Vinschgau. Sie zeigten, wie eng Baukultur, Landschaft und Geschichte miteinander verbunden seien. Immer wieder zeige sich, dass hinter scheinbar unscheinbaren Gebäuden wertvolle historische Substanz verborgen sein kann. Bauten wie der Söleshof seien daher weit mehr als alte Gebäude – sie sind Zeugnisse einer über Jahrhunderte gewachsenen Bau- und Kulturlandschaft.
Erhalt liegt im Interesse der Allgemeinheit
Der Hof wurde bei einem Brand im Jahr 2020 teilweise beschädigt. “Dennoch zeigt die Erfahrung mit vergleichbaren historischen Gebäuden, dass solche Bauten eine bemerkenswerte bauliche Robustheit besitzen und grundsätzlich erhalten werden können”, so die Experten.

Für Jürgen Wallnöfer, Obmann des Heimatpflegevereins Glurns, steht daher viel auf dem Spiel: „Der Söleshof ist ein außergewöhnliches Beispiel bäuerlicher Baukultur im Obervinschgau. Sein Verlust wäre nicht nur für Glurns, sondern für die gesamte Region ein schmerzlicher Verlust. Der Umgang mit historischer Bausubstanz ist letztlich auch eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung. Gebäude wie der Söleshof sind Teil unseres kulturellen Erbes – ihr Erhalt liegt im Interesse der gesamten Gemeinschaft.”
Der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns sprechen dem Landesdenkmalamt und der Landesregierung ihre Unterstützung aus und hoffen, dass weiterhin nach Möglichkeiten gesucht wird, den kulturhistorisch wertvollen Hof zu erhalten.




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